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Projektauftakt

Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland

Auftraggeber

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Jahr

2021

„Klimabedingte Extremereignisse werden mit Fortschreiten des Klimawandels wahrscheinlicher und extremer.“
Jan Trenczek, Projektleiter

Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Außergewöhnliche Hitze-, Dürre-, Hochwasser- oder Starkregenereignisse führen zu Ernteausfällen, Infrastrukturschäden oder zu steigenden Gesundheitskosten. Die zentrale Frage ist hier: Welche Schäden haben klimabedingte Extremereignisse in der Vergangenheit angerichtet, und was werden diese Deutschland auch zukünftig noch kosten?

Zu einzelnen Ereignissen als Folgen des Klimawandels in Deutschland gibt es bereits erste Kostenschätzungen. Was derzeit jedoch noch fehlt, ist ein Gesamtbild der volkswirtschaftlichen klimawandelbedingten Schadens- und Anpassungskosten. Ein neues Projekt für das Bundesministerium für Umwelt will diese Lücke schließen:
Im zweieinhalbjährigen Forschungsvorhaben „Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland“ analysieren Expertinnen und Experten des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und von Prognos systematisch die Folgekosten für die deutsche Volkswirtschaft. Hierfür blickt das Projektteam auf vergangene Extremwetterereignisse zurück und modelliert zukünftige Kosten.

„Klimabedingte Extremereignisse werden mit Fortschreiten des Klimawandels wahrscheinlicher und extremer. Das Problem: Ihre Schäden und Folgekosten sind vielschichtig und oftmals schwer zu erfassen. Unser Ziel ist es daher, die Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland greifbar zu machen. Mit den Ergebnissen wollen wir Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zielgruppengerecht informieren und sensibilisieren“, fasst Jan Trenczek, der das Projekt bei Prognos leitet, den Anspruch an das Projekt zusammen.

Vergangene und zukünftige Kosten des Klimawandels werden sichtbar

Das Projekt will das Ausmaß vergangener und zukünftiger Kosten des Klimawandels sichtbar machen: Auf Grundlage einer Vielzahl an Daten und Informationen verschiedenster Quellen werden Aussagen zur Verteilung von Risiken und Kosten des Klimawandels in der Vergangenheit getroffen. Hierbei fokussiert die Untersuchung die relevantesten und mit den höchsten Schäden verbundenen Klimawirkungen und ihre vielfältigen Schadensdimensionen. Auf Basis der Untersuchung vergangener Schadensereignisse erfolgt später ein Übertrag in die Zukunftsperspektive, in der mithilfe einer Modellierung ermittelt wird, mit welchen volkswirtschaftlichen Schäden Deutschland bis 2030 und 2050 durch den Klimawandel zu rechnen hat.

Auf diesen Informationen aufbauende Kosten-Nutzen-Bewertungen zu Klimawandelschäden und nötigen Ausgaben für die Anpassung an den Klimawandel sollen öffentliche und private Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dabei unterstützen, konkrete Anpassungsmaßnahmen für ein klimawandelresilientes Deutschland zu identifizieren. Ein umfangreicher Kommunikationsprozess begleitet die Erarbeitung der Projektergebnisse und sorgt dafür, dass ausgewählte Zielgruppen mit den Kernbotschaften erreicht werden.

Weitere Informationen zum Projekt auf der Seite des IÖW

19. 05. 2021: Diskussion mit Akteurinnen und Akteuren zum Projektauftakt

Wie kann das ökonomische Verständnis von Klimawandelfolgen gestärkt werden? Zu dieser Frage fand im Kontext des Projektes am 19. Mai ein Workshop mit Akteurinnen und Akteuren statt. Mit großem Erfolg, wie Prognos-Experte und Projektleiter Jan Trenczek sagt: „Wir haben mit über 100 Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Handlungsfeldern der Deutschen Anpassungsstrategie diskutiert und viele neue Erkenntnisse gewonnen. Die Ansätze werden wir im Rahmen des Projektes diskutieren und weiterentwickeln“.

Zu Beginn des Workshops stellte das IÖW erste Projektergebnisse zur Systematisierung der Kostendimensionen von Klimaschäden vor. Diese lassen sich sowohl in direkte als auch indirekte (Folge-)Schäden durch klimawandelbedingte Ereignisse einteilen, und können sowohl in monetären als auch nicht-monetären Dimensionen auftreten. Für die Ermittlung der tatsächlichen Schadenskosten ist diese Einteilung von hoher Relevanz: So sind direkte Schäden an Gebäuden infolge eines Hochwassers deutlich präziser zu erfassen als Kosten durch Krankheiten oder Todesfälle, die infolge einer extremen Hitzewelle auftreten.

Der zweite Teil des Tages diente dem interaktiven Austausch der Teilnehmenden in verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen: In insgesamt drei Gruppen diskutierten die Teilnehmenden jeweils zu Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, in der Land – und Forstwirtschaft sowie zu Gesundheitsschäden und sozialen Effekten des Klimawandels.

Zentrale Botschaft des Workshops, die auch von den Teilnehmenden mehrfach angesprochen wurde: Die systematische Erfassung der Gesamtschäden des Klimawandels stellt ein komplexes Vorhaben dar, das mit hohen Anforderungen an die Untersuchungs- und Modellierungsmethodik einhergeht. Trotz der offenkundigen Unsicherheiten generiert eine Quantifizierung jedoch einen deutlichen Informationsmehrwert und ist daher sinnvoll.

Die Ergebnisse des Workshops werden zeitnah auf der Website des IÖW zur Verfügung gestellt.

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Oliver Lühr

Vize-Direktor, Bereichsleiter Umwelt-, Kreislaufwirtschaft und Klimawandel

Profil ansehen

Dr. Jan Trenczek

Projektleiter

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