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Väterreport 2023

Auftraggeber

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Jahr

2023


Im Januar 2024 hat der SPIEGEL diese Studie interaktiv aufbereitet

zum Spiegel

Väter wünschen sich viel mehr als früher eine partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit. Der Väterreport 2023 des Bundesfamilienministeriums betrachtet aber nicht nur den „Durchschnittsvater“. Vielmehr untersucht er die Einstellungen und das Verhalten von fünf Vätertypen in ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten.

Vielfalt der Väter in Deutschland

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Zur Vaterrolle gehört es heute dazu, sich in der Kinderbetreuung zu engagieren und familiäre Aufgaben zu übernehmen
  • Es bleiben bei den Vätern aber Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit, die sich durch viele Bereiche ziehen
  • Wichtige Weichen für eine partnerschaftliche Aufgabenteilung der Eltern werden nach der Geburt gestellt und danach oft beibehalten: Elternzeit und Elterngeld bekommen damit eine übergeordnete Bedeutung

Die wichtigsten Zahlen:

  • Jeder zweite Vater (55 Prozent) findet, dass kleine Kinder genauso gut von ihrem Vater betreut werden können wie von ihrer Mutter
  • Jeder zweite Vater gibt zwar an, etwa die Hälfte der Betreuung übernehmen zu wollen, tatsächlich tun dies nur 21 Prozent
  • Der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen und dabei Elterngeld beziehen, steigt stetig an: Während 2008 nur 21 Prozent der Väter Elterngeld bezogen haben, ist der Anteil bei den 2020 geborenen Kindern auf knapp 44 Prozent gestiegen.
  • Unabhängig von Elternzeiten sind 86 Prozent der Väter in Vollzeit tätig und arbeiten mehr als 36 Stunden in der Woche. Ihre Erwerbsbeteiligung hat sich seit 2008 kaum verändert und ist anhaltend hoch

Fünf Vätertypen

Vom überzeugten Engagierten bis hin zum überzeugten Rollenbewahrer – der Väterreport 2023 zeigt mit einer Typologie, wie Väter in Deutschland eingestellt sind und wie sie sich verhalten:

Überzeugte Engagierte

teilen das Ideal einer partnerschaftlichen Aufgabenverteilung und setzen diese Werte auch am stärksten im Alltag um (21 Prozent)

Urbane Mitgestalter

sind partnerschaftlich eingestellt und leben auch überwiegend eine partnerschaftliche Vereinbarkeit. Sie übernehmen bei der Kinderbetreuung auch mal mehr als die Partnerin (11 Prozent)

Zufriedene Pragmatiker

haben keine eindeutige Haltung zur partnerschaftlichen Aufgabenteilung, leben diese jedoch häufig. Sie teilen sich vergleichsweise oft die Kinderbetreuung mindestens zur Hälfte (20 Prozent)

Etablierte Konventionelle

sind beruflich und ökonomisch etablierte Väter. Sie sind tendenziell eher konservativ eingestellt und leben dies auch. Daher übernehmen sie auch wenig Kinderbetreuung (19 Prozent)

Überzeugte Rollenbewahrer

wollen und leben das Familienernährer-Modell. Sie übernehmen wenig Kinderbetreuung und wollen mehrheitlich auch nicht mehr machen (29 Prozent)

Unsere Vorgehensweise

Der Väterreport basiert auf wissenschaftlichen Untersuchungen, amtlichen Statistiken und repräsentativen Befragungen. Die fünf Vätertypen haben wir auf Grundlage von Daten des Instituts für Demoskopie Allensbach mittels einer Clusteranalyse ermittelt. Die Clusteranalyse ist ein statistisches Verfahren, um „Ähnlichkeitsstrukturen“ zu entdecken: Väter mit sehr ähnlichen Einstellungen und soziodemografischen Merkmalen werden demselben Cluster zugeordnet.

Die so ermittelten fünf Vätertypen unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich ihrer Einstellung zur Gleichstellung von Männern und Frauen, ihres Engagements rund um die Kinderbetreuung und verschiedener soziodemografischer Merkmale wie Alter, Bildung und Haushaltseinkommen.

Links und Downloads

Neuigkeiten zum Väterreport

Zum Väterreport 2023 (PDF)

Projektteam: Dr. David Juncke, Dr. Claire Samtleben, Evelyn Stoll

Stand: 28.01.2023

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Dr. David Juncke

Partner, Leitung Familienpolitik

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Dr. Claire Samtleben

Projektleiterin

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