Bedarf und Wirkung von möbliertem Wohnen auf Zeit

Auftraggeber

Wunderflats GmbH

Jahr

2026


In den größten Städten Deutschlands machen möblierte und/oder befristet vermietete Wohnungen inzwischen bis zu 35 Prozent aller Wohnungsinserate aus. Möbliertes Wohnen auf Zeit (MWAZ) rückt damit stärker in den Fokus der Wohnungspolitik – oft begleitet von der Sorge, dieses Segment entziehe dem regulären Mietmarkt dringend benötigten Wohnraum. 

Unsere Studie im Auftrag von Wunderflats fokussiert sich erstmals auf die Nachfrageseite. Wir untersuchten, wer diese Wohnform wirklich braucht, wie groß und dynamisch die Nachfrage ist und welchen wirtschaftlichen Beitrag sie vor Ort leistet. 

Wer MWAZ wirklich braucht – und warum der Bedarf weiter wächst

  • Es existiert ein spezifischer Bedarf für die Wohnform: Von rund 216.000 analysierten Wunderflats-Interessentinnen und -Interessenten haben über 80 Prozent einen spezifischen Bedarf – vor allem Projekt- und Wissensarbeitende, mobile Fachkräfte sowie internationale Studierende und Auszubildende. 
  • MWAZ ist für bestimmte Personengruppen oft unverzichtbar: Für fast die Hälfte der arbeitsmarktrelevanten Gruppen ist die angefragte MWAZ-Unterkunft Voraussetzung für den Antritt ihres Vorhabens.
  • Die Nachfrage ist eng mit qualifizierter Erwerbstätigkeit verknüpft: Unter den Wunderflats-Interessentinnen und -Interessenten sind Berufe mit Fachkräfteengpässen rund 1,4-mal so häufig vertreten wie im bundesweiten Durchschnitt, ebenso liegt das Einkommensniveau der Zielgruppe mit rund 5.400 Euro mehr als ein Drittel über dem bundesweiten Median.
  • Fehlende Angebote können zu erheblichen, schwer schließbaren Wertschöpfungslücken führen: Die potenzielle Wertschöpfungslücke durch Verzögerung oder Nicht-Antritt beziffert sich auf rund 13.600 Euro pro Betroffene und insgesamt über 213 Millionen Euro (Berlin) bzw. rund 995 Millionen Euro (Deutschland). Auf ein Jahr gesehen beläuft sich die Wertschöpfung für die Gruppe, die ohne MWAZ ihr Vorhaben vollständig aufgibt, auf knapp 65.000 Euro pro Betroffene und insgesamt rund 777 Millionen Euro (Berlin) bzw. rund 3,6 Milliarden Euro (Deutschland).
  • Begrenzungen von MWAZ auf drei oder sechs Monate könnten Aufenthalte vieler Fachkräfte verkürzen: Über 20 Prozent würden ihren Arbeitsaufenthalt verkürzen oder gar nicht antreten. Bei einer Befristung auf drei Monate beziffern sich die Wertschöpfungslücken auf gut 48.000 Euro pro Betroffenen und insgesamt fast 260 Millionen Euro (Berlin) bzw. rund 1,2 Milliarden Euro (Deutschland).  
  • Die Gruppen mit spezifischem Bedarf an MWAZ wachsen stark überdurchschnittlich: Seit 2012 haben sich die befristete Zuwanderung von Erwerbstätigen und die Zahl an Studierenden von außerhalb der EU um den Faktor sechs bzw. zwei erhöht – beides Gruppen mit hohem MWAZ-Bedarf.  

Unsere Vorgehensweise

Prognos analysierte die Nachfrage konsequent aus der Perspektive der potenziellen Nutzerinnen und Nutzer, unabhängig von den Angebotssegmenten. Im Mittelpunkt stand ein Persona-Ansatz, der verschiedene Mobilitäts- und Bedarfsmuster aufzeigt.

