Neue Absatzmärkte für den Exportsektor – Update 2024

Auftraggeber

vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Jahr

2024


Zahlreiche Entwicklungsländer, vor allem in Asien und Lateinamerika, holen wirtschaftlich auf. In der Folge wird die Importnachfrage in diesen Märkten steigen. Davon kann der deutsche wie auch der bayerische Exportsektor profitieren – wenn die Unternehmen diese Märkte frühzeitig als relevante Absatzmärkte identifizieren.

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hat uns mit einem Update der Studie aus dem Jahr 2023 beauftragt. Wir liefern aktuelle Zahlen zu den Absatzpotenzialen in den 13 vielversprechendsten Zielländern in Asien und Lateinamerika.

Die Potenzialmärkte in Asien

Asien ist die bevölkerungsreichste Region der Welt. Viele asiatische Märkte zeichnen sich durch eine starke Wachstumsdynamik und stabile Institutionen aus. Folgende acht Absatzmärkte mit Potenzial haben wir in Asien identifiziert: Bangladesch, Indien, Indonesien, Philippinen, Saudi-Arabien, Usbekistan, Vereinigte Arabische Emirate und Vietnam.
Beim Wohlstandsniveau gibt es deutliche Unterschiede zwischen den asiatischen Wachstumsmärkten:

  • Über ein hohes Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt verfügen beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate (rund 47.700 Euro im Jahr 2024) und auch Saudi-Arabien (rund 27.800 Euro im Jahr 2024).
  • Bei anderen Ländern wie Indien, Bangladesch und Usbekistan liegt das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner deutlich darunter. So hat Bangladesch mit einem Pro-Kopf- Bruttoinlandsprodukt von rund 2.500 Euro im Jahr 2024 ein ähnliches Wohlstandsniveau wie sein Nachbar Indien.

Die Potenzialmärkte in Lateinamerika

Die fünf untersuchten lateinamerikanischen Potenzialmärkte Argentinien, Brasilien, Chile, Mexiko und Peru haben im Durchschnitt eine schwächere Wachstumsdynamik sowie instabilere institutionelle Rahmenbedingungen als die evaluierten asiatischen Länder. Sie haben ein vergleichsweise hohes Wohlstandsniveau und verfügen über viele Ressourcen.

Die Herausforderungen in den neuen Absatzmärkten

Das Auslandsgeschäft in den untersuchten Potenzialmärkten dürfte sich als kleinteiliger und herausfordernder darstellen als auf den etablierten Absatzmärkten. Die betrachteten Volkswirtschaften sind häufig kleiner und die Märkte stärker abgeschottet. So gibt es sowohl in Lateinamerika als auch in Asien zwar Länder, die Freihandelsabkommen mit anderen Staaten oder der EU abgeschlossen haben. Andere Länder beschränken aber durch Handelshemmnisse den internationalen Warenaustausch.

Ein weiterer Faktor ist der bereits bestehende intensive Wettbewerb: In nahezu allen analysierten Märkten hat China sehr hohe Marktanteile. In Asien sind zudem häufig Japan und Südkorea stark vertreten; in Lateinamerika sind US-amerikanische Unternehmen sehr präsent.

Unsere Vorgehensweise

Wir haben 13 Wachstumsmärkte in Asien und Lateinamerika unter die Lupe genommen und ihre Attraktivität als Investitionsstandort und die dortigen Absatzpotenziale bewertet. Im ersten Teil liefern wir Daten und Quellen zu den Rahmenbedingungen in den einzelnen Potenzialmärkten (Gesamtwirtschaft und Demografie, institutionelle Rahmenbedingungen, außenwirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen). Der zweite Teil gibt anhand qualitativer und quantitativer Methoden einen detaillierteren Einblick in fünf ausgewählte Warengruppen.

Die Informationen in den einzelnen Factsheets basieren zum einen auf den Prognosedaten des Prognos-Weltwirtschaftsmodells VIEW, den Daten des Prognos-Welthandelsmodells sowie den verfügbaren Daten der amtlichen Statistik. Zum anderen wurden via Deskresearch qualitativ vorliegende Informationen zu den einzelnen Potenzialmärkten ausgewertet, etwa von Germany Trade & Invest oder den Auslandshandelskammern.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Zur Zusammenfassung der Vorgängerstudie

Projektteam: Silvia Golm, Miriam Lovis, Ricarda Samwer, Johann Weiß, Eva Willer 

Stand: 29.11.2024

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