Szenarien zur Berechnung
der Kosten
für die Verkehrswende
in Deutschland

Auftraggeber

Agora Verkehrswende

Jahr

2024


Dass die Verkehrswende  kostet, ist klar. Aber wie hoch sind die tatsächlichen Ausgaben des Verkehrssektors und wie viel muss in Fahrzeuge, Infrastruktur und Personal investiert werden, um eine konsequente Transformation umzusetzen? Das untersuchte Prognos im Auftrag von Agora Verkehrswende anhand von drei Szenarien.

Die Studie enthält auftragsgemäß keine Handlungsempfehlungen, sondern skizziert der interessierten Öffentlichkeit ein umfassendes Bild der finanziellen Belastungen und potenziellen Einsparungen durch den Übergang zu einem nachhaltigen und klimaneutralen Verkehrssystem.

Was die Studie ebenfalls nicht betrachtet: Mögliche Kosten für Einzelpersonen, die im Prozess der Verkehrswende entstehen können und die von der Politik zu berücksichtigen sind.

Szenarienvergleich: Ausgaben und Kosten im Verkehrssektor

Die Analyse der Ausgaben und Kosten im Verkehrssektor basiert auf drei Szenarien, um zu ermitteln, welche Politikpfade zu welchem Investitionsbedarf und zu welchen Kosten führen.

Die Ausgaben umfassen sowohl Zahlungen der privaten als auch der öffentlichen Hand. Für investive Ausgaben wie Fahrzeuge, Züge oder Lade- und Verkehrsinfrastruktur werden sowohl Ausgaben als auch Kosten berücksichtigt. Die Kosten werden als Annuitäten berechnet, das bedeutet, dass die Ausgaben verzinst über die Lebensdauer der Güter verteilt werden. Bei Investitionsgütern wird also zwischen Ausgaben und Kosten unterschieden, während bei laufenden Kosten – wie Energiekosten, Personalkosten und Wartungskosten nur die Ausgaben betrachtet werden, die im jeweiligen Jahr anfallen. Alle Ausgaben und Kosten werden inflationsbereinigt zur Preisbasis 2022 ausgewiesen.

Referenzszenario: basiert auf der aktuellen Politik und absehbaren Entwicklungen ohne zusätzliche Instrumente.

  • Die kumulierten Ausgaben liegen in diesem Szenario im Betrachtungszeitraum (2023 bis 2045) bei knapp 10 Billionen Euro, jedoch werden hier die Klimaziele verfehlt.
  • Über den gesamten Zeitraum betrachtet sind die Ausgaben im Referenzszenario in etwa gleich hoch wie im Zielszenario 1.

Zielszenario 1: geht davon aus, dass sofort umfassende und entschlossene Maßnahmen ergriffen werden, um die Treibhausgasemissionen des Verkehrs zu reduzieren und das Klimaziel 2045 zu erreichen.

  • Um die Emissionen im Zielszenario 1 kurzfristig stark zu senken, sind höhere Investitionen bei Schienen- und Ladeinfrastrukturen sowie für die Elektrifizierung der Fahrzeuge notwendig.
  • Langfristig werden diese erhöhten Ausgaben durch geringere Kosten für Energie und Wartung kompensiert.
  • Damit sind die jährlichen Ausgaben und Kosten in der langfristigen Betrachtung in Zielszenario 1 geringer als in den beiden anderen Szenarien.

Zielszenario 2: verfolgt auch das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045, allerdings wird erst verzögert gehandelt. Hier werden Klimaschutzmaßnahmen erst nach 2030 umgesetzt.

  • Bis 2030 liegen die Kosten von Zielszenario 2 gleich hoch wie im Referenzszenario.
  • Nach 2030 resultieren Mehrbelastungen vor allem aus dem modellierten Abwrackprogramm für Pkw und den eingesetzten strombasierten Kraftstoffen.

Klimafreundliche Verkehrsträger stärken, grüne Technologien forcieren

Ein zentrales Ergebnis der Szenarienanalyse ist, dass signifikante Einsparungen von Treibhausgasemissionen grundsätzlich ohne volkswirtschaftliche Mehrkosten möglich sind.

Die Verkehrswende ist zwar mit höheren Kosten für Schieneninfrastruktur, Elektrofahrzeuge oder Personal im ÖPNV verbunden. Dem stehen jedoch insgesamt geringere Ausgaben für Energie, Straßenfahrzeuge, Wartungskosten sowie Effizienzgewinne und nicht zuletzt geringere Belastungen durch die Klimafolgen des Verkehrs gegenüber.

Tabelle: Gesamtergebnis im Szenarienvergleich

Unsere Vorgehensweise

Das Referenzszenario ist angelehnt an das Szenario „Mit weiteren Maßnahmen“ aus dem Projektionsbericht 2023 des Umweltbundesamtes für Deutschland. Zielszenario 1 orientiert sich an dem Projekt Klimaneutrales Deutschland 2045.

Alle Szenarien wurden mithilfe des TEMPO-Modells von Prognos berechnet und beruhen auf den gleichen Verkehrsentwicklungen und Rahmendaten. Dies bedeutet, dass in den Szenarien keine Einschränkungen der Mobilität – weder für Personen noch für Güter – angenommen werden. Die Verkehrsleistung steigt in allen Szenarien bis 2035 auf rund 1.230 Milliarden Personenkilometer an und sinkt dann bis 2045 bedingt durch die demografische Entwicklung leicht ab.

Der Unterschied zwischen den Szenarien besteht in der Entwicklung des Modal Splits und damit der Verteilung auf die Verkehrsmittel. In den beiden Zielszenarien kommt es zu einer deutlichen Verlagerung vom Straßenverkehr auf den Schienenverkehr.

Um aus den Verkehrsszenarien die Kosten abzuleiten haben wir verschiedene Studien analysiert, führten Fachgespräche und veranstalteten Workshops mit Expertinnen und Experten.

Links und Downloads

Zur Langfassung (PDF)

Zum Kompaktbericht von Agora Verkehrswende (PDF)

Zum Q&A

Weitere Infos bei Agora Verkehrswende

Projektteam: Alex Auf der Maur, Andreas Brutsche, Tim Trachsel, Marie-Luise Zwicker

Stand: 27.05.2024

Presseanfragen

Alle Anfragen sind an Agora Verkehrswende zu richten:

E-Mail: info@agora-verkehrswende.de | Telefon: +49 (0)30 7001435-000

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Alex Auf der Maur

Senior Projektleiter

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Marie-Luise Zwicker

Projektleiterin

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