Die Außenwirtschaft der bayerischen Regionen

Auftraggeber

Bayerischer Industrie- und Handelskammertag (BIHK) e. V.

Jahr

2026


Welche Rolle spielt der Export in den Regionen Bayerns und welche Zukunftsperspektiven leiten sich daraus ab?

Die bayerische Wirtschaft zählt zu den exportstärksten Deutschlands, doch ihr Fundament wandelt sich. Globale Märkte verschieben sich, Lieferketten wanken, zentrale Branchen stehen vor tiefgreifenden Umbrüchen. Wie stark diese Entwicklungen die einzelnen Regionen im Freistaat treffen und welche neuen Chancen sich daraus ergeben, untersuchten wir in unserer Kurzstudie für den Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK).

Exportrelevanz, Belastungsfaktoren und neue Perspektiven

  • Hohe Exportbedeutung für Bayern: Im Jahr 2024 exportierte die bayerische Wirtschaft Waren im Wert von rund 225 Milliarden Euro ins Ausland. Dies entspricht etwa 28,4 Prozent des bayerischen Bruttoinlandsprodukts.  
  • Starke regionale Unterschiede: Die Exportrelevanz – also die direkte und indirekte Bedeutung des Exports für die regionale Wertschöpfung – reicht von 47 Prozent in Ingolstadt bis sieben Prozent in Garmisch-Partenkirchen, geprägt durch Branchenstrukturen und die Einbindung in Wertschöpfungsketten.
  • Globale Unsicherheiten: Rückgänge in den USA und China belasten bayerische Schlüsselbranchen, während innereuropäische Erlöse steigen.
  • Neue Wachstumsmärkte: Indien, ASEAN und Mercosur gewinnen an Relevanz – aktuell jedoch noch mit geringen Anteilen unter zwei Prozent.
  • Erhebliche fiskalische Effekte: Rund 16 Milliarden Euro des bayerischen Steueraufkommens sind direkt oder indirekt vom Export abhängig, vor allem über Einkommen und Gewerbesteuer.
  • Vier Regionstypen: Von automobilgeprägten Industriezentren bis zu wissensintensiven Stadtregionen – die Transformationsanforderungen variieren stark.

Handlungsempfehlungen für robuste und zukunftsfähige Regionen

Aus den Ergebnissen ergeben sich drei zentrale Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft:  

  • Lieferketten robuster gestalten: Genehmigungen beschleunigen, Energie-, Wasserstoff- und Digitalinfrastruktur ausbauen, sowie beim Lieferketten‑Risikomanagement unterstützen.
  • Breitere Marktdiversifizierung vorantreiben: Außenwirtschaftsaktivität in wachstumsstarken Regionen wie Indien, Mercosur und ASEAN intensivieren, KMU beim Markteintritt unterstützen.
  • Industrielle Kerne modernisieren: Forschung und Wirtschaft stärker vernetzen, digitale und nachhaltige Produktionstechnologien fördern, Fachkräfte für Zukunftskompetenzen qualifizieren.

Unsere Vorgehensweise    

Prognos hat die direkte und indirekte Bedeutung des Exports erstmals systematisch bis auf Kreisebene berechnet. Grundlage war das regionalwirtschaftliche Prognos-Modell REGINA, das direkte und indirekte Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte sichtbar macht. Ergänzt wurden amtliche Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik sowie Exportstatistiken von Destatis. Die Modellierung ermöglicht eine präzise Einordnung regionaler Abhängigkeiten, Potenziale und fiskalischer Effekte.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der BIHK-Webseite

Projektteam: Jakob Ambros, Silvia Golm, Arne Malisius, Dr. Andreas Sachs, Hauke Toborg

Stand: 11.05.2026 

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Andreas Sachs

Senior Projektleiter

Profil ansehen

Silvia Golm

Beraterin

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Gesundheit zahlt sich aus

| Expertise

Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist ein zentraler Stabilitätsanker für Deutschland: In einem Gastbeitrag für Table.Briefings zeigt Christian Böllhoff, wie Innovationen Kosten dämpfen, die Versorgung stärken und einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen von über 40 Milliarden Euro pro Jahr schaffen.

Deutschlands Sozialstaat am Kipppunkt

2026
| Projekt

Der deutsche Sozialstaat steht vor einem tiefgreifenden Wandel. In unserem Paper zeigen wir den Status quo und die zentralen Entwicklungslinien der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland auf.

Fallbeispiele zu den Wirkungen des Elterngeldes

2026
| Projekt

Das Elterngeld gilt als wichtiges Instrument der Familienpolitik. In unserer Expertise für den Verband berufstätiger Mütter e. V. untersuchten wir mit Fallballbeispielen, wie verschiedene Parameter die Elterngeldhöhe von Müttern und Vätern beeinflussen.

Dynamischer Herstellerabschlag: Fiskalische Wirkung und strukturelle Risiken

2026
| Expertise

In unserem Policy Brief nehmen wir den dynamischen Herstellerabschlag für Arznei-mittel aus dem GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz genauer in den Blick und bewerten seine Auswirkungen.

Intergenerationale Gerechtigkeit für die Zukunft Europas

laufend
| Projekt

Wie lassen sich Chancen, Ressourcen und Risiken gerecht zwischen den Generationen verteilen? Im Projekt LIFe untersuchen wir für die Europäische Kommission, wie sich zentrale Lebensbereiche im Lebensverlauf und zwischen Generationen entwickeln.

Bundesbericht Forschung und Innovation 2026

2026
| Projekt

Im Bundesbericht Forschung und Innovation (BuFI) 2026 stellt die Bundesregierung ihre aktuellen forschungs- und innovationspolitischen Ziele und Maßnahmen vor. Prognos hat das BMFTR erneut bei der Erstellung unterstützt.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck stärken

laufend
| Projekt

Deutschland, Frankreich und Polen stärken im Weimarer Dreieck Forschung und Innovation. Für das BMFTR identifiziert Prognos Potenziale und entwickelt Formen trilateraler Zusammenarbeit.

Regionalökonomische Begleitung der Sparkasse KölnBonn

laufend
| Projekt

Die Sparkasse KölnBonn möchte ihre strategischen Grundlagen regionalökonomisch erweitern. Prognos unterstützt in der Umsetzung.

Entwicklung & Verankerung der KLIMAWIN

laufend
| Projekt

Im Auftrag der Landesregierung Baden-Württemberg hat Prognos ein regionales Nachhaltigkeitsmanagementsystem speziell für klein- und mittelständische Unternehmen geschaffen – die KLIMAWIN.

Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit Baden-Württemberg

laufend
| Projekt

Prognos begleitet die Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit der Landesregierung Baden-Württemberg. Sie bildet eine zentrale Säule der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren