GKV-Spitzenverband
2026
HeuRika
Telepflege beschreibt den Einsatz digitaler Technologien in der pflegerischen Versorgung – von videogestützter Beratung über Überwachung und Dokumentation bis hin zu Datenaustausch und digitalen Schulungen – und kann zusätzlich durch technische Assistenzsysteme oder Robotik erweitert werden. Telepflege verspricht mehr Zeit, mehr Sicherheit, mehr Miteinander. Aber kann sie im Alltag beruflich Pflegende oder Pflegebedürftige und Angehörige tatsächlich entlasten?
Der GKV-Spitzenverband wurde vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt, ein Modellprogramm zur wissenschaftlich begleiteten Erprobung von Telepflege umzusetzen, um die pflegerische Versorgung zu verbessern. Ziel des Programms war es, verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Telepflege zu untersuchen und zu bewerten.
Prognos wurde mit der Evaluation dieses Modellprogramms beauftragt. Im Fokus standen die Praktikabilität und der Nutzen für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sowie die Auswirkungen auf die Arbeit beruflich Pflegender in der Langzeitpflege (ambulant, stationär, teilstationär). Zudem sollte das Potenzial telepflegerischer Anwendungen in der Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften als auch und mit anderen Fachkräften im Gesundheitswesen beleuchtet werden.
Prognos hat über einen Zeitraum von 15 Monaten zwölf geförderte Projekte evaluiert, um sowohl die Praktikabilität und die technischen Voraussetzungen von Telepflege als auch ihren Nutzen in der Versorgung zu bewerten.
Insgesamt nahmen 23 Pflegeeinrichtungen am Modellprogramm teil. Rund 150 Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Auszubildende aus diesen Einrichtungen erprobten den Einsatz von Videokommunikation gemeinsam mit Pflegebedürftigen, deren Angehörigen oder weiteren Leistungserbringern (in verschiedenen Rollen und in unterschiedlichen Settings).
Die Evaluation zeigt:
Die Ergebnisse zeigen: Videokommunikation ist kein Selbstzweck. Sie bringt vor allem dort Vorteile, wo persönliche Präsenz schwer möglich oder ineffizient ist. Für eine erfolgreiche Einführung brauchen Pflegeeinrichtungen klar definierte Zielgruppen, durchdachte Abläufe, passende Geräte und eine stabile Internetverbindung. Außerdem sollten Finanzierungsmodelle, besonders für interprofessionelle Anwendungen, weiterentwickelt werden.
Prognos hat gemeinsam mit HeuRika das Modellprogramm formativ und explorativ begleitet. Die Evaluation stützte sich auf sechs Bereiche: Rahmenbedingungen, Nutzen, Praktikabilität, technische Umsetzung und Übertragbarkeit. Das Mixed-Methods-Design kombinierte quantitative und qualitative Ansätze. Durch die enge Verknüpfung der Methoden ließen sich sowohl projektspezifische Erkenntnisse als auch übergreifende Muster herausarbeiten.
Zum Abschlussbesicht (PDF)
Weitere Informationen auf der GKV-Webseite
Projektteam: Marcel Etter, Charlotte Lederer, Laura Sulzer
Stand: 16.09.2026
Senior Projektleiterin
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