Auswirkungen einer Grüngasquote auf private Haushalte

Auftraggeber

European Climate Foundation, Caritas

Jahr

2026


Wie stark belastet eine Grüngasquote (GGQ) Haushalte in Deutschland? In einer Kurzstudie für die European Climate Foundation und Caritas untersuchte Prognos, wie sich eine zehnprozentige Grüngasquote im Jahr 2029 auf die monatlichen Wärmekosten auswirkt.

Mehrkosten steigen für alle Einkommensgruppen

Die Analyse zeigt: Die Mehrkosten steigen über alle Einkommensgruppen hinweg, treffen einkommensschwache Haushalte jedoch spürbar stärker. 

Das sind die Kernergebnisse:

  • Haushalte mit geringem Einkommen tragen relativ die größte zusätzliche Belastung durch eine zehnprozentige Grüngasquote. Im untersten Einkommenssegment steigen die monatlichen Wärmekosten im Jahr 2029 um mehr als 8 Euro; im Durchschnitt aller Haushalte betragen die Mehrkosten 14,4 Euro pro Monat.
  • Die jährlichen Mehrkosten variieren stark nach Einkommenslage.
  • Einkommensschwächere Haushalte könnten mit bis zu 100 Euro zusätzlichen Kosten belastet werden. Im Mittel über alle Haushalte betragen sie rund 173 Euro pro Jahr. Grund dafür sind Unterschiede bei Wohnsituation und Wärmeverbrauch.
  • Gebäude mit besonders schlechten Effizienzklassen können einen bis zu doppelt so hohen Wärmebedarf aufweisen und die Effekte noch verstärken. Sanierungen bieten hier beträchtliches Einsparpotenzial: In vielen Fällen ließen sich bis zu 50 Prozent der Energie einsparen.

Die Analyse zeigt, dass eine Grüngasquote für Endverbraucherinnen und -verbraucher zwar vergleichsweise einfach handhabbar ist und technologische Optionen offenlässt. Gleichzeitig geht sie aber mit deutlichen Nachteilen einher: Hohe Investitionen in wasserstofftaugliche Infrastrukturen wären erforderlich, und sowohl Biomethan als auch grüner Wasserstoff stehen künftig nur begrenzt oder schwer skalierbar zur Verfügung. Zudem fallen die Gesamtkosten für Haushalte höher aus als bei einer Elektrifizierung des Wärmesektors, etwa durch den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen.

Unsere Vorgehensweise

Die Analyse basiert auf sozioökonomischen Daten (EVS 2018) sowie Modellierungen zu Energiepreisen, CO2-Bepreisung (BEHG/ETS II) und erneuerbaren Gasen.

Zentrale Annahmen waren:

  • Ein Grüngasanteil von zehn Prozent (50 Prozent Biomethan, 50 Prozent Wasserstoff)
  • Ein moderater Anstieg der Netzentgelte bis 2045 (ca. Faktor 3)
  • Steigende Biomethan- und Wasserstoffpreise für Speicher- und Infrastrukturkosten

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der Caritas-Webseite

Projektteam: Dominik Rau, Nils Thamling, Hans Dambeck

Stand: 27.02.2026

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