Reha wirkt –
volkswirtschaftlich
und individuell

Auftraggeber

MEDIAN Unternehmensgruppe B.V. & Co. KG

Jahr

2025

Partner

Prof. Dr. Stefan Fetzer (Hochschule Aalen), Dr. Klaus Kaier (Universitätsklinikum Freiburg)


Ob nach einer Operation, einem Unfall oder einer psychischen Krankheit: Eine Reha kann die körperliche, seelische und soziale Gesundheit von Betroffenen verbessern und ihnen die Rückkehr in den Alltag erleichtern. Die Rehabilitation ist aber auch volkswirtschaftlich bedeutsam: Sie unterstützt die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben und trägt dazu bei, dass Menschen nach Krankheiten oder Unfällen schneller und leistungsfähiger wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Damit verbessert die Reha nicht nur das individuelle Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten, sondern schafft auch gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen.

Im Auftrag der MEDIAN Unternehmensgruppe haben wir die volkswirtschaftlichen Effekte von Reha für Menschen im Erwerbsalter untersucht. 

Wie wirkt Reha auf Beschäftigung und Wertschöpfung?

Ziel der Studie war es, die ökonomischen Wirkungen im Sinne von Kosten und Nutzen der Reha für fünf Indikationsbereiche (Kardiologie, Pneumologie, Rückenschmerzen, Psychosomatik und Abhängigkeitserkrankungen) zu berechnen.

Das sind die Kernergebnisse: 

  • Reha steigert die Arbeitszeit: Dank erfolgreicher Reha erzielten Patientinnen und Patienten im Vergleich zu einer Situation ohne Reha-Maßnahmen 63.250 zusätzliche Arbeitsjahre. Das ist volkswirtschaftlich gleichbedeutend mit dem Pensum von entsprechend vielen neuen Arbeitskräften. In Zeiten von Fachkräftemangel leistet Reha damit einen wichtigen Beitrag für die Stabilität der deutschen Wirtschaft.
  • Reha rechnet sich individuell: Der Netto-Nutzen von Reha beträgt pro Patientin oder Patient durchschnittlich rund 13.700 Euro. Das heißt, Betroffene erwirtschaften durch die gewonnene Arbeitszeit mehr Geld als sie durch den Ausfall während ihrer Behandlung „kosten“. Auf individueller Ebene zahlt sich dies in Form eines höheren Lohns aus. Dieser steigt netto um rund 4.400 Euro im Jahr.
  • Reha stärkt die Volkswirtschaft: Indem Erwerbstätige nach Krankheit oder Unfall ihre Arbeit früher wieder aufnehmen können, generiert die Reha eine Bruttowertschöpfung von bis zu 5,3 Milliarden Euro. Dabei fallen die größten Wertschöpfungsgewinne im Dienstleistungssektor, im Bereich Handel und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen an. Darüber hinaus verstärken sogenannte Multiplikator-Effekte die Wirkung: Genesene konsumieren und Unternehmen investieren mehr. Wird dieser Effekt auf den Faktor 1,5 geschätzt, können der Reha 2023 gesamtwirtschaftliche Effekte in Höhe von 7,9 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung zugerechnet werden.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Reha über den individuellen medizinischen Nutzen hinaus die Volkswirtschaft stärkt. Mit Blick auf Beschäftigung und Wachstum leistet sie nicht nur heute einen wichtigen Beitrag, sondern wird auch in Zukunft eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung behalten.

Eigenes Reha-Nutzen-Modell entwickelt

Die Studie modelliert die Wirkungen der Rehabilitation für verschiedene Szenarien mit Blick auf die demografische Entwicklung und die Prävalenz in den Indikationen sowie die Inanspruchnahme von Reha-Leistungen bis zum Jahr 2040. 

Das Projektteam untersuchte die Effekte einer erfolgreichen Reha mit dem eigens für diese Studie entwickelten Reha-Nutzen-Modell. Dieses quantifiziert die Wirkungen von Reha auf der Ebene von 17 Branchen. 

Das Projektteam von Prognos wurde unterstützt durch die Expertise von Prof. Dr. Stefan Fetzer (Hochschule Aalen) und Dr. Klaus Kaier (Institut für Medizinische Biometrie und Statistik des Universitätsklinikums Freiburg). 

Links und Downloads

Zur Studie (PDF) 

Projektteam: Dr. Oliver Ehrentraut, Hauke Toborg, Charlotte Lederer

Stand: 29.07.2025

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Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Oliver Ehrentraut

Partner, Direktor, Leitung der volkswirtschaftlichen Abteilung

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