Abfallvermeidungskonzept für die Stadt Essen

Auftraggeber

Grüne Hauptstadt Agentur Stadt Essen

Jahr

2026

Partner

Wuppertal Institut, INFA GmbH


Die Vermeidung von Abfall steht laut der im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und der Europäischen Abfallrahmenrichtlinie verankerten Abfallhierarchie an erster Stelle: Nur wenn sich Abfall nicht sinnvoll vermeiden lässt, sollen Recycling oder thermische Verwertung folgen.

In der Praxis bleibt diese Vorgabe jedoch weitgehend wirkungslos. Zwar konnte Deutschland das Abfallaufkommen teilweise vom Wirtschaftswachstum entkoppeln, doch eine absolute Reduktion der Abfallmengen blieb aus.

Erst in den vergangenen Jahren gewann die Abfallvermeidung an Bedeutung – etwa durch den Aktionsplan Kreislaufwirtschaft der Europäischen Kommission und die darauffolgende Überarbeitung des KrWG, das nun die verbindliche Entwicklung kommunaler Abfallvermeidungskonzepte fordert.

Die Stadt Essen beauftragte deshalb ein Konsortium aus Wuppertal Institut, INFA und Prognos mit der Erstellung eines Abfallvermeidungskonzeptes.

Wie können Abfälle vermieden werden? Das Abfallvermeidungskonzept schafft ein klares Vorgehen

Die Abfallvermeidung gewinnt zunehmend an Bedeutung für eine nachhaltige Zukunft und den sparsamen Umgang mit wertvollen Ressourcen. Städte und Kommunen stehen dabei im Mittelpunkt, da sie an der entscheidenden Schnittstelle zwischen Produktion und Konsum agieren. Durch gezielte Maßnahmen können sie die Entstehung von Abfällen aktiv steuern und damit einen wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigeren Wirtschaften leisten.

Die Stadt Essen hat bereits zahlreiche Initiativen zur Abfallvermeidung gestartet. Das Konsortium hat aufbauend darauf ein umfassendes Abfallvermeidungskonzept erstellt. Dieses bewertet nicht nur bestehende Maßnahmen, sondern zeigt auch neue Schwerpunkte, Potentiale und Synergien auf. Ziel war es, Abfälle nachhaltig zu reduzieren und die Grundlage für zirkuläres Wirtschaften zu schaffen.

Prognos erstellte zudem eine Energie- und Treibhausgasbilanz für den Abfallsektor nach der Bilanzierungssystematik Kommunal (BISKO).

Unsere Vorgehensweise

Die Erstellung des Abfallvermeidungskonzepts erfolgte in drei wesentlichen Schritten:

  1. Bestandsaufnahme: Zuerst erfassten wir die bereits umgesetzten Abfallvermeidungsmaßnahmen und vorhandenen Potenziale. Anhand dessen bestimmten wir sektorspezifische Ziele und relevante Schwerpunktthemen.
  2. Zielverknüpfung: In der zweiten Phase haben wir diese Ziele mit konkreten Maßnahmen unterlegt und sie mit den beteiligten Stakeholdern abgestimmt. Dabei haben wir Zeithorizonte für die Umsetzung festgelegt, um einen strukturierten Ablauf zu gewährleisten.
  3. Konzepterstellung: Zum Abschluss erstellten wir das Abfallvermeidungskonzept (AVK), das die ermittelten Maßnahmen konkretisiert und die Umsetzungsschritte beschreibt. Mehrere Workshops und intensive Öffentlichkeitsarbeit identifizierten und integrierten die Schlüsselakteure, um breite Unterstützung und Akzeptanz für das Konzept zu sichern.

Mit diesem integrierten Ansatz ist die Stadt Essen in der Lage, innovative Strategien zur Abfallvermeidung zu entwickeln und die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Links und Downloads

Mehr Informationen auf der Webseite der Stadt Essen

Zum Aktionsplan Kreislaufwirtschaft (Webseite Europäischer Rat)

Projektteam: Patrick Bechhaus, Bärbel Birnstengel, Anna-Maria Grodeke, Yanik Moldt, Max Willinghöfer

Stand: 07.07.2026

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Yanik Moldt

Projektleiter

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Standortfaktor Bahn: Wie Infrastruktur regionale Attraktivität prägt

2026
| Projekt

Wie stark beeinflusst die Bahn die Attraktivität von Standorten für Unternehmen und Bevölkerung? Das untersuchten wir im Auftrag das Deutschen Zentrums für Schie-nenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt.

Industrielle Souveränität und regionale Ungleichheiten in der EU

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Investitionen in die Industriepolitik die regionale Entwicklung in Europa? Prognos analysiert, wie sich unterschiedliche strategische Ausrichtungen in der Industriepolitik auf die Regionen auswirken.

Wirtschaftliche Effekte der Messe Köln

2026
| Projekt

Wie stark prägt die Kölner Messe Wirtschaft und Beschäftigung in Köln und darüber hinaus? Im Auftrag der Koelnmesse GmbH hat Prognos analysiert, welche Effekte die Veranstaltungen auf Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und weitere wirtschaftliche Bereiche haben.

Studienreihe „Messewirtschaft im Blick“

laufend
| Projekt

Wie beeinflussen Messen die regionale und gesamtdeutsche Wirtschaft? Das zeigt unsere Studienreihe im Auftrag des AUMA und einzelner Messestandorte.

Arbeitsschutz im Klimawandel

2026
| Projekt

Schon ein einziger Hitzetag kostet die deutsche Wirtschaft 431 Millionen Euro. Unsere Studie für das BMAS untersucht, wie präventiver, klimawandelgerechter Arbeitsschutz helfen kann, die Schäden einzudämmen.

Regionale Arbeitslandschaften – Update 2026

2026
| Projekt

Wie verändert sich der Arbeitsmarkt in Bayern bis 2035? Das haben wir im Auftrag der vbw für alle 96 Kreise und kreisfreien Städte untersucht.

Gesundheit zahlt sich aus

| Expertise

Die industrielle Gesundheitswirtschaft ist ein zentraler Stabilitätsanker für Deutschland: In einem Gastbeitrag für Table.Briefings zeigt Christian Böllhoff, wie Innovationen Kosten dämpfen, die Versorgung stärken und einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen von über 40 Milliarden Euro pro Jahr schaffen.

Deutschlands Sozialstaat am Kipppunkt

2026
| Projekt

Der deutsche Sozialstaat steht vor einem tiefgreifenden Wandel. In unserem Paper zeigen wir den Status quo und die zentralen Entwicklungslinien der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland auf.

Fallbeispiele zu den Wirkungen des Elterngeldes

2026
| Projekt

Das Elterngeld gilt als wichtiges Instrument der Familienpolitik. In unserer Expertise für den Verband berufstätiger Mütter e. V. untersuchten wir mit Fallballbeispielen, wie verschiedene Parameter die Elterngeldhöhe von Müttern und Vätern beeinflussen.

Dynamischer Herstellerabschlag: Fiskalische Wirkung und strukturelle Risiken

2026
| Expertise

In unserem Policy Brief nehmen wir den dynamischen Herstellerabschlag für Arznei-mittel aus dem GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz genauer in den Blick und bewerten seine Auswirkungen.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren