Fragen & Antworten zum Prognos Zukunftsatlas® 2019

Wie sind die Ergebnisse des Zukunftsatlas zu lesen? Wie wurde das Ranking ermittelt? Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen rund  Prognos Zukunftsatlas® 2019.

Zurück zu den Ergebnissen des Prognos Zukunftsatlas® 2019

FAQ zum Prognos Zukunftsatlas® 2019

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Interpretation und Methodik des Prognos Zukunftsatlas®.

Was ist der Zukunftsatlas und welche Aussagekraft hat er?

Der Zukunftsatlas ist ein Ranking der 401 Kreise und kreisfreien Städte, welches seit dem Jahr 2004 alle drei Jahre die Zukunftsfestigkeit deutscher Regionen vergleichend gegenüberstellt. Grundlage sind ausgewählte makro- und sozioökonomische Faktoren.

Der Zukunftsatlas gibt insbesondere Städten und Kreisen, Wirtschaftsförderern, Industrie- und Handelskammern, Infrastruktur- und Immobilieninvestoren sowie  anderen Entscheidungsträgern Auskunft, wie sich ihre Region im Standortwettbewerb positioniert und wo Handeln erforderlich ist. Der Zukunftsatlas dient damit als zentrales Instrument bei der Gestaltung zukunftsorientierter Strategieprozesse der Regionalentwicklung und Wirtschaftsförderung sowie als Entscheidungshilfe bei Investitionsprozessen.

Was sagt der Rangplatz aus?

Auf Grundlage des Zukunftsindex (Gesamtindex) wird das Ranking der 401 Kreise und kreisfreien Städte erstellt. Die Region mit dem höchsten Zukunftsindexwert erhält den Rang 1, jene Region mit dem niedrigsten Zukunftsindex den Rang 401.

Vor allem im Mittelfeld (Gruppe der Regionen mit ausgeglichenen Chancen/Risiken) sind die Abstände zwischen den Zukunftsindexwerten oft sehr gering. Die Abstände zwischen den Rängen sind also sehr gering.  So trennen im Gesamtranking beispielsweise Rang 150 und Rang 200 nur 1,4 Indexpunkte. Dazwischen liegen 49 Kreise mit sehr ähnlichen Indexwerten. Somit können lediglich kleine Unterschiede im Zukunftsindex zu hohen Abweichungen in den Rangpositionen führen. Bei der Beurteilung einer Region im Vergleich mit anderen Regionen ist daher unbedingt auch die Zukunftsklasse, nicht nur der Rang, zu betrachten. Erst zusammen mit der Zukunftsklasse ergibt sich ein differenzierteres objektives Gesamtbild über das Abschneiden.

Was sagt der Rangplatz im Zukunftsatlas NICHT aus, bzw. was ist bei der Interpretation der Ränge zu beachten?

Bei dem Rangplatz handelt es sich um einen ordinalen Wert bzw. Rang unter 401 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Durch ein enges Feld von Regionen (insb. im Mittelfeld der Ränge), können die metrischen Werte des Gesamtindex sehr nah beieinanderliegen – wenngleich die Rangplatzierungen Abstände von 20 oder 30 Plätzen anzeigen. Das bedeutet: Auch ein Zurückfallen der Rangplatzierung von 10 oder 20 Plätzen im Gesamtindex muss nicht zwingend mit einer merklichen/substanziellen Verschlechterung der Zukunftsfähigkeit vor Ort einhergehen, auch wenn die absolute Zahl von 20 Ränge zunächst viel erscheinen. Bei leicht nachlassender Dynamik oder Aufholprozessen anderer Regionen kann es zu einem leichten Zurückfallen der Rangplatzierung kommen, da das (Mittel)feld oft dicht gedrängt ist.

Was sagen die Zukunftsklassen aus?

Die 401 Kreise und kreisfreien Städte werden in acht Zukunftsklassen eingeteilt – entscheidend hierfür ist der erreichte Zukunftsindex. In den Klassen 1 bis 4 dominieren die Zukunftschancen (Klasse 1 mit „besten Chancen“, Klasse 2 mit „sehr hohen Chancen“, Klasse 3 mit „hohen Chancen“ und Klasse 4 mit „leichten Chancen“). Klasse 5 zeichnet sich durch einen ausgeglichenen Mix an Zukunftschancen und -risiken aus („Ausgeglichene Chancen/Risiken“). In den Klassen 6 bis 8 überwiegen die Zukunftsrisiken (Klasse 6 mit „leichten Risiken“, Klasse 7 mit „hohen Risiken“, Klasse 8 mit „sehr hohen Risiken“. Die Klassen sind jeweils farbig gekennzeichnet – von Rot für Klasse 1 bis dunkelblau für Klasse 8.

