Standortfaktor Bahn: Wie Infrastruktur regionale Attraktivität prägt

Auftraggeber

Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA)

Jahr

2026

Partner

Railistics GmbH, INNOFACT AG

PDF herunterladen

Die Qualität der Verkehrsanbindung zählt zu den zentralen Faktoren für die Entwicklung von Regionen. Gerade der Schienenverkehr gewinnt vor dem Hintergrund von Klimaschutz, nachhaltiger Mobilität und wachsender Anforderungen an Erreichbarkeit zunehmend an Bedeutung. Doch wie stark beeinflusst die Bahn tatsächlich die Attraktivität von Standorten für Unternehmen und Bevölkerung?

Prognos hat das Projekt im Auftrag des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) durchgeführt. Ziel war es, die Bedeutung der Bahn für die Attraktivität von Regionen systematisch zu analysieren und empirisch zu untersuchen, für wen und unter welchen Bedingungen der Standortfaktor Bahn besonders relevant ist. 

Bahn als Standortfaktor: Wirkung und Einordnung

Die Wirkung der Bahninfrastruktur ist vielschichtig und hängt vom Kontext ab. Sie entfaltet sich nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit wirtschaftlichen, sozialen und räumlichen Gegebenheiten – und unterscheidet sich je nach Region, Branche und Bevölkerungsgruppe. 

  • Die Bahn wirkt nicht allein, sondern in Verbindung mit anderen Standortfaktoren wie Erreichbarkeit, Wirtschaftsstruktur und Lebensqualität. 
  • Verbesserte Erreichbarkeit kann positive gesamtwirtschaftliche Effekte unterstützen, etwa durch mehr Beschäftigung, wirtschaftliche Dynamik und Unternehmensansiedlungen. 
  • Die Auswirkungen variieren stark zwischen Regionen: Selbst ähnliche Raumtypen können unterschiedlich von der Bahnanbindung profitieren.

Bedeutung für Bevölkerung und Unternehmen

  • Für die Wahl des Wohnorts spielt die Bahnanbindung nicht die wichtigste Rolle. Bedeutender sind Nahversorgung, Gesundheitsinfrastruktur und Wohnkosten
  • Bestimmte Gruppen, etwa junge Erwachsene, Menschen ohne Auto oder mobilitätseingeschränkte Personen, schätzen die Bahn jedoch deutlich mehr. 
  • Für Unternehmen ist die Bahnanbindung im Personenverkehr ein relevanter Standortfaktor, bleibt aber hinter Kriterien wie Marktzugang oder Kostenstrukturen zurück. 
  • Der Schienengüterverkehr ist für viele Unternehmen weniger wichtig, spielt jedoch in bestimmten Branchen und bei größeren Firmen eine bedeutende Rolle.

Unsere Vorgehensweise

Die Analyse folgte einem mehrstufigen, methodisch breit angelegten Ansatz. Grundlage waren eine systematische Auswertung des Forschungsstands und umfangreiche empirische Erhebungen.

Kernpunkte der Untersuchung: 

  • Bundesweite Befragungen von rund 2.000 Bürgerinnen und Bürgern sowie etwa 1.000 Unternehmen zu Standortfaktoren und Mobilität 
  • Vertiefende Analysen in sechs Fokusregionen mit unterschiedlichen Raumtypen und Entwicklungsbedingungen 
  • Kombination quantitativer und qualitativer Methoden, darunter MaxDiff-Analysen zur Bewertung von Standortfaktoren 
  • Indikatorengestützte Bewertung regionaler Attraktivität auf Basis des Prognos Zukunftsatlas und der ZDF-Deutschlandstudie zur Lebensqualität sowie weiterer Datensätze

Dieser Ansatz ermöglichte eine differenzierte Untersuchung der Rolle der Bahn – abgestimmt auf Regionen, Zielgruppen und wirtschaftliche Strukturen. 

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Projektteam: Sven Altenburg, Bernhard Wankmüller, Til Ulbrich, Michael Kutschera

Stand: 07.07.2026

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Bernhard Wankmüller

Projektleiter | Wirtschaft & Regionen

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Hitzeaktionsplan für das Land Thüringen

2025
| Projekt

Der Klimawandel treibt die Hitze voran – ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung. Welche Maßnahmen helfen? Prognos und EPC entwickelten einen Hitzeaktionsplan für Thüringen.

Aufbau und Finanzierung der CO₂-Infrastruktur in Deutschland

2026
| Projekt

Prognos untersucht für die Carbon Management Allianz, wie der Markthochlauf einer multimodalen CO₂-Infrastruktur gestaltet werden kann und welche Rahmenbedingungen einen schnellen und wirtschaftlich tragfähigen Ausbau ermöglichen.

Umsetzung der European Cluster Collaboration Platform (ECCP)

2026
| Projekt

Die European Cluster Collaboration Platform hat zum Ziel, die europäische Wirtschaft durch Zusammenarbeit zu stärken. Gemeinsam mit Partnern entwickelten wir die ECCP zur zentralen Anlaufstelle für Clusterorganisationen in Europa weiter.

Zusätzliche Gaskosten bei fossilen Heizungen

2026
| Expertise

Künftig müssen Vermietende bei neu eingebauten Gas- und Ölheizungen einen Teil der Kosten tragen. Wie stark werden Mieterinnen und Mieter dadurch entlastet? Mit unseren Daten hat der SPIEGEL einen interaktiven Gaskostenrechner erstellt.

Klimaverträglichkeitskonzept für Vorpommern-Greifswald

2026
| Projekt

Im Auftrag des Landkreises Vorpommern-Greifswald entwickelte Prognos ein integriertes Klimaschutz-Vorreiterkonzept, das den Weg zur Klimaneutralität bis 2040 ebnet.

Neue Märkte der Güterbinnenschifffahrt

2026
| Projekt

Durch Kreislaufwirtschaft, Energiewende und industrielle Transformation entstehen neue Märkte für die Binnenschifffahrt. Wie groß ihr Potenzial ist, haben wir mit SSP und SLN für das Bundesverkehrsministerium untersucht.

Industrielle Souveränität und regionale Ungleichheiten in der EU

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Investitionen in die Industriepolitik die regionale Entwicklung in Europa? Prognos analysiert, wie sich unterschiedliche strategische Ausrichtungen in der Industriepolitik auf die Regionen auswirken.

Wirtschaftliche Effekte der Messe Köln

2026
| Projekt

Wie stark prägt die Kölner Messe Wirtschaft und Beschäftigung in Köln und darüber hinaus? Im Auftrag der Koelnmesse GmbH hat Prognos analysiert, welche Effekte die Veranstaltungen auf Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und weitere wirtschaftliche Bereiche haben.

Studienreihe „Messewirtschaft im Blick“

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Messen die regionale und gesamtdeutsche Wirtschaft? Das zeigt unsere Studienreihe im Auftrag des AUMA und einzelner Messestandorte.

Regionale Arbeitslandschaften – Update 2026

2026
| Projekt

Wie verändert sich der Arbeitsmarkt in Bayern bis 2035? Das haben wir im Auftrag der vbw für alle 96 Kreise und kreisfreien Städte untersucht.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren