Untersuchung von Alternativen zum Gebäudeenergiegesetz

Auftraggeber

EPICO – Energy and Climate Policy and Innovation Council e. V.

Jahr

2026


Wie gelingt ein Gebäudeenergierecht, das Klimaschutzziele verlässlich erreicht – und zugleich gesellschaftliche sowie ökonomische Realität mitdenkt?

Unser Papier für EPICO untersucht mögliche Alternativen zum bestehenden Gebäudeenergiegesetz und bewertet diese wissenschaftlich fundiert.

Wege zu einem wirksamen Gebäudemodernisierungsgesetz

Die Bewertung der ordnungsrechtlichen Optionen zeigt:

  • Der bisherige Paragraf 71 GEG war zwar ambitioniert, was den Klimaschutz angeht, führte aber zu Konflikten in Wahrnehmung, Kommunikation und Umsetzung. 
  • Technologieoffene, vereinfachte Anforderungen besitzen das größte Potenzial, politische Mehrheiten zu ermöglichen, Kosten und Importabhängigkeit zu begrenzen und positive konjunkturelle Effekte auszulösen. Für gleichbleibende Effekte im Klimaschutz sind Grenzen einzuhalten.
  • Anpassungen wie eine Absenkung der 65-Prozent-Regel oder der Fokus auf eine Grüngasquote weisen insgesamt deutliche Nachteile auf. Insbesondere die Grüngasquote liegt in ihrer Gesamtbewertung sogar unter dem Status quo des bestehenden Paragrafen 71. 
  • Keine einzelne der untersuchten ordnungsrechtlichen Maßnahmen ist isoliert ausreichend, um die Klimaschutzziele 2045 zu erreichen. 
  • Eine Absenkung der regulativen Anforderungen ist möglich – aber nur, wenn sie durch hohe, stabile, planbare, sozial ausgewogene finanzielle Anreize flankiert wird. 
  • Ein verlässliches CO2-Preissignal und eine breit wirkende steuerliche Förderung, finanziert aus CO2-Preiseinnahmen, sind zentrale Hebel. Steigende Steuereinnahmen durch konjunkturelle Impulse verbessern zusätzlich die haushaltspolitische Umsetzbarkeit.

Ausgewogener Reformmix schützt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

Das Fazit: Es gibt Alternativen zum bestehenden Gebäudeenergiegesetz. Wenn jedoch Regulierungen abgeschwächt werden, müssen CO2‑Preis, Förderung und steuerliche Anreize umso stärker sein.

Nur ein ausgewogener Ansatz schützt Klimaziele, Wirtschaftskraft und Energieunabhängigkeit gleichermaßen – und sorgt dafür, dass die Transformation zu einem zukunftsfähigen Gebäudesektor als Modernisierungsprojekt gelingt, nicht als Belastung wahrgenommen wird.

Unsere Vorgehensweise

Für das Papier hat das Projektteam bestehende Ideen und Konzepte, die im politischen Raum diskutiert werden, gesammelt. Diese Sammlung wurde danach gefiltert, wie sehr die Vorschläge rein auf einer Änderung des GEG basieren. 

Die betrachteten Maßnahmenvorschläge hat das Projektteam anschließend nach politischer Umsetzbarkeit, Beitrag zum Klimaschutz, Kosten, sozialen Auswirkungen, bürokratischem Aufwand für Haushalte, konjunkturellen Effekte und Grad der Importabhängigkeit in einem Punktesystem bewertet:

  • Einführung einer Grüngasquote für Inverkehrbringer von Gas
  • Absenkung des Prozentsatzes im Paragrafen 71 (unter 65 Prozent)
  • Grenzwert für CO2 oder Primärenergie neuer Heizungsanlagen ohne sonstige Beschränkungen/Vorgaben
  • Punktesystem, bei dem Einsparungen durch Heizungsanlagen, effiziente Gebäudehüllen oder Baumaßnahmen mit geringen grauen Emissionen gleichwertig berücksichtigt werden

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der EPICO-Webseite 

Projektteam: Dominik Rau, Nils Thamling

Stand: 28.01.2026

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Dominik Rau

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