Leitfaden für eine Erwerbsmigrationsstrategie in der Region Ems-Vechte

Auftraggeber

Landkreis Emsland

Jahr

2025


Der Fachkräftemangel, ausgelöst durch den demografischen Wandel, droht ohne Gegenmaßnahmen die deutsche Wirtschaft allmählich zu schwächen. Weder Qualifizierungsprogramme noch technische Fortschritte werden diesen Verlust allein ausgleichen. Um den wirtschaftlichen Aufschwung und die öffentliche Versorgung zu sichern, braucht Deutschland in erheblichem Umfang qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland. Sie bringen nicht nur Erfahrungen, Ideen und Fähigkeiten mit, die Innovation und Wissenstransfer vorantreiben. Sie stärken auch das Ansehen einer Region als attraktiven Ort zum Arbeiten und Leben.

Im Auftrag der Zukunftsregion Ems-Vechte entwickelte Prognos einen Leitfaden, der zeigt, wie eine wirksame und effiziente Strategie für Erwerbsmigration gestaltet werden kann.

Zukunftsregion Ems-Vechte setzt auf Erwerbsmigrationsstrategie

Das Thema Erwerbsmigration spielt in der Region Ems-Vechte eine zentrale Rolle für die Zukunft. Unternehmen, Intermediäre und Verwaltungen vor Ort wollen Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen, sie integrieren und ihnen langfristige Perspektiven bieten. Der seit Jahren bestehende Fachkräftemangel hat sich inzwischen zu einem allgemeinen Arbeitskräftemangel ausgeweitet, der alle Branchen trifft.

Die bisherigen Erfolge bei der Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte sind vielversprechend. Doch um die Erwerbsmigration weiter zu stärken, braucht es mehr personelle Kompetenzen und bessere organisatorische Abläufe. So könnte die Region ihre Vorreiterrolle ausbauen und Wettbewerbsvorteile sichern.

Der Erfolg dieser Maßnahmen hängt entscheidend davon ab, dass sowohl die Region und ihre Unternehmen als auch die ankommenden Erwerbsmigrantinnen und Erwerbsmigranten mit Offenheit und gegenseitiger Akzeptanz agieren.

Handlungsempfehlungen zur Gewinnung ausländischer Fachkräfte

Gemeinsam mit regionalen Stakeholdern wurden fünf zentrale Handlungsfelder identifiziert:

  • Organisation: Formulierung einer akteursübergreifenden Vision, eine klare Prozessorganisation, zusätzliche personelle Ressourcen, Beschleunigung bzw. Vereinfachung des Anerkennungsprozesses
  • Harmonisierung und Austausch: Fokus auf wenige ausgewählte Herkunftsländer, Vielfalt bereits bestehender Initiativen als Chance begreifen, Wissenstransfer fördern
  • Standortattraktivität: Standortmarketing erweitern, Wohnraumbeschaffung vereinfachen, Mobilitätsangebote verbessern
  • Sensibilisierung der Willkommenskultur: Aufzeigen der Bedeutung von Erwerbsmigration durch eine abgestimmte Kommunikationsstrategie, Sensibilisierung der Unternehmensbelegschaft für das Thema, bessere Einbindung in außerbetriebliche Strukturen
  • Sprache: Angebot an Sprachkursen ausbauen (online, branchenspezifische Kurse etc.)

Unsere Vorgehensweise

Um das vielschichtige Themenfeld der Erwerbsmigration umfassend zu beleuchten, wurden auf der Grundlage eines Multi-Methodenansatzes mehrere ineinandergreifende Arbeitsschritte durchgeführt:

  • sozioökonomische Analyse
  • umfassendes Interviewprogramm mit Arbeitsmarktakteuren sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern
  • Workshops mit regionalen Stakeholdern
  • Regionalökonomisches Prognosemodell zur Ermittlung der zukünftigen Erwerbstätigennachfrage
  • Fachkräftemodell zur Ermittlung des Angebots/Bedarfs zukünftiger Berufe/Qualifikationen

Links und Downloads

Zum Bericht (PDF)

Projektteam: Nikolaus Bajor, Markus Hoch, Renke Janshen, Fabian Malik (PL)

Stand: 19.05.2025

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Fabian Malik

Senior Projektleiter

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