Bauherren-Schutzbund e.V.
2026
Seit der Zinswende ist die Zahl der Bauträgerinsolvenzen deutlich gestiegen. Dabei trifft es zunehmend größere Unternehmen. Die Folgen reichen über einzelne Bauvorhaben hinaus und können den Wohnungsbau vor Ort bremsen. Das zeigt unsere Analyse im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. Sie untersucht 1.606 Insolvenzen von Unternehmen mit Bauträgertätigkeit zwischen 2018 und August 2026.
Regional ballen sich Bauträgerinsolvenzen vor allem in Metropolen, ihrem Umland und Wachstumsräumen, etwa rund um Berlin und München. Dahinter steckt jedoch kein eigenständiger Großstadteffekt. Bauträgerinsolvenzen folgen vor allem dem allgemeinen regionalen Insolvenzgeschehen. Die zunehmende Größe der Fälle ist dagegen ein bundesweites und kein regionales Phänomen.
Die Folgen werden beim Wohnungsbau sichtbar. Nach einer großen Bauträgerinsolvenz wird im betroffenen Kreis im Folgejahr weniger Wohnfläche fertiggestellt. Im Jahr der Insolvenz und zwei Jahre danach lässt sich kein gesicherter Effekt feststellen. Bei den Baugenehmigungen lässt sich kein Zusammenhang mit den Bauträgerinsolvenzen nachweisen. Das spricht dafür, dass Bauträgerinsolvenzen vor allem laufende Projekte stoppen, statt neue Bauanträge zu verhindern.
Prognos hat Insolvenzdaten von North Data für die Jahre 2018 bis 2026 ausgewertet und Unternehmen mit Bauträgertätigkeit anhand ihrer Unternehmensangaben identifiziert. Für die regionale Analyse wurden 1.105 Insolvenzen in 400 Kreisen und kreisfreien Städten von 2018 bis 2024 untersucht. Regressionsanalysen prüften Zusammenhänge mit regionaler Wirtschaft, Bevölkerung, Wohnungsmarkt und Bautätigkeit. Alternative Modelle und Kontrolltests sicherten die zentralen Befunde ab.
Zur Studie (PDF)
Weitere Informationen auf der Webseite des Bauherren-Schutzbunds e.V.
Projektteam: Renke Janshen, Paula Marliese Kostrzewa, Dr. Andreas Sachs
Stand: 05.11.2026
Senior Projektleiter
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