Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)
2026
INFRAS, Zoï Environment Network
Wie sieht die Schweiz der Zukunft aus? Wohlfahrtsstaat in einer gerechten Welt oder Energiefresser der Festung Europa? Wir untersuchten anhand von fünf Szenarien für die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), wie sich verschiedene politische und gesellschaftliche Entwicklungen auf die Treibhausgasemissionen bis 2100 auswirken.
Die Modellierungen zeigen deutlich, wie stark sich unterschiedliche Rahmenbedingungen auf Energieverbrauch und Emissionen auswirken:
Die Entscheidungen darüber, wie der Klimawandel unsere Welt verändern wird, treffen wir bereits heute. Aber welche Annahmen über die Zukunft legen wir dabei zugrunde?
Die hier genutzten Szenarien hat die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) konzeptionell in Anlehnung an die europäischen Shared Socioeconomic Pathways (SSP) erarbeitet.
Prognos berechnete darauf aufbauend zusammen mit INFRAS die Treibhausgasemissionen. Dabei berücksichtigten wir die Emissionen:
Außerdem untersuchten wir die Auswirkungen auf die Landnutzung und schätzten die Wirkung unterschiedlicher wirtschafts- und umweltpolitischer Entscheidungen ab. Zoï Environment Network unterstützte die Aufbereitung und Kommunikation der Ergebnisse.
Diese Aspekte haben dem Auftraggeber in diesem Projekt besonders geholfen:
Zur Studie: Treibhausgasemissionen in den Szenarien (PDF)
Überblick und alle Ergebnisse (Webseite WSL)
Mehr Informationen zum Projekt (Webseite NCCS)
Projektteam: Dr. Andreas Kemmler, Dr. Almut Kirchner, Sven Kreidelmeyer, Dr. Fabian Muralter, Dr. Alexander Piégsa, Minh Phuong Vu
Stand: 05.05.2026
Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben gezeigt, wie sehr der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase auch von gesellschaftlichen Einflussfaktoren abhängt – die auf den ersten Blick gar nichts mit Energie zu tun haben. Die Modellierung verschiedener sozialer, politischer und wirtschaftlicher Entwicklungsrichtungen kann der Politik deshalb dabei helfen, Risiken zu erkennen und langfristige strategische Entscheidungen zu treffen.
Im Mittelpunkt unserer Studie stehen explorative Szenarien, die keine Prognosen liefern, sondern in Form von „Wenn‑Dann‑Zusammenhängen“ eine Bandbreite plausibler Zukünfte abbilden.
Dem Projekt liegen folgende sozioökonomische Entwicklungspfade (SSP) zugrunde, die von der Schweizer Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) ausdifferenziert wurden:
1. Genügsame Schweiz: In diesem Szenario hat das Gemeinwohl einen hohen Stellenwert in der Schweizer Bevölkerung. Auch das Vertrauen in politische Institutionen ist hoch. Die Bevölkerung wählt bewusst ein tiefes Konsumniveau. Der finanzielle Lebensstandard nimmt ab. Einkommen und Vermögen sind in der Gesellschaft ausgeglichen verteilt. Regionale Zentren und Stadtquartiere bieten eine gute regionale Grundversorgung. Der Selbstversorgungsgrad bezüglich Energie und Lebensmitteln ist hoch.
2. Effiziente-Schweiz: In diesem Szenario ist die Schweiz stark technisiert und hat sich zu einer effizienten Kreislaufwirtschaft mit hoher internationaler Einbindung entwickelt. Die Bevölkerung profitiert von der Wertschöpfung einer wachsenden Wirtschaft. Stete Zuwanderung führt zu stark verdichteten Städten. Der Flächenverbrauch steigt moderat, das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung ist sehr hoch. Die Versorgung mit erneuerbaren Energien ist gesichert, zum großen Teil inländisch, teils importiert.
3. Konfliktreiche Schweiz: In diesem Szenario erlebt die Schweiz politische Polarisierung, Korruption und Wohlstandsverlust. Investitionen und Innovation gehen zurück und die Wirtschaft schrumpft. Arbeitslosigkeit und Emigration steigen, Unternehmen schließen oder wandern ab. Der Sozialstaat wird abgebaut. Internationale Beziehungen sind stark reduziert, die Schweiz ist zunehmend isoliert.
