Batteriebrände in Entsorgungs- und Recyclinganlagen

Auftraggeber

ASA, BDE, bvse, CMA, VKU

Jahr

2026

Partner

Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management GmbH, u&i GmbH

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Smartphones, elektrische Zahnbürsten, Akku-Bohrer: Lithium-Ionen-Batterien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig führen sie zu einer wachsenden Herausforderung für die Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft. Denn: Falsch entsorgte Batterien gelangen in Abfallströme, für die sie nicht vorgesehen sind, werden dort mechanisch beschädigt und können Brände auslösen.

Im Auftrag von fünf Branchenverbänden haben INFA, u&i und Prognos auf Grundlage einer Verbändeumfrage den aktuellen Stand zu Batteriebränden in der Entsorgungsbranche untersucht. Prognos hat analysiert, welche wirtschaftlichen Folgen durch die Brände entstehen und welche Maßnahmen zur Risikominderung beitragen können.

Zahl der Brände hat sich nahezu verdreifacht

Das sind die zentralen Erkenntnisse der Studie:

  • Die Zahl der gemeldeten gefährlichen Hotspot-Ereignisse stieg von 1.202 im Jahr 2021 auf 2.992 im Jahr 2025.
  • Die Zahl der gemeldeten Brände erhöhte sich im selben Zeitraum von 729 auf 2.028.
  • Damit haben sich die Hotspot-Ereignisse rund zweieinhalbfacht und die Brände nahezu verdreifacht.
  • Im Jahr 2025 waren 62 Prozent der befragten Anlagen von Bränden betroffen.
  • Besonders häufig meldeten Sortier- und Behandlungsanlagen für Leichtverpackungen, Restabfälle und Gewerbeabfälle entsprechende Ereignisse.

Sowohl bei den gesicherten als auch bei den wahrscheinlichen Brandursachen nannten die Anlagenbetreiber Lithium-Ionen-Batterien mit Abstand am häufigsten. Bei den wahrscheinlichen Brandursachen lag ihr Anteil 2025 bei mehr als 90 Prozent. Das konkret auslösende Produkt ließ sich allerdings in 71 Prozent der entsprechenden Angaben nicht identifizieren. Unter den erkannten Produkten wurden E-Zigaretten am häufigsten genannt.

Die Zahlen zeigen auch, dass die Brandereignisse erhebliche wirtschaftliche Folgen verursachen: Für die in der Erhebung berücksichtigten Anlagen summieren sich die erfassten Schäden im Zeitraum 2021 bis 2025 auf rund 250 bis knapp 400 Millionen Euro. Auf   Brandereignisse mit Lithium-Ionen-Batterien als wahrscheinliche Brandursache entfallen dabei rund 80 Prozent der erfassten Brandschäden.

Berücksichtigt wurden dabei unter anderem Schäden an Gebäuden und Anlagen, Betriebsunterbrechungen, Kosten für Schadensbeseitigung sowie Folgeeffekte entlang der Wertschöpfungskette. Zugleich berichten viele Unternehmen von steigenden Versicherungsprämien, höheren Selbstbeteiligungen und zunehmenden Schwierigkeiten beim Abschluss von Feuerversicherungen.

Prävention von Bränden muss entlang der gesamten Kette ansetzen

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass einzelne technische Maßnahmen nicht ausreichen, um Brände zu verhindern. Notwendig ist ein abgestimmtes Bündel aus kurz- und langfristig wirkenden Instrumenten:

  • Technische und organisatorische Maßnahmen: Brandfrüherkennung, Löschtechnik, angepasste Lagerkonzepte, geschultes Personal und betriebliche Notfallabläufe können Schäden unmittelbar begrenzen.
  • Bessere Rücknahme und Erfassung: Niedrigschwellige Rückgabemöglichkeiten können dazu beitragen, falsche Entsorgung zu reduzieren.
  • Information und Kennzeichnung: Verbraucherinnen und Verbraucher müssen batteriehaltige Produkte und den richtigen Entsorgungsweg erkennen können.
  • Produktbezogene Vorgaben: Eine bessere Entnehmbarkeit von Batterien könnte ihre getrennte Erfassung erleichtern.

Unsere Vorgehensweise

Die Studie basiert auf einer anonymen Befragung von 181 Anlagen aus allen deutschen Bundesländern. Die Angaben beziehen sich auf die Jahre 2021 bis 2025. Ergänzend wurden nationale und internationale Studien ausgewertet, Ursachen- und Wirkungszusammenhänge analysiert, volkswirtschaftliche Schäden abgeschätzt und qualitative Entwicklungsszenarien bis 2030 entworfen. 

Unsere Stärken in diesem Projekt

Diese Aspekte haben dem Auftraggeber in diesem Projekt besonders geholfen:

  • Systematisierung von Kostendimensionen 
  • Übersetzung von Umfragedaten in monetäre Schadenskennzahlen
  • Berücksichtigung indirekter Folgeeffekte in der nachgelagerten Wertschöpfungskette
  • praxisnaher Mix aus zielgruppengerechter Nachvollziehbarkeit und angemessener Komplexität 

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Projektteam: Yanik Moldt, Dr. Jan Trenczek

Stand: 14.10.2026

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Ihr Kontakt bei Prognos

Yanik Moldt

Projektleiter

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Dr. Jan Trenczek

Senior Projektleiter, Leitung Corporate Services

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