Gender Pay Gap in der Bremer Wissenschaft

Auftraggeber

Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen

Jahr

2025

Partner

Prof. Dr. Katharina Wrohlich


Wie hoch sind die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern? Das zeigt der Gender Pay Gap. Er ist damit ein Gradmesser für die Gleichberechtigung im Erwerbsleben. Auch im Hochschul- und Wissenschaftsbereich ist der Gender Pay Gap präsent. 

Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen hat Prognos mit der Berechnung des Gender Pay Gap in der Bremer Wissenschaft beauftragt. Prognos berechnete die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern, analysierte zugrundeliegende Strukturen und Ursachen und entwickelte zielgerichtete Handlungsempfehlungen.

Frauen verdienen in allen Beschäftigtengruppen weniger als Männer

Der Gender Pay Gap in der Bremer Wissenschaft beträgt insgesamt 9,4 Prozent. Frauen verdienen im Schnitt 32,48 Euro pro Stunde, während Männer 35,86 Euro erhalten. In allen Beschäftigtengruppen verdienen Frauen weniger als Männer. 

Der Gender Pay Gap unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den Beschäftigtengruppen: 

  • Am höchsten ist er mit 8,5 Prozent bei den Mitarbeitenden in Technik und Verwaltung. Werden die Stundenlöhne betrachtet, verdienen Frauen in diesem Bereich 2,72 Euro pro Stunde weniger als Männer. Dies liegt sowohl an einer ungleichen Verteilung in Entgeltgruppen als auch -stufen.
  • Im akademischen Mittelbau an Hochschulen ist der Gender Pay Gap im Stundenlohn mit 2,3 Prozent vergleichsweise niedrig. Unterschiede im Stundenlohn ergeben sich in erster Linie durch Unterschiede in der Zugehörigkeit zu Erfahrungsstufen: Frauen erreichen seltener die höchste Erfahrungsstufe.
  • Bei Professorinnen und Professoren beträgt der Gender Pay Gap 3,9 Prozent, das entspricht 320 Euro im Monatsgehalt. Diese Entgeltlücke ist bedingt durch insgesamt höhere Grundgehälter, Familienzuschläge sowie verhandelbare Leistungsbezüge von Professoren.

Gender Pay Gap gezielt abbauen 

Um den Gender Pay Gap zu reduzieren, präsentiert die Studie Maßnahmen in acht Handlungsfeldern. Diese zielen einerseits darauf ab, geschlechtergerechte Rahmenbedingungen in der Bremer Wissenschaft zu schaffen, indem Frauen und Männer gleichberechtigte Erwerbschancen haben, was wiederum zu gleichen Verdienstchancen führt. Andererseits zeigen sie auch Hebel auf, die direkt an der Entstehung der Entgeltlücke ansetzen. 

Die acht Handlungsfelder im Überblick:

  • Verbindliche Ziele: Messbare Ziele in Gleichstellungsplänen verankern und Verbindlichkeit stärken
  • Karriereförderung von Frauen
  • Vereinbarkeit und gleiche Aufteilung von Sorgearbeit fördern
  • Sichere Karrierewege (AMB)
  • Berufungsverfahren und Leistungsbezügevergabe (Professuren)
  • Transparenz über die Grenzen und Spielräume von Tarifverträgen (Tarifbeschäftigte)
  • Verdeckte Benachteiligung verhindern, Genderkompetenz stärken
  • Etablierung eines Gender Pay Gap-Monitorings

Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen werden bereits in verschiedenen Formen an den landesbremischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen umgesetzt. Die Studie betrachtet bereits bewährte Gleichstellungsmaßnahmen explizit im Kontext der Verringerung des Gender Pay Gaps. So ist eine Auswahl an Maßnahmen entstanden, die als Orientierungshilfe dient und wie eine Checkliste genutzt werden kann, um den Gender Pay Gap zu reduzieren. 

Unsere Vorgehensweise

Die Studie basiert auf einem Mixed-Methods Ansatz. Neben der quantitativen Auswertung von Entgelt- und Besoldungsdaten der Hochschulen und außerhochschulischen Forschungsinstitute haben wir im Rahmen einer Dokumentenanalyse bestehende Gleichstellungsmaßnahmen und Besonderheiten Bremens herausgearbeitet. Die qualitativen Analysen haben wir ergänzt durch Fachgespräche mit der Leitungsebene und den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Fokusgruppen mit Beschäftigten verschiedener Ebenen und Hochschulen bzw. Institute. 

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der Webseite der Auftraggeberin

Projektteam: Charlotte Lederer, Klaudia Lehmann, Eva Moser, Dr. Claire Samtleben, Evelyn Stoll, Ulrich Weuthen

Stand: 16.12.2025

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Klaudia Lehmann

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