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Corona und die Folgen | Mittwoch, 01.07.2020

Orientierung in Krisenzeiten

Die Corona-Krise stellt Wirtschaft, Gesellschaft und Politik vor die größten Herausforderungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Was jetzt wichtig ist.

© metaphum - adobe.stock.com

Die Corona-Krise stellt die gesamte Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, aber auch jeden Einzelnen in Deutschland – und nicht nur hier – vor die größten Herausforderungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Verunsicherung über die eigene Gesundheit, die eigene Arbeit, Fragen zur wirtschaftlichen Zukunft, zur Durchhaltbarkeit staatlicher Maßnahmen sowie zum Zusammenhalt der Gesellschaft sind allgegenwärtig.

»Die Corona-Krise verändert unsere Zukunft. Sie zwingt viele Institutionen, ihre Ziele, Planungen, Aufgaben, Prozesse und Strukturen zu überdenken – nicht nur kurzfristig.«
Christian Böllhoff, geschäftsführender Gesellschafter Prognos AG

In dieser Situation belastbare Vorschläge dafür zu entwickeln, wie die Zukunft gestaltet werden kann, ist eine komplexe Aufgabe. Patentrezepte und einfache Lösungen gibt es nicht; diese wiegen allenfalls in falscher Sicherheit. Erforderlich ist vielmehr eine fundierte Analyse möglicher Pfade, die die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Systemen umfassend berücksichtigen.

Szenarien sind das richtige Instrument, um in akuten Phasen der Unsicherheit Vorstellungen über die Zukunft zu entwickeln und auf Veränderungen angemessen zu reagieren. Bei der Erstellung solcher komplexen Szenarien nutzen wir umfassende und erprobte ökonomische und gesellschaftspolitische Modelle. Darauf aufbauend lassen sich konkrete Handlungsspielräume für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ausloten.

»Szenarien beschreiben Zukünfte, die man gestalten kann. Das schafft Orientierung.«
Christian Böllhoff, geschäftsführender Gesellschafter Prognos AG

In Krisen stellt sich die Frage nach den Veränderungen des Status quo. Der Ausbruch des Coronavirus offenbart nicht nur, wie verwundbar hochgradig verwobene Volkswirtschaften und globale Lieferketten sind, sondern deckt Schwachstellen in vielen Systemen und Strukturen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf.

  • Wie gestalten wir künftig die Globalisierung und unsere Wertschöpfungsstrukturen?
  • Wie muss die Wirtschaftspolitik auf die veränderte Situation für die Wirtschaft reagieren?
  • Was lernen wir für die Umgestaltung der Arbeitswelt?
  • Wie muss sich unser Blick auf den Fachkräftemangel ändern?
  • Welche regionalwirtschaftlichen Konsequenzen hat die Corona-Krise? Welche Lösungen kommen für die Regionalentwicklung in Frage?
  • Welche (Mega-) Trends werden durch die Auswirkungen der Corona-Krise sich verändern? Gibt es verursacht durch Corona neue Trends?
  • Welche Impulse kann die Krise für die Bildungspolitik geben?
  • Wie können die Verlierer der Krise künftig resilienter werden?
  • Welche Lehren ziehen wir für die Energiewende und die Klimapolitik?
  • Wird man die Innovations- und Technologiepolitik anpassen müssen?
  • Werden sich Werte in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik verändern?
  • Welche neuen Dilemmata zwischen verschiedenen Politikfeldern ergeben sich?

Auch in – und nach – der Corona-Krise ist es unser Anspruch und unsere Aufgabe, Entscheiderinnen und Entscheidern in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fundierte Grundlagen für ihr Handeln zu liefern. Wir forschen, beraten und begleiten, damit Sie die Weichen stellen können für den Weg durch die Krise und das, was danach kommen wird. Dafür arbeiten wir konsequent interdisziplinär, alle Themen denken wir ganzheitlich. Wir analysieren tiefgehend und sorgfältig, erarbeiten belastbare, verlässliche Ergebnisse und verknüpfen und kommunizieren diese klar und verständlich. Kurz: Wir geben Orientierung. Das war seit unserer Gründung 1959 an der Basler Universität so. Und das ist auch seit der Ausbreitung des Coronavirus nicht anders.

Wir wissen aber auch: Die Corona-Krise verpasst bisweilen einigen anderen drängenden Themen unserer Zeit eine Zwangspause. Die Agenda vieler Handelnder hat sich komplett verändert. In der akuten Phase der Beschäftigung mit dem Virus geraten andere Aspekte in Vergessenheit, wie zum Beispiel die Bekämpfung des Klimawandels. Auch die Folgen des Brexit kommen zeitweise höchstens noch am Rande vor. Und was ist mit den Handelskonflikten zwischen den USA, China und der EU? Dem digitalen Fortschritt? Künstlicher Intelligenz? Dem demografischen Wandel und der Zukunft unserer Sozialsysteme? Oder der Situation auf den Wohnungsmärkten? Auch, wenn sie bisweilen in den Hintergrund treten: Diese Themen bleiben. Auch jetzt müssen Entscheiderinnen und Entscheider sich mit ihnen beschäftigen. Einige der Fragen stellen sich in gleicher Weise, andere werden gar dringlicher.

Was wir gemeinsam aus der Corona-Krise lernen, ist noch nicht entschieden. Wir stehen zu Ihrer Unterstützung bereit, freuen uns auf den Austausch und sind jederzeit für Sie ansprechbar.