Arbeitsschutz im Klimawandel

Auftraggeber

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Jahr

2026


Schon ein einziger Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft 431 Millionen Euro. Unsere Studie für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) untersucht, wie präventiver, klimawandelgerechter Arbeitsschutz helfen kann, die Schäden einzudämmen.

Was bedeutet ein einzelner Hitzetag für die Wirtschaft?

Unsere Analyse macht sichtbar, wie tiefgreifend Hitze in den betrieblichen Alltag eingreift. Ein Tag mit Temperaturen ab 30 Grad Celsius verursacht:

  • direkte Kosten: 431 Millionen Euro pro Hitzetag  
    • davon 97 Prozent durch Produktivitätsverluste
    • 13 Millionen Euro durch Arbeitsausfälle und Arbeitsunfälle
  • gesundheitliche Belastung: 76.500 Fehltage durch hitzeinduzierte Krankheiten und Unfälle pro Hitzetag

Hitze wirkt dabei vor allem als „stiller“ Produktivitätsfaktor: Die meisten Beschäftigten arbeiten weiter – aber weniger effizient.

Besonders betroffen sind Arbeitsbereiche mit hoher körperlicher Belastung oder Tätigkeiten im Freien:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Baugewerbe
  • verarbeitendes Gewerbe
  • Verkehr und Lagerei

Die Berechnung lässt weitere potenzielle Belastungen unberücksichtigt, etwa Extremjahre und Hitzewellen oder langfristige gesundheitliche Folgen. Die wahren Kosten dürften also höher liegen.

Zusätzliche Belastungen bis 2060

Auf Basis der Klimaprojektionen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kommen künftig nach dem RCP8.5-Szenario jährlich hinzu:

  • 5 bis 10 zusätzliche Hitzetage (2031-2060)
  • 2,1 bis 4,5 Milliarden Euro direkte jährliche Kosten für Unternehmen
  • zusätzliche 4,2 bis 9 Milliarden Euro jährlich für indirekte Kosten
  • Süddeutschland ist dabei besonders betroffen: Bayern und Baden-Württemberg hätten bis zu 700 Millionen Euro zusätzliche Kosten pro Jahr

Klimaanpassung im Arbeitsschutz muss also regional differenziert gestaltet werden – eine „One-size-fits-all“-Lösung gibt es nicht.

Die Ergebnisse zeigen klar: Arbeitsschutz ist ein strategischer Hebel der Klimaanpassung – und ein wirtschaftlicher Imperativ. Jeder investierte Euro in präventiven, klimawandelgerechten Arbeitsschutz hilft, künftig Milliardenschäden zu vermeiden.

Unsere Vorgehensweise

Unsere Untersuchung quantifiziert erstmals systematisch die hitzebedingten Kosten für Unternehmen in Deutschland.

Berücksichtigt wurden:

  • drei zentrale Wirkungskanäle (Produktivität, Arbeitsausfälle, Unfälle)
  • Klimaprojektionen des DWD im RCP8.5-Szenario
  • regionale Unterschiede nach Bundesländern
  • branchenspezifische Belastungen
  • indirekte volkswirtschaftliche Effekte mittels Input-Output-Modellierung

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der BMAS-Webseite

Projektteam: Oliver Lühr, Sina Rühland, Lukas Sander, Paulin Zahn

Stand: 21.04.2026 

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Ihr Kontakt bei Prognos

Lukas Sander

Senior Projektleiter | Themenleitung Klimafolgen und -anpassung

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Oliver Lühr

Partner, Bereichsleitung Umwelt-, Kreislaufwirtschaft & Klimawandel

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