4. Ungleiche Schweiz: In diesem Szenario ist die Schweizer Gesellschaft gespalten. Eine Elite dominiert das wirtschaftliche und politische Geschehen. Diese ist international gut vernetzt und pflegt einen ressourcenintensiven Lebensstil. Aufgrund produktivitätssteigernder Technologien wächst die Wirtschaft bis ans Ende des Jahr-hunderts. Von den daraus resultierenden Produktivitätsgewinnen profitiert hauptsächlich die Elite, während für den Mittelstand zunehmend Erwerbsmöglichkeiten wegfallen oder sich in den Niedriglohnsektor verlagern.
5. Ressourcenintensive Schweiz: In diesem Szenario verzeichnet die Schweiz starkes Wirtschaftswachstum und hohe Immigration. Der zunehmende Verbrauch fossiler Energien, kombiniert mit ressourcenintensiven Lebensstilen, belastet die Umwelt stark. Gegen Ende des Jahrhunderts führen steigende Ressourcenpreise und die Kosten der Umweltdegradation zu sinkender Wirtschaftsleistung und Wohlstandsverlust.
Alle im Projekt untersuchten Szenarien sind explorativ. Sie beschreiben keine Zielpfade und weisen keine Eintrittswahrscheinlichkeiten zu. Die Modellierungen über einen Zeitraum bis 2100 sind mit Unsicherheiten verbunden, ermöglichen aber eine systematische und vergleichbare Betrachtung sehr unterschiedlicher, in sich konsistenter Zukünfte. Eine detaillierte Darstellung der Annahmen und Ergebnisse findet sich im technischen Bericht Treibhausgasemissionen unter verschiedenen sozioökonomischen und klimapolitischen Szenarien für die Schweiz.
Prinzipal
Partnerin, Direktorin
Prognos prüft und bewertet Maßnahmen, die Bahnhöfe, Reisende und Bahnhofsbeschäftigte vor den Folgen des Klimawandels schützen können.
Die CCRI fokussiert die Umsetzung einer Circular Economy in europäischen Städten und Regionen. Prognos begleitet die Initiative als Projektpartner im dazugehörigen Coordination and Support Office.
Prognos unterstützt das nordrhein-westfälische Umweltministerium bei der Organisation, Durchführung und Etablierung der weltweit ersten Fachausstellung für die Klimaanpassungswirtschaft.
Schon ein einziger Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft 431 Millionen Euro. Unsere Studie für das BMAS untersucht, wie präventiver, klimawandelgerechter Arbeitsschutz helfen kann, die Schäden einzudämmen.
Für den Bundesverband Wärmepumpe (BWP) führte Prognos eine Wirtschaftlichkeitsanalyse geothermischer Wärmepumpen durch.
Für das Umweltbundesamt ermittelt Prognos die Potenziale zur Defossilisierung der thermischen Abfallbehandlung durch den Einsatz ressourcenschonender und energieeffizienter CO₂‑Abscheidungs‑ und Aufbereitungstechniken.
Die Verkehrsprognose liefert die fachliche Grundlage für die strategischen Verkehrsplanung Österreichs. Prognos ist gemeinsam mit seinen Partnern verantwortlich für die Konzeption und Berechnung der Referenzprognose sowie weiterer begleitender Szenarien für den Personen- und Güterverkehr.
Wie wirksam sind die Maßnahmen, die Deutschlands Bundesressorts für das kommende Klimaschutzprogramm vorschlagen? Prognos und seine Partner untersuchten die Plausibilität geplanten Klimaschutzmaßnahmen und analysierten deren Klimawirkung.
Das Netzwerk Klimaanpassung&Unternehmen.NRW (NKU) bietet Austausch, Wissen und Marktinformationen zur Klimaanpassung in Nordrhein-Westfalen. Prognos leitet das Netzwerk gemeinsam mit Partnern.
Das Umweltbundesamt hat Prognos und seine Partner für die Aktualisierung der Klimawirkungs- und Risikoanalyse des Bundes 2028/2029 beauftragt.
Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.