Gesellschaftliche Effekte des autonomen Fahrens

Auftraggeber

DB Regio AG

Jahr

2026

Partner

ioki, KIT, DLR


Wie verändert autonomes Fahren den öffentlichen Personennahverkehr?

Im Auftrag von DB Regio erstellten wir zusammen mit unseren Partnern drei Szenarien, die langfristige Entwicklung, Herausforderungen und Chancen von autonomen Fahrtechnologien im ÖPNV darstellen.

Effizienzpotenzial für den ÖPNV

Prognos untersuchte die wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Effekte:

Ökonomische Effekte

  • Im Daseinsvorsorge-Szenario sinken die jährlichen Pkw-Neuzulassungen um 23 Prozent, vor allem bei Klein- und Kompaktwagen.
  • Jährlich würden 170.000 zusätzliche autonome ÖV-Shuttles gebraucht, was einen neuen, volumenstarken Markt für Fahrzeughersteller eröffnen würde.
  • Durch den Einsatz einer autonomen Fahrzeugflotte im ÖPNV könnten 119.000 neue Arbeitsplätze entstehen, was die wegfallenden Stellen an Fahrerinnen und Fahrern ausgleichen würde.

Ökologische Effekte

  • Im Daseinsvorsorge-Szenario reduziert sich die Fahrzeugflotte auf 38 Millionen Fahrzeuge, was den Rohstoffbedarf um rund 25 Prozent senkt.
  • Jährlich würden bis zu 440.000 Tonnen Materialien eingespart, darunter Eisen und Aluminium sowie kritische Rohstoffe wie Nickel, Lithium und Kobalt.
  • Autonome Shuttles würden geschlossene Stoffkreisläufe ermöglichen und die Rückgewinnung von Batterierohstoffen erleichtern – bis zu 10.000 Tonnen Grafit und 9.500 Tonnen Nickel jährlich.
  • Weniger Neuzulassungen könnten den CO2-Fußabdruck der Fahrzeugproduktion um 11 Prozent bzw. 4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr senken.
  • Insgesamt könnten durch geringere Emissionen und Fahrleistungen jährlich rund 3 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Klimakosten vermieden werden.

Soziale Effekte

  • Das Daseinsvorsorge-Szenario zeigt, dass eine autonome ÖPNV-Flotte höhere Mobilität und damit besseren Zugang zu Krankenhäusern, Einkaufsmöglichkeiten und Kultur ermöglicht. 
  • Verbesserte Mobilität könnte die Abwanderung stoppen – der ländliche Raum könnte bis zu 2,9 Millionen Menschen, vor allem junge, gut ausgebildete Fachkräfte gewinnen. 
  • Autonome Fahrzeuge könnten jährlich 8.000 Unfälle mit Personenschaden vermeiden; die Zahl der Verletzten könnte um bis zu 28.000 sinken, die der Unfalltoten um bis zu 200. 
  • Weniger Unfälle würden zu Einsparungen von rund 5 Milliarden Euro pro Jahr führen.

Unsere Vorgehensweise

Die Studie vergleicht drei Szenarien miteinander:

  • Im Basis-Szenario wird der klassische ÖPNV bis 2045 vollständig autonom betrieben.
  • Das Wettbewerb-Szenario baut auf dem Basis-Szenario auf und ergänzt dieses um ein zusätzliches Mobilitätsangebot: privatwirtschaftlich betriebene Robotaxis.
  • Im Daseinsvorsorge-Szenario wird der straßengebundene ÖPNV grundlegend weiterentwickelt und durch autonome Fahrzeuge leistungsfähiger.

Für die Analyse wurde ein mehrstufiges Vorgehen gewählt, um die Auswirkungen autonomer Fahrzeuge auf das Mobilitätssystem realitätsnah abzubilden. Zunächst wurde die zukünftige Mobilitätsnachfrage berechnet und darauf aufbauend verschiedene Szenarien für das Mobilitätsangebot entwickelt. Anschließend erfolgte eine mikroskopische Mobilitätssimulation mithilfe des Prognos-Verkehrsmittelwahlmodells: Das Verhalten statistisch modellierter Nutzerinnen und Nutzer wurde in einem definierten Verkehrsraum simuliert, um die Wahl zwischen Auto, ÖPNV, Fahrrad oder Fußweg nachzuvollziehen. Auf dieser Basis wurden die Effekte auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft bewertet, um die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Veränderungen einzuordnen.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Mehr Informationen auf der DB-Webseite

Projektteam: Sven Altenburg, Karuan Aswad, Nico Dietzsch, Dr. Oliver Ehrentraut, Markus Hoch, Hannah Staab, Bernhard Wankmüller, Valentin Würth

Stand: 13.01.2026

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Oliver Ehrentraut

Partner, Direktor, Leitung der volkswirtschaftlichen Abteilung

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