Net-Zero in der Industrie: Das Marktpotenzial von klimaneutraler Prozesswärme

Auftraggeber

Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF)

Jahr

2025


Wenn die Industrie wie geplant bis 2050 CO2-neutral wird, profitieren davon auch der Arbeitsmarkt und die Bruttowertschöpfung in Deutschland bzw. der EU. Das zeigt eine Kurzstudie, die Prognos im Auftrag der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) durchgeführt hat. Untersuchungsgegenstand war die industrielle Prozesswärme, die einen Großteil des industriellen Treibhausgasausstoßes verursacht.

Voraussetzung für diese Marktchancen ist, dass die Klimaziele erreicht werden. Außerdem zeigte die Studie: je ambitionierter der CO2-Absenkungspfad, desto größer das Marktwachstum.

Dynamisches Wachstum in den vergangenen Jahren 

Die Kurzstudie ergab folgende Kennzahlen für den Sektor der grünen Prozesswärme: 

  • Die Anzahl der Beschäftigten wuchs von 2010 bis 2023 um 70 Prozent auf etwa 60.000 Erwerbstätige.
  • Die Bruttowertschöpfung stieg 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro an.
  • Beide Kennzahlen entwickelten sich deutlich dynamischer als die Gesamtwirtschaft, aber auch als die GreenTech-Branche insgesamt.
  • Den größten Anteil daran hatten die Installations-/Beratungsleistungen und industrielle Wärmepumpen, die innerhalb der grünen Prozesswärmetechnologien auch das wichtigste deutsche Exportgut waren.

Je ambitionierter die Ziele, desto größer das Wachstum 

Unter der Annahme, dass Deutschland und die EU ihre Klimaziele für 2030 und 2050 einhalten, prognostiziert die Studie folgende Wachstumsraten:

  • In Deutschland könnte das Marktvolumen der treibhausgasneutralen Prozesswärme bis 2030 potenziell um den Faktor 5 wachsen, bis 2050 um den Faktor 18.
  • Die Zahl der Beschäftigen könnte in Deutschland bis 2030 auf 270.000 steigen, bis 2050 auf mehr als eine Million.
  • Bei der Bruttowertschöpfung ist bis 2030 ein Wachstum auf 25 Milliarden Euro, bis 2050 auf 91 Milliarden Euro möglich.
  • Auf EU-Ebene könnte das Marktvolumen bis 2030 um den Faktor 10, bis 2050 um den Faktor 22 wachsen.

Unsere Vorgehensweise

Zur Berechnung der Kennzahlen nutzten wir das von Prognos entwickelte envigos-Modell für GreenTech-Märkte. 

Folgende Leitfragen lagen unserer Untersuchung zugrunde:

  • Wie hoch ist das aktuelle Marktvolumen (Bruttowertschöpfung, Erwerbstätige) in Deutschland der Technologien für klimaneutrale industrielle Prozesswärme?
  • Wie hoch ist deren aktuelle ökonomische Relevanz im Vergleich zu anderen Transformationsbereichen und zur Gesamtwirtschaft in Deutschland?
  • Welchen globalen Marktanteil haben deutsche bzw. europäische Unternehmen derzeit an diesen Technologien und wer exportiert wie viel an wen?
  • Wie entwickelt sich das Marktvolumen (Bruttowertschöpfung, Erwerbstätige) dieser Technologien im Falle der Klimazielerreichung Deutschlands 2030 bzw. 2050?

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Zur Pressemitteilung der DENEFF

Projektteam: Philipp Hutzenthaler, Dr. Kirsten Kubin, Jannis Lambert, Dr. Alexander Piégsa, Friedrich Seefeldt

Stand: 13.08.2025

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Philipp Hutzenthaler

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Senior Experte Modelle & Industrie

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