Investitionen für Klimaschutz

Auftraggeber

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

Jahr

2026

PDF herunterladen

Sechs Billionen Euro für die Klimaneutralität: Unsere Studie im Auftrag der KfW zeigt, dass die Transformation bis 2045 möglich ist, aber hohe Investitionen fordert.

Insgesamt braucht Deutschland für den Umbau des Energiesystems und der Volkswirtschaft zwischen 2025 und 2045 rund 5,7 bis 6,4 Billionen Euro – also jährlich etwa 270 bis 300 Milliarden Euro. Klimaschutzinvestitionen ersetzen aber zumindest teilweise Investitionen in fossile Technologien, die nötigen zusätzlichen Nettoinvestitionen liegen bei 135 bis 153 Milliarden Euro pro Jahr.

Notwendige Klimaschutzinvestitionen in den Sektoren

  • Verkehr: Der größte Anteil der Investitionen entfällt auf den Verkehr. Hier summieren sich die nötigen Investitionen bis 2045 auf 2,6 bis 2,9 Billionen Euro, vor allem durch die Elektrifizierung des Straßenverkehrs und den Ersatz konventioneller Pkw. Die Nettoinvestitionen liegen aber nur bei 0,4 bis 0,7 Billionen Euro, da Investitionen in Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren entfallen müssten.  
  • Energie: Im Energiesektor sind 1,3 bis 1,8 Billionen Euro erforderlich – vor allem für erneuerbare Energien, Netze sowie Wasserstoff und Fernwärme.
  • Gebäude: Für den Gebäudebereich werden rund eine Billion Euro benötigt, insbesondere für energetische Sanierungen und neue Heizsysteme.
  • Industrie: Die Industrie benötigt mit rund 500 Milliarden Euro vergleichsweise weniger Investitionen. Diese konzentrieren sich auf energieintensive Branchen wie Stahl, Chemie und Zement – mit hohen Einzelrisiken und großem Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Wer investiert?

Den Großteil der Investitionen müssten private Haushalte und Unternehmen stemmen, etwa durch den Einbau von Wärmepumpen bei Wohn- oder Bürogebäuden. Auf den öffentlichen Sektor entfallen etwa 11 bis 13 Prozent (rund 650 bis 800 Milliarden Euro) im Bereich von Infrastruktur, Schienenverkehr und kommunalen Energiesystemen. Hiervon sind überwiegend Unternehmen in öffentlicher Hand betroffen und nicht direkt die öffentlichen Haushalte. Kleine und mittlere Unternehmen würden mit einem Anteil von 15 bis 28 Prozent ebenfalls einen relevanten Beitrag leisten.

Wichtig ist dabei, dass Investitionen nicht gleich Kosten sind: Ein erheblicher Teil der Investitionen steht ohnehin an, etwa durch Ersatz bestehender Anlagen. Zudem können Effizienzgewinne langfristig die Energiekosten senken und einen Teil der Mehrinvestitionen ausgleichen.

Unsere Vorgehensweise

Die Analyse aktualisiert frühere Berechnungen für die KfW (2021) und basiert auf dem Vergleich zentraler Energieszenarien, darunter die Roadmap Energieeffizienz 2045, das Szenario „Klimaneutrales Deutschland 2045“ sowie die Langfristszenarien des Bundeswirtschaftsministeriums. Berücksichtigt wurden alle Investitionen in Technologien, die direkt zur Minderung von Treibhausgasemissionen beitragen.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der KfW-Webseite

Zur Vorgängerstudie

Projektteam: Jana Breitenstein, Andreas Brutsche, Dr. Andreas Kemmler, Sven Kreidelmeyer, Jan Limbers

Stand: 12.10.2026

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Sven Kreidelmeyer

Senior Projektleiter

Profil ansehen

Dr. Andreas Kemmler

Prinzipal

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Energetische Sanierungen von Gebäudegruppen

2026
| Projekt

Für die Deutsche Energieagentur haben wir untersucht, wie die energetische Sanierung von Gebäudegruppen dazu beitragen kann, Sanierungen zu beschleunigen und effizienter zu machen.

Prognos bringt Energieeffizienz-Expertise in EU-Initiative ein

2026
| In eigener Sache

Im Rahmen der Energy Efficiency Financing Coalition wurde Prognos als Mitglied des österreichischen National Hub ausgewählt. Dort wirken wir in der Arbeitsgruppe für kleine und mittlere Unternehmen mit und bringen unsere Expertise zu Energieeffizienz und deren Finanzierung ein.

Evaluierung Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Deutschland

2026
| Projekt

Welche Rolle spielt Kraft-Wärme-Kopplung im klimaneutralen Energiesystem? Für das BMWE bewerteten wird die Entwicklung, Potenziale und Reformbedarf des KWKG.

Fokusthema: Hitzesommer 2026

2026
| Expertise

Hitze entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor: von Arbeitsschutz über Lieferketten bis zu Investitionsentscheidungen. Prognos verfasste eine sechsteilige Gastartikelreihe für den Haufe Sustainability Newsletter.

Europas Clean-Tech-Industrie: Wertschöpfung, Beschäftigung und Fachkräftebedarf

2026
| Projekt

Unsere Studie für die Europäische Umweltagentur zeigt: Die Dynamik der Clean-Tech-Industrie ist hoch – doch qualifizierte Arbeitskräfte werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Net-Zero-Ziele der EU.

Analysetool für die Energiewende

2026
| Projekt

Für eine öffentliche Einrichtung in Österreich entwickelte Prognos ein datenbasiertes Analysetool, das die Leistungsfähigkeit von Forschung, Technologie und Innovation entlang der Energiewende systematisch bewertet.

Landwirtschaft im Klimawandel: Regionale Anpassung in Schleswig-Holstein

2026
| Projekt

Wie kann sich die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein an den Klimawandel anpassen? Wir entwickelten Beratungsunterlagen, damit Klimaanpassung praxisnah in die landwirtschaftliche Beratung integriert werden kann.

Erneuerbare Energien in Hamburg

2026
| Projekt

Für die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur haben wir die wirtschaftliche Lage und Entwicklungspotenziale von Windkraft, Solar und Co. mit Sonderfokus auf Wasserstoff in der Stadt und Metropolregion Hamburg untersucht.

Unterstützung der Kraftwerksstrategie des Bundes

2026
| Projekt

Prognos unterstützte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bei der Erstellung der Kraftwerksstrategie.

Aufbau und Finanzierung der CO₂-Infrastruktur in Deutschland

2026
| Projekt

Prognos untersuchte für die Carbon Management Allianz, wie der Markthochlauf einer multimodalen CO₂-Infrastruktur gestaltet werden kann und welche Rahmenbedingungen einen schnellen und wirtschaftlich tragfähigen Ausbau ermöglichen.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren