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Gaslücke wird kleiner, Preise bleiben hoch

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Datum

30. September 2022

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. ein Szenario in Auftrag gegeben, in der die möglichen Folgen einer Lieferunterbrechung russischen Gases ermittelt wurden. Diese Analyse wurde am 28. Juni 2022 veröffentlicht. Unter der hypothetischen Annahme einer Lieferunterbrechung ab 01. Juli 2022 war Ergebnis der Untersuchung, dass ca. 154 TWh Gas fehlen könnten, um die Nachfrage in Deutschland zu decken. Dies hätte einen massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung in der zweiten Jahreshälfte zur Folge.

In der Zwischenzeit haben sich mit hoher Geschwindigkeit die Rahmenbedingungen geändert und führen zu einer neuen Lagebeurteilung. Das vorliegende Monitoring beleuchtet die Situation der deutschen Gasversorgung mit Stand 31. August 2022. Darin wird die Wirkung der Lieferkürzung ab dem 01. September 2022 untersucht mit diesen Ergebnissen. 

Volle Speicher, zu hohe Preise

Die Gasspeicher konnten schneller gefüllt werden, neue schwimmende LNG-Terminals werden noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. Dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass die Gaslücke kleiner ausfällt als in der Vorgängerstudie angenommen oder sogar ausbleibt. Allerdings haben die hohen Gaspreise bereits dazu geführt, dass manche Industriebetriebe ihre Produktion (teilweise) eingestellt haben.  Somit wird die „physische Gaslücke“ abgelöst durch eine „ökonomische Gaslücke“. Das Gas wäre zwar verfügbar, es wird aber für zunehmende Teile der Industrie prohibitiv teuer, also unbezahlbar, da die Märkte keine uneingeschränkte Kostenweitergabe erlauben.

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Stand 30.9.2022

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