Zurück zur Projektübersicht

Mindesteffizienzstandards von Bestandsgebäuden

Auftraggeber

Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) und Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Jahr

2022

Partner

ÖKO-Institut e.V., ifeu, BBH, Prof. Dr. jur. Stefan Klinski


Fragestellung und Ziel

Die Einführung von Minimum Energy Performance Standards (MEPS) ist wichtig, um die energetische Sanierungsrate von Bestandsgebäuden zu steigern. Im Zuge der Novellierung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) spielen MEPS bereits eine zentrale Rolle: Der im Dezember 2021 vorgelegte Kommissionsvorschlag zur Novellierung der EPBD sieht die Einführung von Mindeststandards in Bestandsgebäuden in Europa vor. Die MEPS ersetzen dabei nicht bestehende Politikinstrumente wie Förderung (BEG) und Ordnungsrecht (GEG), sondern ergänzen diese mit dem Ziel, Gebäude mit hohen CO2-Emissionen prioritär zu adressieren.

Mit der Einführung von MEPS müssen Gebäude ab einem bestimmten Zeitpunkt einen vorgegebenen Mindesteffizienzstandard erfüllen. Dies können Vorgaben für den Endenergieverbrauch, Primärenergieverbrauch oder die CO2-Emissionen sowie das Erreichen einer bestimmten Effizienzklasse für das Gebäude oder Anforderungen an einzelne Bauteile (Fenster, Fassade usw.) sein. Erfüllt ein Gebäude diesen Standard nicht, so ist der Eigentümer verpflichtet, das Gebäude bis zum genannten Zeitpunkt energetisch zu sanieren. Die konkrete Ausgestaltung in Deutschland ist bislang noch offen. Mit der Untersuchung von verschiedenen Ausgestaltungsvarianten liefert dieses Gutachten Grundlagen für die weitere Diskussion zur Umsetzung von MEPS in Deutschland.    

Das Kurzgutachten wurde im Rahmen des Projektes „Wärmewende: Die Energiewende im Wärmebereich“ erstellt. Ziel des Kurzgutachtens war es, die verschiedenen Ausgestaltungsvarianten der Mindestvorgaben für die Energieeffizienz von Bestandsgebäuden zu untersuchen (Minimum Energy Performance Standards, MEPS) und ihre Wirkung abzuschätzen sowie die rechtliche Realisierbarkeit zu prüfen.

Unsere Vorgehensweise  

Unser Untersuchungsschwerpunkt lag in der Abschätzung der Wirkungen von Mindeststandards auf die THG-Emissionen des Gebäudebestandes.

Zugrunde gelegt wurde dafür die Verteilung der Gebäudenutzflächen nach Effizienzklassen und Baualtersklassen auf den deutschen Gebäudebestand. Nachfolgend wurde der Effekt unterschiedlicher Umsetzungsvarianten der MEPS auf die THG-Emissionen des gesamten Gebäudebestandes berechnet. Der Bericht dokumentiert die Varianten, die ausreichen, um die Klimaschutzziele im Jahr 2030 für den Gebäudesektor zu erreichen. Neben der Zielerreichung 2030 war eine weitere Vorgabe, dass die Sanierungsrate bzw. die jährliche Bauleistung möglichst kontinuierlich und ohne sprunghafte Veränderungen verlaufen soll.

Kernergebnisse

Zusammenfassend zeigt die Studie: Durch die Einführung von MEPS im Gebäudesektor kann eine erhebliche Menge Treibhausgas eingespart werden.

Sollen im ersten Schritt alle Gebäude der Effizienzklassen F, G, H mit einem Endenergieverbrauch von über 200 kWh/(m²*a) adressiert werden und alle Gebäude dieser Effizienzklassen auf die Klasse B oder die nächstbeste Klasse saniert sein, so muss diese erste Stufe spätestens zum Jahr 2029 (Mittelwert des ermittelten Zeitraums) greifen. Um den Eigentümerinnen und Eigentümern von Gebäuden ausreichend Zeit zur Einhaltung der dynamischen Stufenkurven einzuräumen, müssten diese mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf festgelegt und verkündet werden. Bei einer Ankündigung im Jahr 2022 verblieben den Eigentümerinnen und Eigentümern noch sieben Jahre zur Umsetzung.

Links und Downloads

Bericht: Mindestvorgaben für die Gesamteffizienz von Bestandsgebäuden (bfee-online.de)

Mehr zu unserer Arbeit im Projekt

Projektteam: Nils Thamling, Paurnima Kulkarni, Dominik Rau

Stand 5.8.2022

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Nils Thamling

Prinzipal

Profil ansehen

Paurnima Atul Kulkarni

Beraterin

Profil ansehen

Dominik Rau

Projektleiter

Profil ansehen

Mehr Studien & Projekte zu diesem Thema

More studies & projects on this topic

Policy Paper MEPS: Mindesteffizienzstandards von Bestandsgebäuden

2023
| Projekt

Die energetische Gebäudesanierung ist ein wichtiger Teil um die Klimaschutzziele im Gebäudesektor zu erreichen. Welche Rolle dabei MEPS spielen kompakt zusammengefasst.

Warmmiete für die Wärmewende

2022
| Projekt

Wenn in Mietverträgen nur noch die Warmmiete vereinbart wird, erhöht das den Anreiz für energetische Sanierungen. Aber ist ein solches Modell auch machbar?

Regulierung des Drittnetzzugangs zu Wärmenetzen

2022
| Projekt

Die EU-Kommission will den Drittnetzzugang zu Wärmenetzen verbindlich machen. Für das BMWK bewerten wir die Konsequenzen für Deutschland und den möglichen Beitrag zur Dekarbonisierung.

Evaluierung und Weiterentwicklung des nationalen Emissionshandels (nEHS)

2022
| Projekt

Im Auftrag des Umweltbundeamtes entwickeln wir gemeinsam mit dem FÖS und dem DIW geeignete Ansätze zur Wirkungsabschätzung des nEHS.

Status quo der Wärmeplanung in Deutschland

2022
| Projekt

Wie sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Wärmeplanung in Deutschland verankert? Eine Bestandaufnahme.

Die Welt verhandelt über das Klima

2022
| Meldung

Am Sonntag startet die 27. UN-Weltklimakonferenz. Verschiedene Medien greifen Prognos-Studien und -Expertise auf.

Elf Maßnahmen, um die Klimaziele für 2030 zu erreichen

2022
| Projekt

Deutschland droht seine Klimaziele für 2030 zu verfehlen. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft schlägt elf Maßnahmen vor. Wir haben deren Klimaschutzwirkung im Verkehrs- und Gebäudebereich bewertet.

Wärmepumpen unter der Lupe

2022
| Projekt

Wärmepumpen sind durch gestiegene Gaspreise für durchschnittlich sanierte Mehrfamilienhäuser deutlich wirtschaftlicher als fossile Wärmeerzeuger.

Energieeffizienz-Maßnahmen zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit

2022
| Meldung

Russische Gas- und Ölimporte: Friedrich Seefeldt diskutierte auf einer Veranstaltung der Roadmap Energieeffizienz 2045 kurz- und langfristige Energieeffizienz-Maßnahmen.

Vergleich der „Big 5“ Klimaneutralitätsszenarien

2022
| Projekt

Transparenz in der Debatte Klimaneutralität. Ein Vergleich der „Big 5“ Klimaneutralitätsszenarien.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren