14. Monitoring der Energiewende

Auftraggeber

vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Jahr

2026


Die Energiepreise bleiben weiterhin auf hohem Niveau, der Ausbau der Erneuerbaren ist immer noch abseits des Zielpfads: Das zeigt unser 14. Energiewendemonitoring, das wir im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft erstellt haben. 

Wie jedes Jahr nahmen wir in diesem Monitoring wieder vier Bereiche der Energiewende unter die Lupe, die wir sowohl für Bayern als auch für Deutschland insgesamt untersuchten.

Wie ist der aktuelle Stand der Energiewende?

Das sind die Ergebnisse für 2024 und 2025:

1. Versorgungssicherheit

  • Trotz hoher Belastungen für das Energiesystem blieb die Versorgungssicherheit gewährleistet. 
  • Deutschland zählt damit weiterhin zu den Ländern mit der besten Stromversorgungsqualität.
  • Redispatch-Maßnahmen verhinderten Engpässe – sowohl in konventionellen als auch erneuerbaren Kraftwerken.
  • Die Kosten für Systemsicherheitsmaßnahmen lagen 2024 bei rund drei Milliarden Euro – dem dritthöchsten jemals gemessenen Wert.
  • Für die Winter 2024/25 und 2025/26 blieb die Vorhaltung nationaler und ausländischer Reservekapazitäten notwendig.
  • Der Netzausbau kam nur langsam voran.

2. Bezahlbarkeit

  • Strom- und Gaspreise für Endverbraucherinnen und Endverbraucher blieben 2024/25 hoch, da Preissenkungen vom Großmarkt zeitverzögert weitergegeben wurden.
  • Haushalte verzeichneten 2025 spürbare Verbesserungen beim Strompreis (relativ zum Verbraucherpreisindex).
  • Für die Industrie bleiben die Strompreise im europäischen Vergleich auf den hinteren Rängen.
  • Gaspreise blieben für Haushalte und Gewerbe weit über dem Niveau von vor 2021.

3. Energieeffizienz & Erneuerbare

  • Der Energieverbrauch sank 2024 deutlich – auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Gründe waren der Wachstumspfad der Erneuerbaren, Witterungseffekte und die schwache Konjunktur, besonders in der energieintensiven Industrie.
  • 2025 stagnierte der Verbrauch witterungsbedingt.
  • Rückgang der energieintensiven Produktion führte zu sinkender Energienachfrage.
  • Erneuerbare Stromproduktion blieb deutlich unter dem Zielpfad: Die Zubauziele für Photovoltaik wurden zwar erreicht, aber die Windkraftziele verfehlt.

4. Umweltverträglichkeit

  • Die Treibhausgasemissionen sanken in Deutschland 2024 weiter und lagen klar unter dem Zielpfad; eine Hochrechnung für 2025 bestätigt das Bild.
  • Die Energiewirtschaft verzeichnete 2024 deutliche Emissionsminderungen.
  • Industrie, Haushalte und der GHD‑Sektor (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) reduzierten ihre Emissionen ebenfalls.
  • Der Verkehrssektor stagniert auf dem Niveau des Vorjahres.

Mit 23 ergänzenden Einzelindikatoren zum Klimaschutz hat das Projektteam zudem Entwicklungen in den verschiedenen Sektoren untersucht, beispielsweise die Sanierungsrate im Gebäudebereich oder der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Im Vergleich mit den Ergebnissen des 13. Monitorings der Energiewende sind bei vielen dieser Indikatoren nur geringe Fortschritte zu verzeichnen. 

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen vbw-Webseite

Zu den vorherigen Monitorings

Projektteam: Dr. Almut Kirchner, Sven Kreidelmeyer

Stand: 02.03.2026

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Sven Kreidelmeyer

Senior Projektleiter

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Dr. Almut Kirchner

Partnerin, Direktorin

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