Fragestellung und Ziel
Die digitale Transformation wird die öffentliche Verwaltung in den nächsten Jahren massiv verändern. Mit dem Trendreport „Digitaler Staat“ lenken die Prognos AG und der Behörden Spiegel jährlich den Blick auf ein Zukunftsthema der digitalen Transformation. Der diesjährige Report liefert eine systematische Gesamtschau der Organisationsstrukturen, die sich in den Kommunen zur Gestaltung der Digitalisierung herausgebildet haben.
Matthias Canzler von Prognos stellt am 5. September 2022 den aktuellen Trendreport im Rahmen der Tagung „NORDL@NDERDIGITAL“ vor. In seinem Impulsvortrag spricht er über die Kernergebnisse des Trendreports und geht dabei im Besonderen auf die Potenziale der interkommunalen Zusammenarbeit ein.
Unsere Vorgehensweise
Von März bis Mai 2022 wurde eine deutschlandweite Online-Befragung der Kommunen (Gemeinden, Städte und Landkreise) von Prognos mit Unterstützung durch den Deutschen Städtetag und den Deutschen Landkreistag durchgeführt.
Die Daten wertete Prognos anschließend aus und bereitete sie gemeinsam mit dem Behörden Spiegel für die Studie auf. Zwischen Juni und August 2022 wurden Fachgespräche mit Praktikerinnen und Praktikern aus den Kommunen sowie dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Landkreistag geführt, um die Ergebnisse einzuordnen und zu reflektieren.
Kernergebnisse
Für die Kommunen gibt es heute zwei übergeordnete Gestaltungsbereiche der Digitalisierung: die Verwaltungsdigitalisierung und die digitale Daseinsvorsorge. Viele Kommunen konzentrieren sich momentan darauf, die eigene Verwaltung zu digitalisieren. Bei der digitalen Daseinsvorsorge, bei der es um Mobilität, Wirtschaft, Bildung, Gesundheitsversorgung, Kultur und Teilhabe geht, sind die kreisfreien Städte den anderen Kommunen voraus. Sie sind gesamtheitlich gesehen etwas weiter im Erstellen strategischer Konzepte für die digitale Daseinsvorsorge und verfügen in den meisten Fällen auch über entsprechende Organisationsstrukturen und Verantwortlichkeiten. Die Kreise und kreisangehörigen Städte folgen jedoch nach und haben für die nahe Zukunft strategische Implementierungen verstärkt geplant.

Es gibt nicht die eine Organisationsstruktur für die Gestaltung der digitalen Transformation. Es haben sich unterschiedliche Formen und Rollen etabliert. Zentral ist, dass die Hausspitze/politische Leitung den digitalen Wandel unterstützt. Zudem werden Chief Digital Officer, Chief Information Officer, Digitallotsinnen und -lotsen, eigene Fachämter und Stabsstellen als sinnvolle organisatorische Lösungen bewertet. Eigene Digitalagenturen werden als weniger sinnvoll betrachtet.
Als zentrale Hürden nennen die Kommunen Personalkapazitäten und den Aufbau und Ausbau von Kompetenzen für die Gestaltung der digitalen Transformation.
Der Bedarf an interkommunaler Zusammenarbeit ist sehr hoch – das gilt auch für ihre Potenziale, die bisher aber nur ansatzweise ausgeschöpft werden. Mehrwerte werden in einem regelmäßigen Austausch, in neuen Impulsen, Standardisierung, dem Teilen von Ressourcen und dem Kompetenzaufbau gesehen. Mittels einer Übersicht über mögliche Formate bietet der Trendreport einen Ansatzpunkt dem starken Wunsch nach stärkerer interkommunaler Zusammenarbeit nachzukommen.
Links und Downloads
Zum Report 2022
Zu den vorherigen Reports
Projektteam: Matthias Canzler, Franziska Stader, Joanna Hüffelmann
Stand: 5.9.2022