Evaluation von Telepflege (Modellprogramm nach § 125a SGB XI)

Auftraggeber

GKV-Spitzenverband

Jahr

2026

Partner

HeuRika

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Telepflege beschreibt den Einsatz digitaler Technologien in der pflegerischen Versorgung – von videogestützter Beratung über Überwachung und Dokumentation bis hin zu Datenaustausch und digitalen Schulungen – und kann zusätzlich durch technische Assistenzsysteme oder Robotik erweitert werden. Telepflege verspricht mehr Zeit, mehr Sicherheit, mehr Miteinander. Aber kann sie im Alltag beruflich Pflegende oder Pflegebedürftige und Angehörige tatsächlich entlasten?

Wie kann Videokommunikation die pflegerische Versorgung stärken?

Der GKV-Spitzenverband wurde vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt, ein Modellprogramm zur wissenschaftlich begleiteten Erprobung von Telepflege umzusetzen, um die pflegerische Versorgung zu verbessern. Ziel des Programms war es, verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Telepflege zu untersuchen und zu bewerten.

Prognos wurde mit der Evaluation dieses Modellprogramms beauftragt. Im Fokus standen die Praktikabilität und der Nutzen für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen sowie die Auswirkungen auf die Arbeit beruflich Pflegender in der Langzeitpflege (ambulant, stationär, teilstationär). Zudem sollte das Potenzial telepflegerischer Anwendungen in der Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften als auch und mit anderen Fachkräften im Gesundheitswesen beleuchtet werden.

Prognos hat über einen Zeitraum von 15 Monaten zwölf geförderte Projekte evaluiert, um sowohl die Praktikabilität und die technischen Voraussetzungen von Telepflege als auch ihren Nutzen in der Versorgung zu bewerten.

Zentrale Ergebnisse der Evaluation

Insgesamt nahmen 23 Pflegeeinrichtungen am Modellprogramm teil. Rund 150 Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Auszubildende aus diesen Einrichtungen erprobten den Einsatz von Videokommunikation gemeinsam mit Pflegebedürftigen, deren Angehörigen oder weiteren Leistungserbringern (in verschiedenen Rollen und in unterschiedlichen Settings).

Die Evaluation zeigt:

  • Videokommunikation eignet sich gut für den direkten Austausch über räumliche Distanz, wie beispielsweise bei Beratungsgesprächen zu Hause oder interdisziplinären Fallbesprechungen. 
  • Besonders praktikabel ist sie für Pflegebedürftige und Angehörige, wenn zeitliche Flexibilität gefragt ist oder lange Wege ins Gewicht fallen, etwa in ländlichen Gebieten oder bei berufstätigen Angehörigen. 
  • Im professionellen Austausch kann Videokommunikation die Effizienz steigern: Entscheidungen fallen schneller, Wissen fließt direkter, und Fahrten entfallen. 
  • Technische Hürden – instabile Internetverbindungen, ungeeignete Hardware oder fehlende Software-Integration – erschwerten in allen Projekten die Umsetzung.
  • Elf von zwölf Projekten schlossen die Erprobung erfolgreich ab; neun planen eine Weiterführung. Allerdings bremsen hohe Lizenzkosten, fehlende Abrechnungsmöglichkeiten und mangelndes Interesse externer Partner.

Handlungsempfehlungen für die Pflegepraxis

Die Ergebnisse zeigen: Videokommunikation ist kein Selbstzweck. Sie bringt vor allem dort Vorteile, wo persönliche Präsenz schwer möglich oder ineffizient ist. Für eine erfolgreiche Einführung brauchen Pflegeeinrichtungen klar definierte Zielgruppen, durchdachte Abläufe, passende Geräte und eine stabile Internetverbindung. Außerdem sollten Finanzierungsmodelle, besonders für interprofessionelle Anwendungen, weiterentwickelt werden. 

Unsere Vorgehensweise

Prognos hat gemeinsam mit HeuRika das Modellprogramm formativ und explorativ begleitet. Die Evaluation stützte sich auf sechs Bereiche: Rahmenbedingungen, Nutzen, Praktikabilität, technische Umsetzung und Übertragbarkeit. Das Mixed-Methods-Design kombinierte quantitative und qualitative Ansätze. Durch die enge Verknüpfung der Methoden ließen sich sowohl projektspezifische Erkenntnisse als auch übergreifende Muster herausarbeiten.

Links und Downloads

Zum Abschlussbesicht (PDF)

Weitere Informationen auf der GKV-Webseite

Projektteam: Marcel Etter, Charlotte Lederer, Laura Sulzer

Stand: 16.09.2026

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Ihr Kontakt bei Prognos

Laura Sulzer

Senior Projektleiterin

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