Optimierung der Smart Specialisation Strategies (S3) für Innovation und Wachstum in der EU

Auftraggeber

Europäische Kommission/DG REGIO

Jahr

2025

Partner

CSIL


Wie gut setzen Europas Regionen ihre Strategien für Intelligente Spezialisierung (S3) um und welche Rolle spielen diese für Innovation, industrielle Transformation und Digitalisierung?

Im Auftrag der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission (DG REGIO) analysierte Prognos den Status und die Wirksamkeit der S3 im Zeitraum 2021-2027. Ziel der Studie war es, die regionale Umsetzung, Wirkungen und Herausforderungen besser zu verstehen.

Zentrale Ergebnisse der Untersuchung

  • S3 als dynamisches Policy‑Framework für Forschung, Innovation und Industrie: Unsere EU‑weite Befragung zeigt, dass 66 Prozent der Teilnehmenden S3 als zentralen Rahmen für die Forschungs- und Innovationspolitik in ihrer Region oder ihrem Mitgliedstaat sehen. S3 dient damit nicht nur der Mittelvergabe, sondern bietet strategische Orientierung für Investitionen und stärkt regionale Innovationsökosysteme.
  • Strategisch durchdachte und fokussierte Prioritätensetzung: In 171 nationalen und regionalen S3‑Strategien haben wir 1.064 spezifische Prioritätsbereiche identifiziert – im Schnitt sechs pro Strategie. Diese Prioritäten verbinden technologische oder sektorale Stärken mit übergeordneten Transformationszielen und gesellschaftlichen Herausforderungen. S3 wirkt so als integrierter Policy-Mix für Wettbewerbsfähigkeit, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
  • Starke Verknüpfung mit europäischen Technologie- und Transformationszielen: Alle Regionen haben mindestens einen Schwerpunkt für die grüne und/oder digitale Transformation gesetzt. 84 Prozent der Prioritäten sind den STEP-Technologiebereichen zugeordnet. Häufig kombinieren Regionen digitale Technologien, ressourceneffiziente Lösungen und Biotechnologie, um den Doppelwandel voranzutreiben.
  • Umsetzung über ein breites Spektrum politischer Maßnahmen: Text‑Mining‑Analysen in 183 EFRE‑Programmen identifizierten mehr als 1.600 S3‑bezogene politische Maßnahmen. Neben Forschung und Innovation fördern diese auch industrielle Modernisierung, die Wettbewerbsfähigkeit von KMU, Kompetenzen und den grünen Wandel. In 51 Prozent der Programme geht S3 über den klassischen F&I-Kontext hinaus.
  • Regionale Governance als Stärke – mit klarer Ausrichtung auf Kooperation: Von 171 Strategien sind 150 vollständig regional ausgerichtet. Alle S3-Strategien und EFRE-Programme betonen die interregionale Zusammenarbeit. In der Praxis bremsen jedoch begrenzte personelle Ressourcen, schwierige Projektanbahnungen und der Zugang zu Fördermitteln diese Kooperationen.  

Handlungsansätze  

Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen vertikalen und horizontalen Prioritäten ist entscheidend. Dafür braucht es leistungsfähige Institutionen und eine strukturierte Einbindung der Stakeholder. Interregionale Zusammenarbeit gelingt nur, wenn die beteiligten Akteure über ausreichenden Handlungsspielraum verfügen. Reformen sollten an den jeweiligen Kontext angepasst und strategisch eingebettet werden.  

Monitoring und Evaluierung müssen zu effektiven Managementwerkzeugen werden. Ein harmonisiertes System, das laufend Ergebnisse auswertet, könnte entscheidend dazu beitragen, S3-Strategien in konkrete Erfolge für die Regionen zu übersetzen.  

Unsere Vorgehensweise

Seit ihrer Einführung in der Kohäsionspolitik 2014-2020 haben sich die S3-Strategien der EU deutlich weiterentwickelt. Die frühere Pflicht zu einer Innovationsstrategie als Voraussetzung für EFRE-Mittel wurde in der Förderperiode 2021-2027 durch eine „ermöglichende Bedingung“ ersetzt. Diese umfasst sieben klare Kriterien. Der Schwerpunkt liegt nun stärker auf Governance, klaren Zuständigkeiten sowie auf wirksamen Systemen für Monitoring und Evaluierung.

Für die Analyse führten wir zusammen mit CSIL folgende Maßnahmen durch: 

  • EU‑weite Stakeholder‑Befragung mit über 240 Teilnehmenden
  • KI‑gestützte Analyse von mehr als 420 Dokumenten, darunter 171 S3‑Strategien und 183 EFRE‑Programme
  • 30 halbstrukturierte Interviews
  • 14 vertiefende Fallstudien in europäischen Regionen

Vorläufige Ergebnisse wurden im Juni 2025 auf der S3-Konferenz der Europäischen Kommission vorgestellt.

Links und Downloads

Zum Bericht (PDF, EN)

Zu den Kernergebnissen (PDF, EN)

Zu den Fallstudien (PDF, EN)

Projektteam: Dr. Jonathan Eberle, Dr. Eva Dantas, Felix Ginzinger, Francesco Fumagalli, Paulius Mater-Pranskevicius, Paul Möhlmann, Fabian Schmidt, Johanna Thierstein, Isabel Schöfl, Dr. Justyna Kramarczyk, Dr. Jan-Philipp Kramer, Vincent Vogelsang, Joseba Unzaga Rubio

Stand: 14.04.2026

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Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Jan-Philipp Kramer

Partner, Leitung EU-Services

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