Gastbeitrag im Handelsblatt: „Baustelle Deutschland – wir müssen mehr und produktiver arbeiten“

Kategorie

Expertise

Datum

09. Januar 2026

Ohne eine Trendwende bei der Produktivität und eine bessere Ausnutzung des Arbeitskräftepotenzials wird es auf Sicht gar kein Wachstum mehr geben.
Christian Böllhoff

Deutschland ist eine über die Jahre immer stärker „verknotete“ Baustelle: Dieses Sinnbild nutzt Christian Böllhoff für seinen Gastbeitrag im Handelsblatt. Denn die Kombination aus US-Zöllen, Abhängigkeit von China in den Lieferketten und teurer Energie macht uns zu schaffen. Böllhoff beschreibt einige Maßnahmen, die aus der Baustelle wieder ein funktionierendes Gebäude machen könnten.

Wie kann Deutschland die Wachstumskrise überwinden? 

Ende 2025 lag die Wirtschaftsleistung in etwa auf dem Niveau von 2019. Ein Prognos-Mittelfristszenario zeigt allerdings Chancen: Deutschland kann die Wachstumskrise überwinden. Um wieder mit einem attraktiven und wettbewerbsfähigen „Gebäude“ auf den Weltmärkten zu punkten, müssten jetzt stabile Fundamente und die richtigen Leitungen gelegt werden, schreibt Christian Böllhoff.

Das Wachstum sei nur erreichbar, wenn wir zwei zentrale Voraussetzungen erfüllen:

  • Produktivität: Ein höherer Zuwachs der Stundenproduktivität verlange klare Prioritäten auf Innovation und Investition. Christian Böllhoff fordert, der Staat müsse sich beim Sondervermögen auf wertschöpfende Projekte konzentrieren und vor allem den gewaltigen Hebel privater Investitionen besser ermöglichen.
  • Arbeit: Um dem Rückgang der Personen im erwerbsfähigen Alter auf dem Arbeitsmarkt entgegenzusteuern, müssten sowohl die Erwerbsquoten bei Frauen und Älteren als auch die durchschnittlichen Arbeitszeiten steigen. Das erfordere mutige politische Maßnahmen. So müsse Vollzeit wieder attraktiver werden – etwa durch steuerliche Anreize und bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und bei der Pflege.

Ohne Ambition und Zumutungen werde dies nicht funktionieren, argumentiert Böllhoff. Aber gleichzeitig sei klar, dass es ohne eine Trendwende bei der Produktivität und eine bessere Ausnutzung des Arbeitskräftepotenzials auf Sicht gar kein Wachstum mehr geben werde. Allein durch den demografischen Wandel fehlen uns ca. 0,7 Prozentpunkte Wachstum pro Jahr.

„Alle auf Baustellen wissen: Es braucht einen motivierten Kopf, einsatzbereite Muskeln und das passende Werkzeug“, so der Prognos-CEO. Für die Baustelle Deutschland gelte es also, 2026 die realen Hebel der Wettbewerbsfähigkeit zu ziehen.

Links und Downloads

Zum Gastbeitrag im Handelsblatt

Stand: 09.01.2026

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Christian Böllhoff

Geschäftsführender Gesellschafter

Profil ansehen