Familie und Gesellschaft im Blick

Müttererwerbstätigkeit gegen Fachkräftemangel: Das Potenzial von Müttern nutzen

Kategorie

Expertise

Datum

14. Januar 2026

Die Erwerbstätigkeit von Müttern bietet für die deutsche Wirtschaft angesichts des Fachkräftemangels ein unverzichtbares Potenzial. Was können Arbeitgeber tun, um dieses Arbeitskräftepotenzial zu nutzen? 

Antworten liefert unsere neue Ausgabe der Reihe Familie und Gesellschaft im Blick „Vom Kind zum Teenager: Wie Arbeitgeber von einer zielgenauen Unterstützung der Mütter profitieren können“.

Je jünger die Kinder, desto höher die Bereitschaft, die Arbeitszeit zu erhöhen

Die Verbesserung betrieblicher Rahmenbedingungen hat einen erheblichen Einfluss auf die Bereitschaft von Müttern, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Das ging bereits aus unserer Expertise „Mehr ist möglich“ für das Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ des Bundesfamilienministeriums hervor. Darüber hinaus zeigt unser neues Papier:

  • Besonders groß ist das Potenzial bei Müttern mit Kindern unter 12 Jahren: 48 Prozent dieser Mütter wären bereit, die Arbeitszeit zu erhöhen, wenn die betrieblichen Bedingungen besser wären. 
  • Das liegt u. a. daran, dass Mütter mit jüngeren Kindern im Durchschnitt weniger Stunden erwerbstätig sind. Sie haben daher mehr Spielraum für eine Arbeitszeiterhöhung. 
  • Aber auch 38 Prozent der Mütter mit älteren Kindern würden bei besseren betrieblichen Bedingungen ihre Arbeitszeit erhöhen. 

Zielgenaue Unterstützung von Müttern lohnt sich 

Wie also können Arbeitgeber dieses Potenzial ausschöpfen?

Es gibt eine Vielzahl von Stellschrauben, an denen Unternehmen ansetzen können. Flexible Arbeitszeitmodelle stellen einen wichtigen Hebel dar, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Für viele Mütter ist es unabhängig vom Alter der Kinder wichtig, eine erhöhte Arbeitszeit bei Bedarf auch wieder reduzieren zu können.

Andere betriebliche Bedingungen gewinnen hingegen je nach Familienphase mehr Bedeutung: 

  • Wichtig für Mütter mit jüngeren Kindern sind vor allem Möglichkeiten, die Arbeitszeit bei Bedarf unterbrechen zu können, finanzielle Unterstützung bei der Kinderbetreuung und eine Führungskultur, die Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen nimmt. 
  • Bei Müttern älterer Kinder rücken zunehmend Aspekte wie berufliche Weiterentwicklung und Aufstiegschancen in den Vordergrund. Auch sind es eher Mütter mit älteren Kindern, die angeben, dass sie die aktive Ansprache durch den Arbeitgeber zu einer Arbeitszeiterhöhung bewegen kann. 

Diese Unterschiede zeigen, dass sich betriebliche Vereinbarkeitspolitik an den Familien- und Lebensphasen orientieren muss. Unternehmen sollten Angebote schaffen, die den unterschiedlichen Bedürfnissen von Müttern gerecht werden. Das lohnt sich: Eine zielgenaue und familienorientierte Vereinbarkeitspolitik erhöht nicht nur die Bindung qualifizierter Mitarbeiterinnen, sondern erschließt zugleich ein ungenutztes Arbeitskräftepotenzial im Unternehmen.

Links und Downloads 

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Stand: 14.01.2026

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Dr. David Juncke

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