Die Analyse basierte auf:  

  • der Auswertung der Umfrage von rund 216.000 MWAZ-Interessentinnen und -Interessenten 
  • der Ermittlung spezifischer Bedarfe anhand von sieben Personas
  • einer ergänzenden Umfrage mit über 1.800 Interessentinnen und Interessenten
  • der Ableitung von Wertschöpfungslücken am Zielort durch Szenarien

Unsere Stärken in diesem Projekt

  • Verdeutlichung von politischer Komplexität mithilfe eines strukturierten Persona-Ansatzes
  • Erstellung individueller Umfrage-Keys für das anonyme Matching von über 300.000 potenziellen Interessentinnen und Interessenten und damit die Schaffung einer neuen Datengrundlage
  • Ermittlung von Bedarfen durch eine mehrstufige Umfrage, deren Aufbau gezielt sozial erwünschtes Antwortverhalten minimiert
  • Merkmalgestützte Hochrechnung der Umfrageergebnisse auf die Grundgesamtheit mittels bedingter Übergangswahrscheinlichkeiten, abgesichert durch stratifiziertes Bootstrapping mit Konfidenzintervallen
  • KI-gestützte Strukturierung der Daten und Verknüpfung mit amtlichen Klassifikationssystemen als Grundlage für belastbare statistische Auswertungen
  • Einordnung der Ergebnisse anhand amtlicher Statistiken (u. a. Fachkräfteengpassanalyse, Verdiensterhebung)
  • Übersetzung komplexer wohnungspolitischer Fragestellungen in quantifizierte, nachvollziehbare Szenarien mit konkreten volkswirtschaftlichen Kenngrößen
  • Datengestützte Marktgrößenschätzung über ein Multi-Plattform-Abdeckungsmodell mit Sensitivitätsanalyse zur Einordnung der eigenen Marktposition

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Zur Pressemittteilung

Weitere Informationen auf der Webseite von Wunderflats

Projektteam: Sören Mohr, Max Schall, Dr. Jan Trenczek

Stand: 13.04.2026  

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Jan Trenczek

Senior Projektleiter, Leitung Corporate Services

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Entwicklung einer Transformationsstrategie im Landkreis Görlitz

2026
| Projekt

Strukturwandel braucht Orientierung, Austausch und einen klaren Kompass: Im Auftrag des Landkreises Görlitz entwickelte Prognos eine Transformationsstrategie mit, die ein Wegweiser für den langfristigen Strukturwandel ist.

Masterplan für die Region Chemnitz/Südwestsachsen

laufend
| Projekt

Die Region Chemnitz/Südwestsachsen steht vor einem tiefgreifenden Struktur- und Transformationsprozess. Prognos unterstützt bei der Entwicklung eines Masterplans.

Erneuerbare Energien in Hamburg

laufend
| Projekt

Für die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur untersuchen wir die wirtschaftliche Lage und Entwicklungspotenziale von Windkraft, Solar und Co. mit Sonderfokus auf Wasserstoff in der Stadt und Metropolregion Hamburg.

Wirtschaftliche Effekte der Messe Friedrichshafen

2026
| Projekt

In unserer Studie im Auftrag der Messe Friedrichshafen untersuchten wir, was ein durchschnittliches Messejahr an wirtschaftlichen Effekten in der Region und darüber hinaus auslöst.

Studienreihe „Messewirtschaft im Blick“

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Messen die regionale und gesamtdeutsche Wirtschaft? Das zeigt unsere Studienreihe im Auftrag des AUMA und einzelner Messestandorte.

Bewertung von Förderinstrumenten für Wohneigentum

2026
| Projekt

Wie können steuerliche Förderinstrumente den angespannten Wohnungsmarkt entlasten? Prognos hat im Auftrag der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle drei Maßnahmen zur Förderung selbstgenutzten Wohneigentums auf ihre Wirksamkeit untersucht.

Bedeutung und Potenziale des IT-Sektors in der Region Stuttgart

2025
| Projekt

Die Region Stuttgart hat sich zu einem der führenden IT-Standorte Deutschlands entwickelt. Prognos analysierte, wie die IT-Wirtschaft hier als Treiber des wirtschaftlichen Wandels wirkt.

Kommunale Wärmeplanung der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow

2025
| Projekt

Nachhaltige Wärmeversorgung in ländlichen Gebieten: Zusammen mit unseren Partnern erstellten wir die Wärmestrategie für das brandenburgische Blankenfelde-Mahlow.

Brandenburg in Bewegung – 35 Jahre Einheit

2025
| Projekt

Der Standort Brandenburg hat sich seit der Deutschen Einheit und Neugründung des Landes wirtschaftlich sehr positiv entwickelt. Unsere Studie zeigt, wo Brandenburg jetzt steht und zeichnet die Entwicklung nach.

Zukunftsbilder SüdOstNiedersachsen: Vielfalt der Transformationspfade

2025
| Projektabschluss

Die entwickelten Zukunftsbilder zeigen verschiedene Wege, die Herausforderungen des automobilen Wandels in SüdOstNiedersachsen zu bewältigen.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren