Status quo der Wärmeplanung in Deutschland

Auftraggeber

Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) und Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Jahr

2022

Partner

Öko-Institut, ifeu, Universität Stuttgart, Prof Dr. Stefan Klinski und Kanzlei Becker Büttner Held


Unser Auftrag

Die (strategische) kommunale Wärmeplanung steht in Deutschland noch ganz am Anfang und ist bis auf einige wenige Ausnahmen in den Bundesländern noch nicht gesetzlich verankert. Unabhängig davon haben einige Kommunen auf freiwilliger Basis bereits Erfahrungen mit der Wärmeplanung gemacht. Sie wurde in diesen Kommunen entweder von den Kommunen selbst oder auf Initiative von lokalen Energieversorgern bzw. Fernwärmeunternehmen initiiert.

Gemeinsam mit dem Öko-Institut ifeu, der Universität Stuttgart, Prof Dr. Stefan Klinski und der Kanzlei Becker Büttner Held haben wir den aktuellen Stand der gesetzlichen Rahmenbedingungen und Verankerung der (kommunalen) Wärmeplanung in Deutschland, insbesondere auf Ebene der Bundesländer dargestellt. Der Bericht wurde erstellt im Rahmen des Arbeitspakets 7.1 „Kommunale Wärmepläne“ des Projekts „Wärmewende: Die Energiewende im Wärmebereich – Zielbild und Instrumente zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung“ im Auftrag der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Unsere Vorgehensweise

Für den Bericht wurden umfassende Recherchen durchgeführt, um den Status Quo der Wärmeplanung in Deutschland aufzuarbeiten. Hierzu wurden Gesetze und Leitfäden in Bundesländern und Kommunen analysiert und zusammen mit bestehenden Klimaschutzkonzepten und zahlreichen Workshops mit Entscheidern und Stakeholdern eingeordnet. Ergänzt wurden diese Ergebnisse um Erfahrungen aus dem Ausland.

Parallel dazu wurden Handlungsempfehlungen für eine rechtliche Ausgestaltung einer möglichen verpflichtenden Wärmeplanung erarbeitet, sowie der Finanzierungsbedarf und die -möglichkeiten dieses Vorhabens bestimmt.

Kernergebnisse

Die gesetzliche Verankerung der Wärmeplanung in Baden-Württemberg ist die bislang umfangreichste in Deutschland. Ende 2021 führte Schleswig-Holstein ebenfalls eine verpflichtende kommunale Wärmeplanung ein, die sich inhaltlich stark an der Umsetzung in Baden-Württemberg orientiert. Beide Gesetze gewährleisten, dass durch die zu erstellenden Wärmepläne in den Bundesländern der Großteil der Kommunen erfasst wird. Der Fokus liegt dabei auf großen, dicht besiedelten Gebieten. In Baden-Württemberg werden zudem kleinere Kommunen, die nicht zu einer Wärmeplanung verpflichtet sind, durch ein begleitendes Förderprogramm unterstützt, freiwillig einen Wärmeplan zu erstellen. Wärmeplanung wird in beiden Bundesländern als Prozess verstanden. Die Gesetze werden deshalb regelmäßig fortgeschrieben.

Da Wärmeplanung eine zusätzliche Aufgabe ist, die auch finanziellen Aufwand bedeutet, müssen Kommunen vielfältige öffentliche Leistungen bereitstellen und finanzieren. Deshalb sind haben Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein die Finanzierung der Erstellung von Wärmeplänen (Konnexitätsprinzip) ebenfalls gesetzlich verankert.

Links und Downloads

Zur Studie (bfee-online.de)

Unsere Arbeit zur Wärmewende

Projektteam: Silvia Dominkovic, Nils Thamling, Dominik Rau, Malek Sahnoun

 

Stand: 24.11.2022

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Nils Thamling

Prinzipal

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

Auswirkungen geplanter Gesetzesänderungen auf die Kosten erneuerbarer Energien

2026
| Projekt

Prognos hat die die kumulativen Auswirkungen der geplanten Regelungen auf die Stromgestehungskosten neuer Windenergie- und Photovoltaikanlagen für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft untersucht.

Investitionen für Klimaschutz

2026
| Projekt

Welche Investitionen für ein klimaneutrales Deutschland bis 2045 nötig sind, haben wir für die KfW berechnet.

Energetische Sanierungen von Gebäudegruppen

2026
| Projekt

Für die Deutsche Energieagentur haben wir untersucht, wie die energetische Sanierung von Gebäudegruppen dazu beitragen kann, Sanierungen zu beschleunigen und effizienter zu machen.

Prognos bringt Energieeffizienz-Expertise in EU-Initiative ein

2026
| In eigener Sache

Im Rahmen der Energy Efficiency Financing Coalition wurde Prognos als Mitglied des österreichischen National Hub ausgewählt. Dort wirken wir in der Arbeitsgruppe für kleine und mittlere Unternehmen mit und bringen unsere Expertise zu Energieeffizienz und deren Finanzierung ein.

Evaluierung Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Deutschland

2026
| Projekt

Welche Rolle spielt Kraft-Wärme-Kopplung im klimaneutralen Energiesystem? Für das BMWE bewerteten wird die Entwicklung, Potenziale und Reformbedarf des KWKG.

Fokusthema: Hitzesommer 2026

2026
| Expertise

Hitze entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor: von Arbeitsschutz über Lieferketten bis zu Investitionsentscheidungen. Prognos verfasste eine sechsteilige Gastartikelreihe für den Haufe Sustainability Newsletter.

Europas Clean-Tech-Industrie: Wertschöpfung, Beschäftigung und Fachkräftebedarf

2026
| Projekt

Unsere Studie für die Europäische Umweltagentur zeigt: Die Dynamik der Clean-Tech-Industrie ist hoch – doch qualifizierte Arbeitskräfte werden zum entscheidenden Erfolgsfaktor für die Net-Zero-Ziele der EU.

Analysetool für die Energiewende

2026
| Projekt

Für eine öffentliche Einrichtung in Österreich entwickelte Prognos ein datenbasiertes Analysetool, das die Leistungsfähigkeit von Forschung, Technologie und Innovation entlang der Energiewende systematisch bewertet.

Landwirtschaft im Klimawandel: Regionale Anpassung in Schleswig-Holstein

2026
| Projekt

Wie kann sich die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein an den Klimawandel anpassen? Wir entwickelten Beratungsunterlagen, damit Klimaanpassung praxisnah in die landwirtschaftliche Beratung integriert werden kann.

Erneuerbare Energien in Hamburg

2026
| Projekt

Für die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur haben wir die wirtschaftliche Lage und Entwicklungspotenziale von Windkraft, Solar und Co. mit Sonderfokus auf Wasserstoff in der Stadt und Metropolregion Hamburg untersucht.

Über Prognos

Wir vereinen Wirtschaftsforschung und Strategieberatung für tragfähige Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Unsere belastbaren Daten, präzisen Analysen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse ermöglichen faktenbasierten Fortschritt – finanziell unabhängig, politisch neutral.

Mehr erfahren