Digitaler Wandel und Wissenstransfer: Bedarfsanalyse für Südwestfalen

Auftraggeber

Fachhochschule Südwestfalen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Hamm-Lippstadt

Jahr

2025


Südwestfalen steht vor einem Wandel. Digitaler Fortschritt, Fachkräftemangel und dynamische Wirtschaftsentwicklungen erfordern neue Lösungen, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern.

Die Fachhochschule Südwestfalen und die Hochschule Hamm-Lippstadt führten im Rahmen des Projekts Digitalise_SWF eine umfassende Regional- und Bedarfsanalyse durch. Ziel war es, die aktuellen und künftigen Bedürfnisse der Wirtschaft und Gesellschaft zu erkennen und darauf basierende Transferstrategien zu entwickeln.

Für die Zukunft der Region und einen gezielten Wissenstransfer ist es unverzichtbar, die regionale Ausgangslage in Südwestfalen zu verstehen. Prognos unterstützte das Projekt mit einer regionalwirtschaftlichen Analyse, die als Basis für die thematische Profilierung der Hochschulen dient. 

Die wichtigsten Ergebnisse: Gemeinsam können die beiden Hochschulen die industriell geprägte Region entscheidend im Strukturwandel voranbringen. Im Fokus stehen Digitalisierung, ökologische Transformation, Demografie und Wissensökonomie. Die größten Herausforderungen liegen in der industriell-ländlichen Prägung und dem Fachkräftemangel durch Abwanderung.

Unsere Untersuchung war Teil des Projekts „Digitalise_SWF“ im Rahmen der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Was Südwestfalens Wirtschaft braucht

Die Hochschulen beauftragten uns mit einer regionalwirtschaftlichen Analyse. Diese ist entscheidend, um die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Bedürfnisse und Potenziale der Region zu verstehen. Das sind die Ergebnisse:

  • Fachkräfte wandern aus Südwestfalen verstärkt in urbane Zentren ab. Von den Hochschulen sind deshalb Nachwuchskräfteförderung und Automatisierungstechnologien gefordert.
  • Die südwestfälische Wirtschaft bleibt weitgehend industriell, deshalb bleiben auch technologische Kompetenzen und Wissenskanäle wichtig; eine Ausnahme ist der Metallbau.
  • Gesundheit, Digitalisierung, Logistik, Handel, Tourismus, Umweltschutz, Chemie und Informations-/Kommunikationstechnologie sind die Wachstumsbranchen der Region.
  • Die Hochschulen können die regionalen Unternehmen bei der Digitalisierung unterstützen.
  • Unternehmen wünschen sich Kooperation vor allem bei Forschung und Entwicklung, der Vermittlung von Fachkräften, bei der Forschungsfinanzierung und der Weiterbildung von Mitarbeitenden.
  • Persönliche Beziehungen spielen bei der Kooperation zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft eine größere Rolle als räumliche Nähe.

Was die Hochschulen tun können

Demzufolge sollten die beiden Hochschulen

  • ihre technischen Studiengänge modernisieren, attraktiver machen und stärker bewerben,
  • über eine Reduktion der bisher sieben Standorte nachdenken,
  • ein Reallabor für kognitive Robotik einrichten, das die regionale Wirtschaft einbezieht, und
  • gemeinsam mit den ansässigen Unternehmen die Zukunftsthemen definieren, die in die Regionale Innovationsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen einfließen sollen.

Wie wir vorgegangen sind

Analyse vorhandener Strategien, Studien, Konzepte und deren Bedeutung für die zukünftige Ausrichtung der beiden Hochschulen

  • Trendanalyse
  • Indikatoren-basierte Standortanalyse
  • Onlinebefragung der Unternehmen

Links und Downloads

Zur Analyse (PDF)

Weitere Informationen zum Vorhaben Digitalise_SWF (Webseite)

Weitere Informationen zur Förderinitiative des BMBF (Webseite)

Projektteam: Dr. Olaf Arndt, Tim Kaltenthaler, Christian Schoon, Til Ulbrich

Stand: 03.02.2025

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Olaf Arndt

Partner, Bereichsleitung Region & Standort

Profil ansehen

Til Ulbrich

Berater

Profil ansehen

Tim Kaltenthaler

Berater

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Aufbau und Finanzierung der CO₂-Infrastruktur in Deutschland

2026
| Projekt

Prognos untersucht für die Carbon Management Allianz, wie der Markthochlauf einer multimodalen CO₂-Infrastruktur gestaltet werden kann und welche Rahmenbedingungen einen schnellen und wirtschaftlich tragfähigen Ausbau ermöglichen.

Umsetzung der European Cluster Collaboration Platform (ECCP)

2026
| Projekt

Die European Cluster Collaboration Platform hat zum Ziel, die europäische Wirtschaft durch Zusammenarbeit zu stärken. Gemeinsam mit Partnern entwickelten wir die ECCP zur zentralen Anlaufstelle für Clusterorganisationen in Europa weiter.

Zusätzliche Gaskosten bei fossilen Heizungen

2026
| Expertise

Künftig müssen Vermietende bei neu eingebauten Gas- und Ölheizungen einen Teil der Kosten tragen. Wie stark werden Mieterinnen und Mieter dadurch entlastet? Mit unseren Daten hat der SPIEGEL einen interaktiven Gaskostenrechner erstellt.

Klimaverträglichkeitskonzept für Vorpommern-Greifswald

2026
| Projekt

Im Auftrag des Landkreises Vorpommern-Greifswald entwickelte Prognos ein integriertes Klimaschutz-Vorreiterkonzept, das den Weg zur Klimaneutralität bis 2040 ebnet.

Neue Märkte der Güterbinnenschifffahrt

2026
| Projekt

Durch Kreislaufwirtschaft, Energiewende und industrielle Transformation entstehen neue Märkte für die Binnenschifffahrt. Wie groß ihr Potenzial ist, haben wir mit SSP und SLN für das Bundesverkehrsministerium untersucht.

Standortfaktor Bahn: Wie Infrastruktur regionale Attraktivität prägt

2026
| Projekt

Wie stark beeinflusst die Bahn die Attraktivität von Standorten für Unternehmen und Bevölkerung? Das untersuchten wir im Auftrag das Deutschen Zentrums für Schie-nenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt.

Industrielle Souveränität und regionale Ungleichheiten in der EU

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Investitionen in die Industriepolitik die regionale Entwicklung in Europa? Prognos analysiert, wie sich unterschiedliche strategische Ausrichtungen in der Industriepolitik auf die Regionen auswirken.

Wirtschaftliche Effekte der Messe Köln

2026
| Projekt

Wie stark prägt die Kölner Messe Wirtschaft und Beschäftigung in Köln und darüber hinaus? Im Auftrag der Koelnmesse GmbH hat Prognos analysiert, welche Effekte die Veranstaltungen auf Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und weitere wirtschaftliche Bereiche haben.

Studienreihe „Messewirtschaft im Blick“

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Messen die regionale und gesamtdeutsche Wirtschaft? Das zeigt unsere Studienreihe im Auftrag des AUMA und einzelner Messestandorte.

Regionale Arbeitslandschaften – Update 2026

2026
| Projekt

Wie verändert sich der Arbeitsmarkt in Bayern bis 2035? Das haben wir im Auftrag der vbw für alle 96 Kreise und kreisfreien Städte untersucht.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren