Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft | Freitag, 19.02.2021

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kultur- und Kreativwirtschaft 2021

„Um 22,4 Milliarden Euro sank der Umsatz der Kultur- und Kreativwirtschaft im Jahr 2020 gegenüber 2019.“
Olaf Arndt, Vize-Direktor, Bereichsleiter Region & Standort

Das entspricht einem Umsatzrückgang von -13 Prozent. Die größten Umsatzverluste verzeichneten die Teilmärkte darstellende Kunst (-85 Prozent), Musik (-54 Prozent) und Kunst (-51 Prozent). Damit werden diese Teilmärkte in ihrer Umsatzentwicklung um mindestens 14 Jahre zurückgeworfen. Abweichungen zu anderen Konjunkturszenarien mit Bezug zu Kunst, Kultur oder Medien können wegen unterschiedlicher Branchenabgrenzungen vorliegen. Diese Studie arbeitet mit dem Leitfaden der Wirtschaftsministerkonferenz von 2016.

Ausblick auf 2021

Auch für das Jahr 2021 hat Prognos nun anhand von drei Szenarien (kurzer Lockdown, langer Lockdown, zwei Lockdowns) berechnet, wie stark sich die Corona-Pandemie auf die Kultur- und Kreativwirtschaft auswirken könnte. Die Umsatzeinbußen der Kultur- und Kreativwirtschaft werden 2021 voraussichtlich zwischen 11,5 Milliarden Euro und 31,8 Milliarden Euro betragen. Damit bleibt der Umsatz zwischen 7 und 18 Prozent unter dem aus dem Vorkrisenjahr 2019.

Auch in diesem Jahr werden wieder die Teilmärkte darstellende und bildende Kunst sowie Musik und Film am stärksten betroffen sein, während der Umsatz der Software- und Games-Industrie bei einem kurzen Lockdown um 5 Prozent (2,5 Milliarden Euro) im Vergleich zu 2020 wachsen könnte. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie“. Prognos ist einer der Projektträger des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes.

Herausforderungen und Chancen für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Sobald die Corona-Beschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft aufgehoben werden, wird die KKW mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert sein. Produktionen wurden verschoben und Auftragsvergaben sind z. T. ganz ausfallen. Auch ist noch nicht klar, ob die Lockdowns das Konsumverhalten langfristig verändert haben. Außerdem könnten fehlende Rücklagen die Wiederaufnahme des Betriebs erschweren.
„Neben den Herausforderungen, vor denen die Kultur- und Kreativwirtschaft in diesem Jahr zweifellos steht, sehe ich aber auch Chancen“, erläutert Prognos-Vize-Direktor Dr. Olaf Arndt. „So könnten Formate wie virtuelle Bühnen oder Edutainment neue Impulse setzen. Auch neue Geschäftsmodelle sind möglich, wie eine persönliche Online-Kuratierung, Paid Content oder Abo-Modelle.“ Trotz Corona-Betroffenheit zeigt die KKW somit auch während der Krise zukunftsträchtige Perspektiven auf und bringt mit ihrer Transformationskompetenz Veränderungsprozesse entscheidend voran.

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Aktualisiertes Kurzpaper „Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie“ (PDF auf kreativ-bund.de)

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