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Potenzial der Kreislaufwirtschaft für die ländliche Entwicklung

Auftraggeber

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Jahr

2022


Unser Auftrag

Um den Übergang zu einer ressourcenschonenden örtlichen Wirtschaftsweise zu ebnen und Entwicklungspotenziale zu generieren, ist der Ansatz der Kreislaufwirtschaft als Beitrag zu einer nachhaltigen Raum- und Regionalentwicklung relevant. Bislang gibt es jedoch nur wenige Vorhaben in Deutschland und Europa, die die Anwendung der Kreislaufwirtschaft unter räumlichen Gesichtspunkten untersuchen und Potenziale für die ländliche Entwicklung erarbeiten.

Die Wechselwirkungen zwischen einer Circular Economy in einem urbanen Umfeld sind bereits Inhalt vieler Forschungsvorhaben. Aber kann die Kreislaufwirtschaft den Weg zu einer ressourcenschonenden örtlichen Wirtschaftsweise ebnen und zu gleichwertigen Lebensverhältnissen auf dem Land beitragen? Diese Frage wurde bislang kaum untersucht. Seit 2021 analysiert Prognos das Potenzial der Kreislaufwirtschaft für die ländliche Entwicklung in Deutschland und Europa im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

So gehen wir vor

Prognos führt unter anderem Politikfeldanalysen, Literaturrecherchen, Interviews und Workshops durch. Zunächst wird der Begriff „systemische Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum“ definiert. Auf dieser Basis analysiert Prognos in einem nächsten Schritt Treiber und Hemmnisse der systemischen Kreislaufwirtschaft. Es geht um die Frage, welche räumlichen Faktoren ausschlagendgebend sind, um eine systemische Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum zu etablieren. Die Erkenntnisse werden in einem dritten Schritt anhand von zwölf Fallbeispielen validiert – fünf davon befinden sich in Deutschland und sieben in EU-Mitgliedstaaten.

Kernergebnisse

Mit der Definition der systemischen Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum legte das Forschungsvorhaben die Grundlage für die weiteren Analyseschritte. Das ursprüngliche abfallwirtschaftliche Verständnis sowie die systemischen Ansätze der Circular Economy wurden in den Begriff der systemischen Kreislaufwirtschaft zusammengeführt und auf den Kontext der ländlichen Entwicklung zugeschnitten.

Im Rahmen einer Politikfeldanalyse wurde untersucht, welche politischen Ebenen in Deutschland und Europa Kreislaufwirtschaft, Aspekte der räumlichen Entwicklung sowie deren Beziehung zueinander adressieren. Die Analyse ergab, dass die verschiedenen Strategien und Aktionspläne zur regionalen Entwicklung die Potenziale einer systemischen Kreislaufwirtschaft nur selten einbeziehen. Dies gilt auch umgekehrt: Die systemische Kreislaufwirtschaft berücksichtigt bisher nur selten regionale Entwicklungsmöglichkeiten. Ausnahmen bilden etwa die Territoriale Agenda 2030 der EU oder die Hightech-Strategie der Bundesregierung.

Während der gesamten Projektlaufzeit sammelt das Forschungsvorhaben Erkenntnisse aus anderen europäischen Ländern und prüft deren Übertragbarkeit auf ländliche Regionen in Deutschland. Dabei zeigte sich, dass insbesondere Finnland, die Niederlande sowie Frankreich, Spanien und Portugal Vorreiter in der räumlichen Integration einer systemischen Kreislaufwirtschaft sind.

Links und Downloads

Auf der Website von region-gestalten.bund.de finden Sie die Ergebnisse zu:

Definitionsverständnis der systemischen Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum

Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa

Fallbeispiele und nächste Schritte

Mehr zu unserer Arbeit in diesem Projekt
 

Projektteam

Katharina Wilkskamp, Romy Kölmel, Hanne Hagedorn, Lukas Eiserbeck, Robert Norpoth

Neuigkeiten aus dem Projekt

Wissensforum Region gestalten

| Event

Katharina Wilkskamp spricht im Fachforum Regionaler Strukturwandel zu Potenzialen der Kreislaufwirtschaft.

Online-Konferenz: Potenziale der Kreislaufwirtschaft für die ländliche Entwicklung

| Event

Hanne Hagedorn moderiert die Konferenz zum Forschungsvorhaben „Region gestalten“. Katharina Wilkskamp und Daniel Gehrt sind mit mehreren Vorträgen im Programm vertreten.

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Katharina Wilkskamp

Projektleiterin

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