Was ist der Unterscheid zwischen Zukunftsklasse, Zukunftsindex und Rangplatz?

Der Gesamtindex ist vereinfacht gesagt der aggregierte Durchschnitt aller 29 Zukunftsindikatoren für eine Region. Es handelt sich dabei um einen metrischen Wert. Bei dem Rangplatz handelt es sich um die Reihenfolge aller 401 Kreise und kreisfreien Städte, beginnend bei dem führenden Standort mit der höchsten Zukunftsfähigkeit auf Platz 1. Anhand des Verfahrens einer statischen Clusteranalyse wurde anhand der Verteilung des Gesamtindex der 401 Kreise und kreisfreien Städte eine Klassifizierung nach acht Zukunftsklassen vorgenommen. Die Anzahl der Zukunftsklassen (4 Klassen mit Zukunftschancen, Mittelfeld mit ausgeglichenem Chancen-Risiko-Mix sowie 3 Klassen mit Zukunftsrisiken) wurden gegenüber vorherigen Untersuchungen nicht verändert. Die Verteilung und Besetzung der Klassen variiert im zeitlichen Verlauf. 

Was ist der Unterschied zwischen Zukunftsatlas und Immobilienatlas?

Mit dem Immobilienatlas wird der Prognos Zukunftsatlas in diesem Jahr erstmalig um eine spezifische Auswertung der regionalen Wohnungsmärkte ergänzt. Für den Immobilienatlas wurde die Entwicklung von Angebot und Nachfrage nach Wohnraum in den 401 Kreisen Deutschlands verglichen. Der Zukunftsatlas ist umfangreicher: Hier werden insgesamt 29 Indikatoren aus den Themenfeldern Demografie, Wohlstand und soziale Lage, Arbeitsmarkt sowie Wettbewerb und Innovation betrachtet. Dadurch kann der Zukunftsatlas einen sinnvollen Beitrag in der Debatte über Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit von Regionen in Deutschland darstellen; der Immobilienatlas ergänzt dieses Bild um eine weitere Perspektive.

Was ist der Unterschied zwischen Zukunftsatlas und Deutschlandstudie?

Der Zukunftsatlas bewertet alle drei Jahre die sozioökonomischen Zukunftschancen und -risiken aller Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Er erscheint in Kooperation mit dem Handelsblatt. Im Unterschied zur ZDF-Deutschland-Studie liegt der Fokus des Zukunftsatlas vor allem auf den Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg. Vereinfacht gesagt: Deutschland-Studie = Rahmenbedingungen für Lebensqualität, Zukunftsatlas = wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit. Genauer: Der Zukunftsatlas bewertet Regionen vor allem nach ihrer Attraktivität für Unternehmen. Außerdem wird untersucht, welche Rahmenbedingungen das zukünftige wirtschaftliche Wachstum der 401 Kreise negativ beeinflussen könnten. Dafür werden zentrale Standortfaktoren, wie Anbindung an Bundesautobahnen und die Verfügbarkeit von Fachkräften, untersucht. Teilweise werden auch ähnliche Daten wie in der Deutschland-Studie berücksichtigt, etwa zur demografischen Entwicklung, öffentlichen Verschuldung, zu Kriminalität und sozialen Problemen. Andere Kennzahlen werden in der Deutschland-Studie nicht betrachtet, im Zukunftsatlas dagegen schon. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl unbesetzter Ausbildungsstellen, die Patentanmeldungen, die Investitionsquote der Industrie und die Anzahl der Top 500 Unternehmen in einer Region.

Die Ergebnisse des Zukunftsatlas können sich daher deutlich von denen der Deutschland-Studie unterscheiden, da bei ersterem mehr das wirtschaftliche Potenzial als die Lebensqualität betrachtet wird. Auch beim Zukunftsatlas schneidet jedoch der Süden mit Bayern und Baden-Württemberg besonders gut ab, während die neuen Bundesländer hier – im Gegensatz zu den Ergebnissen der Deutschland-Studie – nicht so gute Werte erzielen.

 

Methodik: Welcher Ansatz wurde gewählt?

Für das Handelsblatt untersucht Prognos seit 2004 alle drei Jahre die Zukunftschancen und -risiken aller Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Dafür wurde ein quantitativer Ansatz gewählt, der auf objektiven, statistisch erfassten Daten basiert. Einbezogen werden u.a. Daten zur Bevölkerungsentwicklung, der Wanderungssaldo Junger Erwachsener (18 bis 30 Jahre), der Kaufkraft privater Haushalte, unbesetzte Ausbildungsstellen, Beschäftigungsentwicklung sowie Investitionstätigkeit der Industrie. Die Auswahl und Definition der Indikatoren blieb in den letzten Jahren unverändert.

