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11. Monitoring der Energiewende

Auftraggeber

vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

Jahr

2023


Die Ampeln stehen auf Rot – zumindest im 11. Energiewendemonitoring, das Prognos für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) erstellte. Im Vergleich zum Vorjahr verschlechterten sich zwei Bereiche, die zuvor auf Grün standen: Treibhausgasemissionen und der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch. Lediglich die Stromausfallzeit bleibt auf Grün, alle weiteren Indikatoren lagen im negativen Bereich.

Dr. Almut Kirchner, Energie- und Klimaschutzexpertin bei Prognos betont: „Deutschland und Bayern haben ihre Klimaziele verschärft – doch die Maßnahmen und Instrumente reichen nicht aus, um diese Ziele nachhaltig zu erreichen. Das 11. Energiewendemonitoring zeigt: Die Umsetzungs- und Handlungslücke ist gewachsen. Langfristig hilft hier nur der Ausbau von erneuerbaren Energien, verbunden mit verstärktem Einsatz von Effizienztechnologien in Industrie, Wärmewende und Verkehrswende.“

Bezahlbarkeit: Starke Preissteigerungen von Strom und Gas

Wir betrachteten in unserem jährlichen Energiewendemonitoring vier Bereiche, die wir für die vbw einordnen und bewerten:

1. Versorgungssicherheit

  • diese war 2021 durchgehend gewährleistet, die Vorhaltung nationaler Reservekapazitäten blieb notwendig, um das Stromnetz stabil zu halten
  • der Netzausbau kam nur schleppend voran
  • Deutschland blieb dennoch unter den Ländern mit der besten Qualität der Stromversorgung

2. Bezahlbarkeit

  • Strom- und Gaspreise in Industrie und Privathaushalten stiegen 2021 stark an
  • das hatte erhebliche Folgen für die Energiekosten von Industrie, Dienstleistungen, Landwirtschaft und Haushalten
  • diese Tendenz verstärkte sich 2022 noch

3. Energieeffizienz & Erneuerbare

  • Energieeinsparungen blieben 2021 unzureichend
  • Deutschland entfernt sich seit 2014 immer weiter von seinen Effizienzzielen
  • der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch verschlechterte sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr
  • der Stromverbrauch in Deutschland und Bayern stieg an

4. Umweltverträglichkeit

  • die Treibhausgas-Emissionen erhöhten sich 2021 um 4,5 Prozent gegenüber 2020
  • die Emissionen des Verkehrssektors verblieben auf dem Niveau des Vorjahres, während der Industriesektor und die Energiewirtschaft wieder mehr Emissionen ausstießen
  • bei vielen Klimaschutzindikatoren konnten wir nur geringe Fortschritte feststellen

Bereits seit 2012 untersuchen wir, inwieweit Deutschland seine Energieziele erreicht und wo Ausbaubedarf besteht. Die Daten zum Gasverbrauch sowie zur Klima- und Umweltverträglichkeit betrachteten wir erstmals in dem vorliegenden Monitoring zu 2021. Wo Daten zu 2022 vorlagen, flossen sie teilweise in die Bewertung ein.

Einordnung: Ausbau der Erneuerbaren ist Schlüssel zur Energiewende

Auch 2021 stand im Zeichen der Corona-Pandemie: Im Vergleich zu 2020 nahm der Energieverbrauch insgesamt wieder zu. Lediglich im Verkehrssektor lag der Verbrauch immer noch unter dem Wert von 2019. Im vierten Quartal 2021 wurden zudem fossile Energieträger wie Gas knapp – was sich in einem deutlichen höheren Energiepreis niederschlug, der 2022 weiter stark anstieg. Ein stärkerer Ausbau an erneuerbaren Energien könnte diesen starken Preisanstieg zumindest dämpfen.

Insgesamt deuten die von uns erhobenen Indikatoren darauf hin: In Deutschland schreitet die Energiewende zu langsam voran. Da insbesondere der Ausbau der Erneuerbaren lahmt, muss in den kommenden Jahren sehr viel passieren, damit Deutschland seine Energie- und Klimaziele erreicht.

Links und Downloads

Studie zum Download (PDF)

Mehr Informationen (Webseite vbw)

Projektteam: Dr. Almut Kirchner, Sven Kreidelmeyer

Stand: 20.1.2023

Neuigkeiten aus dem Projekt

Vorstellung des 11. Monitorings der Energiewende

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Dr. Almut Kirchner präsentiert in München die aktuellen Ergebnisse des 11. Monitorings der Energiewende.

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