Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)
2024
Aecoute, Guidehouse
Die stromkostenintensiven Unternehmen des produzierenden Gewerbes wurden über die Besondere Ausgleichsregelung in den Jahren 2019 bis 2021 jeweils um mehr als 5 Milliarden Euro durch Begrenzung der EEG- und KWK-Umlage sowie der Offshore-Netzumlage entlastet. Das zeigt der Bericht, den wir zusammen mit Aecoute und Guidehouse für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) erstellt haben.
Der Bericht untersuchte die Entwicklung der Besonderen Ausgleichsregelung und der Wirtschaftlichkeit der Eigenversorgung im deutschen Strommarkt in den Jahren 2019 bis 2023. Für diese beiden Teile war Prognos verantwortlich und hatte zudem die Gesamtprojektleitung. Außerdem wurde der entstehende Markt für Power Purchase Agreements beleuchtet. Die Ergebnisse gingen in den Erfahrungsbericht des BMWK zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein.
Die Besondere Ausgleichsregelung schafft für stromkostenintensive Unternehmen und weitere Berechtigte die Möglichkeit, ihre Umlagen auf die Netzentnahme von Strom zu begrenzen. Dafür müssen sie einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellen.
Die Ergebnisse unserer Analyse:
Die Eigenversorgung von Industriebetrieben, die als Betreiber der Anlagen ihren eigenerzeugten Strom nutzen, wurde durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014 der Lieferung von Strom gleichgestellt und mit der EEG-Umlage belastet.
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Industrielle Anlagen zur Eigenversorgung sind heute noch wirtschaftlich, weil die Strombezugskosten der Unternehmen höher sind als die Stromgestehungskosten der Anlagen, die vom eingesetzten Brennstoff und den CO2-Kosten dominiert werden. Dieses Verhältnis wird sich in der Zukunft allerdings umkehren:
Individuell ausgehandelte, langfristige Stromlieferverträge, sogenannte Power Purchase Agreements (PPA), können Unternehmen bei der Beschaffung von grünem Strom unterstützen.
Die Ergebnisse zum deutschen PPA-Markt:
Außerdem wurde die Wirtschaftlichkeit von PPA-Anlagen in verschiedenen Strompreisumfeldern und an Standorten unterschiedlicher Güte geprüft. Ziel war es, Ansatzpunkte für politische Maßnahmen zu identifizieren.
Das sind die Ergebnisse:
Daher schätzt der Bericht das Potenzial von Erneuerbare-Energien-Investitionen via PPAs insgesamt als begrenzt ein.
Die drei Instrumente Besondere Ausgleichsregelung, Stromerzeugung zur Eigenversorgung sowie Power Purchase Agreements wurden jeweils mit zwei Herangehensweisen untersucht:
Die Untersuchung der Besonderen Ausgleichsregelung für stromkostenintensive Unternehmen basiert zu großen Teilen auf der Antragsdatenbank des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Bei den Auswertungen handelt es sich um aggregierte Angaben der Antragsstellenden aus den Antragsformularen.
Zur Studie (PDF)
Mehr Informationen auf der BMWK-Webseite
Projektteam: Marcus Koepp, Karsten Weinert
Stand: 05.11.2024
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