Wie sind Sie vorgegangen?

Die Zukunftschancen von Regionen werden von enorm vielen Faktoren beeinflusst. Für die komplexe Aufgabe, die Zukunftschancen von Regionen zu analysieren, stehen daher grundsätzlich unzählige Indikatoren zur Auswahl. Bereits für den ersten Zukunftsatlas 2004 wurden daher aus einer langen Liste potenzieller, statistisch verfügbarer Indikatoren die 29 aussagekräftigsten Zukunftsindikatoren bestimmt. Artverwandte Indikatoren, die einen ähnlichen oder gleichen Sachverhalt messen, wurden durch vorgeschaltete Analysen soweit möglich eingedämmt. Die Indikatoren des Prognos Zukunftsatlas ergänzen sich damit thematisch. Alle drei Jahre wird das Indikatorenset auf den Prüfstand gestellt und, falls erforderlich, auch angepasst und weiterentwickelt.

Die Herausforderung: Nur Statistiken, die für alle 401 Kreise und Städte vorlagen, können ausgewertet werden. Zudem müssen diese bestimmten Qualitätskriterien entsprechen, also zum Beispiel aus wissenschaftlich arbeitenden, glaubwürdigen Quellen stammen. Alle Indikatoren werden flächendeckend auf Kreisebene erhoben und analysiert. Dabei werden Größeneffekte relativiert, so dass alle Standorte die „gleichen Chancen“ haben und große Standorte durch Einbeziehung absoluter Daten (z. B. Einwohnerzahl, Anzahl Arbeitsplätze) nicht bevorzugt

Das Spezifikum des aktuellen Prognos Zukunftsatlas 2019 liegt in der Fokussierung auf Indikatoren mit hoher Zukunftsrelevanz. Die ausgewählten Indikatoren spiegeln Zusammenhänge sowie wesentliche strukturelle Trends und Veränderung wider.

 

Welche Daten werden im Zukunftsatlas verwendet?

Die Daten stammen aus zahlreichen offiziellen Quellen, z.B. aus Statistiken des Bundes und der Länder, der Bundesagentur für Arbeit, der polizeilichen Kriminalstatistik, der Wissenschaftsstatistik des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft e.V. oder dem Gründungspanel des ZEW.

Wie alt sind die Daten?

Erhebungsschluss war im Mai 2019. Die Daten stellen die neusten verfügbare Datenlage dar. Für die Berechnung wurde jeweils der auf Kreisebene jüngst verfügbare Datenstand verwendet. Es gibt damit – Stand Mai 2019 – keine neueren Daten.

 

Welche Indikatoren wurden verwendet?

Es wurden 29 makro- und sozioökonomische Indikatoren für die Bewertung der Regionen ausgewertet.

Die 29 Indikatoren sind vier Themenbereichen zugeordnet: „Demografie“, „Arbeitsmarkt“, „Wettbewerb und Innovation“, „Wohlstand und Soziales“. Die verwendeten Indikatoren sind im nachfolgenden Schaubild dargestellt. Die so genannten „Stärkeindikatoren“ geben Auskunft über den Ist-Zustand (Standortstärke) eines Kreises/einer Stadt. Zum Beispiel: Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit? Wie viele Patente werden in der Region angemeldet? Die so genannten „Dynamikindikatoren“ bilden ab, wie sich der Kreis/die Stadt im Zeitverlauf entwickelt hat. Beispielsweise: Wie hat sich die Bevölkerungszahl in der Region entwickelt? Konnte der Kreis/die Stadt in den letzten Jahren Beschäftigung aufbauen und weiterentwickeln?

 

Wie wird der Zukunftsindex (Gesamtindex) berechnet bzw. gewichtet?

Der Zukunftsindex (auch Gesamtindex) wird auf Basis der 29 Indikatoren des Zukunftsatlas berechnet. Alle 29 Indikatoren fließen in den Gesamtindex ein. Dabei werden sie unterschiedlich gewichtet: Die Stärkeindikatoren gehen mit einem Gewicht von jeweils 1,0, die Dynamikindikatoren mit einem Gewicht von 0,5.

Wo finde ich die klickbare Deutschlandkarte?

Wo finde ich eine Übersicht mit allen Rängen, bzw. wo erhalte ich mehr Infos?

In der Handelsblatt-Ausgabe vom 5.7. 2019, digital beim Handelsblatt unter https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/zukunftsatlas-2019/ oder in unserem PDF "Auf einen Blick" (Download nach Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse).

Weitere Analysepakete sind möglich und je nach Aufwand kostenpflichtig erhältlich. Bitte kontaktieren Sie uns hierzu unter zukunftsatlas(at)prognos(dot)com.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren