Europas Clean-Tech-Industrie: Wertschöpfung, Beschäftigung und Fachkräftebedarf

Auftraggeber

European Environment Agency (EEA)

Jahr

2026

Partner

Ramboll Danmark A/S

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Die Studie für die Europäische Umweltagentur zeigt: Die Dynamik der Clean-Tech-Industrie ist hoch – doch qualifizierte Arbeitskräfte werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Net-Zero-Ziele der EU.

Clean-Tech sorgt für Beschäftigungswachstum, Installationskapazitäten fehlen

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Windenergie war 2023 mit rund 273.500 direkten Arbeitsplätzen größter Arbeitgeber.
  • Solarenergie/Photovoltaik folgt mit 227.300 Beschäftigten.
  • Installation bleibt über alle vier Technologien hinweg der arbeitsintensivste und zugleich kapazitätskritischste Bereich.
  • Im Solar-PV- und Wärmepumpenbereich bremsen fehlende Installationskapazitäten den Markthochlauf.
  • Für Wärmepumpen wird bis 2030 ein deutlicher Mangel an qualifizierten Installateurinnen und Installateuren erwartet – trotz wachsender Nachfrage.
  • Europas Abhängigkeit von Vorprodukten, etwa im Solarbereich, verschiebt die Beschäftigung stark auf nachgelagerte Tätigkeiten wie Bau, Installation und Betrieb.

Regionale Unterschiede und demografische Herausforderungen

Die Beschäftigung in den Net-Zero-Technologien verläuft zwischen den Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich, zeigt aber überall demografische Hürden:

  • Deutschland ist zentraler Beschäftigungsknotenpunkt, insbesondere bei Wind und Solar.
  • Süd- und osteuropäische Länder wie Portugal, Spanien, Polen, Litauen, Rumänien und Ungarn verzeichnen besonders starke Zuwächse.
  • In einigen Ländern – etwa Italien – zeigen rückläufige Deployment-Trends bereits heute negative Effekte auf die Arbeitsnachfrage.
  • Frauen sind in allen vier Sektoren stark unterrepräsentiert.
  • Weniger als zehn Prozent der Beschäftigten sind unter 25 Jahre alt.
  • Etwa ein Fünftel ist über 55 Jahre – der Fachkräftebedarf verschärft sich also durch den demografischen Wandel zusätzlich.

Die Analyse zeigt, dass neue Arbeitsplätze nicht automatisch sozial nachhaltige Arbeitsbedingungen garantieren. Viele Tätigkeiten – vor allem im Bau und in der Installation – bieten bislang geringe Jobsicherheit, niedrigere Löhne und begrenzte Weiterbildungsangebote.

Inklusive Arbeitsbedingungen, hohe Qualitätsstandards und der Ausbau von Aus- und Weiterbildung sind für eine erfolgreiche Transformation unverzichtbar.

Unsere Vorgehensweise

Ziel des Projekts war es, zentrale Einflussfaktoren für eine wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Entwicklung von Industrie und Arbeitsmarkt im Kontext der europäischen Net-Zero-Strategie zu identifizieren.

Die Studie kombiniert deshalb quantitative und qualitative Analyseansätze, um die Entwicklung der europäischen Clean-Tech-Industrie umfassend zu untersuchen.

  • Mit dem Prognos-envigos-Modell wurden die Beschäftigungseffekte erneuerbarer Energien quantitativ berechnet.
  • Mit dem Fachkräftemodell analysierte das Projektteam anschließend, wie sich diese Effekte auf Qualifikationsprofile und Engpässe am Arbeitsmarkt auswirken.
  • Anschließend wurden politische Rahmenbedingungen, etwa der Net Zero Industry Act, REPowerEU oder der Clean Industrial Deal untersucht.
  • Fallstudien beleuchten zusätzliche Aspekte wie Jobqualität, regionale Besonderheiten oder Herausforderungen der Fachkräftegewinnung.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der EEA-Webseite

Projektteam: Markus Hoch, Philipp Kreuzer, Jannis Lambert, Robert Norpoth, Richard Simpson

Stand: 09.09.2026

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