Deutsche Innovationskraft in der Circular Economy

Auftraggeber

Bertelsmann Stiftung

Jahr

2026


Die Circular Economy verfolgt ein klares Ziel: Materialien sollen möglichst lange im Kreislauf bleiben, Abfälle gar nicht erst entstehen. Sie ersetzt das lineare Modell „Produzieren – Nutzen – Entsorgen“ durch „Vermeiden – Wiederverwenden – Reparieren – Recyceln“. Dafür müssen sich nicht nur die Produktgestaltung, sondern auch die Geschäftsmodelle ändern, um Werte zu erhalten und unternehmerische Risiken zu reduzieren.  

Doch wie gut ist Deutschland aufgestellt, um den Übergang zu einer Circular Economy zu gestalten? Die Transformationsaktivitäten, die Rückschlüsse auf das Innovationsgeschehen erlauben, sind Patente und Publikationen, die von Unternehmen und Forschungseinrichtungen erstellt werden. In unserer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersuchten wir daran, mit welchen Ideen und Themen Deutschland die Transformation vorantreibt.

Die Analyse zeigt: Deutschland gehört global zu den führenden Innovationsstandorten, doch der internationale Wettbewerb nimmt rasant zu. Eine weitere Stärkung der deutschen Circular-Economy-Innovationslandschaft ist notwendig.

Deutschlands Rolle im globalen Innovationswettbewerb

  • Deutschland ist weltweit der zweitstärkste Innovationsstandort der Circular Economy und verzeichnet seit 2010 mehr als 10.700 Patente.
  • Besonders stark ist Deutschland bei Technologien zur effizienten Nutzung von Produkten und zur Verlängerung ihrer Lebensdauer.
  • Gleichzeitig holen andere Länder mit hoher Dynamik auf.
  • Deutsche Patente werden international überdurchschnittlich häufig zitiert, bleiben aber oft auf Europa beschränkt.
  • Große Unternehmen wie Siemens, BASF und Fraunhofer dominieren die Innovationslandschaft; Hochschulen sind bei der Patentanmeldung unterrepräsentiert.  
  • Deutschland verfolgt die Technologie- und Innovationstrends, die auch global die Circular Economy bestimmen – von biobasierten Materialien über Batterierecycling bis zu digitalen Produktpässen.

Was jetzt in der Circular Economy zu tun ist

  • Innovationsförderung mit verbindlichen Zielen und klarer Governance stärken
  • Öffentliche Beschaffung als Leitmarkt für zirkuläre Lösungen etablieren
  • Digitalisierung vorantreiben, insbesondere durch digitale Produktpässe und Standardisierung
  • Zirkuläre Geschäftsmodelle durch neue Bewertungs- und Finanzierungslogiken fördern
  • Forschungsprogramme und regionale Cluster gezielt ausbauen
  • Bundesweites Akteursnetzwerk zur Koordination und zum Wissenstransfer aufbauen

Unsere Vorgehensweise

Für die Studie untersuchten wir technologisch, thematisch und im internationalen Vergleich die Innovationslandschaft der Circular Economy. Wir analysierten Patentdaten, Publikationen und regionale Schwerpunkte und betrachteten die Rollen zentraler Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft. KI-gestützte Trendanalysen ermöglichten eine systematische Identifikation globaler und nationaler Technologie- und Innovationsfelder. Hierfür kam das von Prognos entwickelte InSciT-Tool zum Einsatz. Auf dieser Basis bewerteten wir Deutschlands Position, seine Stärken und seine Schwächen sowie daraus entstehende Handlungsansätze.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der Webseite der Bertelsmann Stiftung

Projektteam: Philipp Hutzenthaler, Jannis Lambert, Yanik Moldt, Johanna Thierstein

Stand: 11.02.2026 

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Jannis Lambert

Prinzipal

Profil ansehen

Yanik Moldt

Projektleiter

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Wirtschaftliche Effekte der Messe Köln

2026
| Projekt

Wie stark prägt die Kölner Messe Wirtschaft und Beschäftigung in Köln und darüber hinaus? Im Auftrag der Koelnmesse GmbH hat Prognos analysiert, welche Effekte die Veranstaltungen auf Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und weitere wirtschaftliche Bereiche haben.

Studienreihe „Messewirtschaft im Blick“

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Messen die regionale und gesamtdeutsche Wirtschaft? Das zeigt unsere Studienreihe im Auftrag des AUMA und einzelner Messestandorte.

Arbeitsschutz im Klimawandel

2026
| Projekt

Schon ein einziger Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft 431 Millionen Euro. Unsere Studie für das BMAS untersucht, wie präventiver, klimawandelgerechter Arbeitsschutz helfen kann, die Schäden einzudämmen.

Regionale Arbeitslandschaften – Update 2026

2026
| Projekt

Wie verändert sich der Arbeitsmarkt in Bayern bis 2035? Das haben wir im Auftrag der vbw für alle 96 Kreise und kreisfreien Städte untersucht.

Gesundheit zahlt sich aus

| Expertise

Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist ein zentraler Stabilitätsanker für Deutschland: In einem Gastbeitrag für Table.Briefings zeigt Christian Böllhoff, wie Innovationen Kosten dämpfen, die Versorgung stärken und einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen von über 40 Milliarden Euro pro Jahr schaffen.

Deutschlands Sozialstaat am Kipppunkt

2026
| Projekt

Der deutsche Sozialstaat steht vor einem tiefgreifenden Wandel. In unserem Paper zeigen wir den Status quo und die zentralen Entwicklungslinien der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland auf.

Fallbeispiele zu den Wirkungen des Elterngeldes

2026
| Projekt

Das Elterngeld gilt als wichtiges Instrument der Familienpolitik. In unserer Expertise für den Verband berufstätiger Mütter e. V. untersuchten wir mit Fallballbeispielen, wie verschiedene Parameter die Elterngeldhöhe von Müttern und Vätern beeinflussen.

Dynamischer Herstellerabschlag: Fiskalische Wirkung und strukturelle Risiken

2026
| Expertise

In unserem Policy Brief nehmen wir den dynamischen Herstellerabschlag für Arznei-mittel aus dem GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz genauer in den Blick und bewerten seine Auswirkungen.

Intergenerationale Gerechtigkeit für die Zukunft Europas

laufend
| Projekt

Wie lassen sich Chancen, Ressourcen und Risiken gerecht zwischen den Generationen verteilen? Im Projekt LIFe untersuchen wir für die Europäische Kommission, wie sich zentrale Lebensbereiche im Lebensverlauf und zwischen Generationen entwickeln.

Bundesbericht Forschung und Innovation 2026

2026
| Projekt

Im Bundesbericht Forschung und Innovation (BuFI) 2026 stellt die Bundesregierung ihre aktuellen forschungs- und innovationspolitischen Ziele und Maßnahmen vor. Prognos hat das BMFTR erneut bei der Erstellung unterstützt.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren