Evaluation der EFRE-Förderung für Forschung und Innovation

Auftraggeber

Europäische Kommission, Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung (GD REGIO)

Jahr

2025

Partner

CSIL – Centro Studi Industria Leggera SC, Visionary Analytics


Investitionen in moderne Labore, Ausrüstung und Infrastruktur fördern Forschung, technologische Entwicklung und Innovation (RTDI). Ein Großteil dieser Investitionen wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert. Ziel ist es, die Innovationskraft der europäischen Regionen zu stärken und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Werden diese Ziele erreicht? Wie wirkt sich die Förderung auf die regionale Entwicklung aus?

Die Europäische Kommission beauftragte Prognos und Partner, die EFRE-Förderung für Forschung und Entwicklung im Zeitraum 2014 bis 2020 zu evaluieren. Prognos hatte bereits die vorherige Förderperiode untersucht.

Evaluation der EFRE-Förderung für Forschung und Entwicklung

Evaluiert wurde die Wirkung der EFRE-Förderung im Bereich Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation (FTEI) in der Förderperiode 2014–2020. Im Fokus standen:

  • Die Umsetzung und Effizienz der acht zentralen Förderinstrumente.
  • Thematische Ausrichtung der Regionen im Rahmen von Strategien für intelligente Spezialisierung (S3).
  • Synergien mit anderen EU-Förderprogrammen (z. B. Horizont 2020).
  • Beiträge zur Wissensproduktion, zum technologischen Fortschritt und zur regionalen Entwicklung.
  • Unterschiede in der Wirkung je nach Stand der regionalen Entwicklung.

Das sind fünf zentrale Ergebnisse unserer Evaluation:  

  1. Positive Auswirkungen auf Forschung, technologische Entwicklung und Innovation (FTEI): Im Zeitraum 2014-2020 wurden im Rahmen der EFRE-Programme 59 Milliarden Euro in die Förderung von FTEI investiert. Diese Mittel kamen in erster Linie einzelnen Begünstigten in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen zugute, wobei der Schwerpunkt auf Forschungsinitiativen in Unternehmen und der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie lag. Die Bemühungen des EFRE haben insbesondere zur Veröffentlichung von 138.000 Publikationen und zur Anmeldung von 7.000 Patenten geführt und damit erheblich zum Fortschritt in den Bereichen Wissen und Technologie beigetragen.
  2. Intelligente Spezialisierung funktionierte, aber mit Luft nach oben: S3 half bei der thematischen Fokussierung, aber häufige Probleme waren zu breit gefasste Prioritäten und schwache Ausgestaltung regionaler Strategien.
  3. Starke regionale Unterschiede: Weniger entwickelte Regionen profitierten am stärksten, konnten aber Fördermittel oft schwerer umsetzen. Erfahrene Verwaltungen erzielten bessere Ergebnisse.
  4. Synergien mit anderen EU-Programmen blieben begrenzt: Trotz Potenzial gab es kaum systematische Synergien mit Horizont 2020, v. a. wegen administrativer Hürden und unterschiedlicher Ziele.
  5. Nicht-finanzielle Hindernisse begrenzten Wirkung: Bürokratie, Fachkräftemangel und starre Vorgaben (z. B. im Vergaberecht) erschwerten die Projektumsetzung, besonders bei Infrastrukturmaßnahmen.

Weiterentwicklung der EFRE-Förderung im Bereich Forschung und Innovation

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Bewertung des EFRE-Förderzeitraums 2014–2020 führten zu mehreren wichtigen Empfehlungen für künftige Maßnahmen. Diese Vorschläge zielen darauf ab, die Wirksamkeit, Ausrichtung und Wirkung der EFRE-Investitionen in FTEI zu verbessern:

  1. Gezieltere Förderung durch intelligente Spezialisierung: S3-Strategien sollen klarer priorisieren, thematisch fokussieren und stärker an regionalen Stärken ausgerichtet werden.
  2. Stärkere Synergien mit anderen EU-Programmen: Bessere Abstimmung und Kombination von EFRE mit Horizon Europe und dem Europäischen Sozialfonds Plus.
  3. Mehr und smartere Nutzung von Finanzinstrumenten: Neben Zuschüssen auch Darlehen, Beteiligungen und Mischformen einsetzen, insbesondere zur Innovationsverwertung.
  4. Fachkräfteentwicklung und Talentbindung stärken: Maßnahmen zur Fachkräftesicherung, insbesondere in weniger entwickelten Regionen.
  5. Verwaltung vereinfachen und systemische Wirkung erhöhen: Verwaltungsprozesse entbürokratisieren und flexibler gestalten.

Unsere Vorgehensweise

Für die Evaluation wurden folgende Methoden angewandt:

  • Dokumentenanalyse und Literaturrecherche
  • Interviews mit Begünstigten und Interessengruppen
  • Neuartige KI-basierte Untersuchungen (z. B. Ansatz zur Wirkungsnachverfolgung)
  • Fallstudien, wobei sich Prognos auf die Themen „Infrastrukturinvestitionen für die Forschung“, „Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie“ und „Forschungsaktivitäten in Unternehmen“ konzentriert
  • Eingehende Länderanalysen, wobei sich Prognos auf die Finanzierung in Österreich, Belgien, Deutschland, Luxemburg und Irland konzentrierte

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Zur Vorgängerstudie

Projektteam: Felix Ginzinger, Dr. Georg Klose, Dr. Justyna Kramarczyk, Dr. Jan-Philipp Kramer, Paulius Mater-Pranskevicius, Johanna Thierstein, Markus Zock 

Stand: 25.11.2025 

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Jan-Philipp Kramer

Partner, Leitung EU-Services

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Dr. Justyna Kramarczyk

Projektleiterin

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