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Umsetzung der Klimapfade
in Baden-Württemberg

Auftraggeber

Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag (BWIHK)

Jahr

2024


Unternehmen in Baden-Württemberg haben in den letzten Jahren bereits vielfältige Klimaschutzmaßnahmen ergriffen. Dennoch bleiben die Treibhausgas-Emissionen auf einem hohen Niveau. Der Grund: Effizienzsteigernde Maßnahmen werden überlagert von einer erhöhten Produktion. 

Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß der Industrie in Baden-Württemberg um weitere 23 Prozent reduziert werden – das entspricht einer Verdoppelung der bisherigen jährlichen Reduktionsgeschwindigkeit. Prognos untersuchte für die Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammer (BWIHK), was Unternehmen und politische Akteure zeitnah angehen müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

Unternehmen brauchen Unterstützung auf dem Weg zur Transformation

Zur Bewältigung der Herausforderungen auf dem Pfad zur Klimaneutralität bestehen bei vielen Unternehmen Informations- und Unterstützungsbedarfe. Dies betrifft insbesondere die beiden Kernfragen: 

  • Welche konkreten Maßnahmen sind in den verschiedenen Branchen erforderlich, um die Klimaziele zu erreichen? 
  • Innerhalb welchen Zeithorizonts sollten diese umgesetzt werden?

Verschiedene Hebel zur Erreichung der Klimaziele

Prognos untersuchte wesentliche Hebel, die zur Erreichung der Ziele genutzt und entwickelte einen zeitlichen Rahmen, in dem diese angegangen werden können. Neben Energieeffizienz und erneuerbaren Energien betrifft das auch bekannte und neue Treibhausgas-arme oder -neutrale Produktionstechnologien sowie eine strategische Vorgehensweise und Zusammenarbeit der Akteure.

Die wichtigsten unternehmensnahen und noch vor 2030 relevanten Handlungsempfehlungen sind:

  • Efficiency First  
  • Ausbau der Fern- und Umweltwärme sowie der Solarthermie
  • Zubau von Öfen für feste biogene Brennstoffe  
  • Anstoßen einer (intelligenten) Elektrifizierung der
  • Prozesswärmebereitstellung  
  • zeitnahes Umsetzen der Energieaudit- und EMS-Maßnahmen
  • Vorantreiben der Abwärmenutzung  
  • Einbau von Wärmepumpen und Nutzung von Fernwärme in Nichtwohngebäude  
  • Dämmen von Nichtwohngebäuden  
  • Stärkung der Sekundärrouten 

Zudem erarbeitet die Studie weitere unternehmensnahe Handlungsempfehlungen, die für die spätere Erreichung einer klimaneutralen Wirtschaft wichtig sein werden und deren Planung bereits deutlich vor 2030 beginnen sollte:

  • Tiefen-Geothermie erschließen  
  • Einsatz von grünem Wasserstoff als Brennstoff  
  • Kohlenstoffabscheidung an Zementklinker- und Kalkwerken  
  • Flexibilitätsoptionen und Speichermöglichkeiten mitdenken

Die Transformationskosten für die Unternehmen belaufen sich bis 2030 auf rund zehn Milliarden Euro und bis 2040 auf weitere neun Milliarden Euro. Demgegenüber stehen Einsparungen bei den Energieträgerkosten in Höhe von rund neun Milliarden Euro bis 2030 und weiteren fast 35 Milliarden Euro bis 2040. Das Fazit: Die Transformation erfordert intensive Anstrengungen aller Akteure, sie kann aber gelingen.

Unsere Vorgehensweise

Prognos führte ein mehrstufiges Untersuchungskonzept durch: Insgesamt drei Module widmen sich dem Zahlenwerk der Klimapfade in Baden-Württemberg, den Herausforderungen der Transformation sowie den daraus folgenden Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung bei der Transformation. Die aus den gewonnenen Erkenntnissen abgeleiteten 25 Handlungsempfehlungen wurden hinsichtlich der Zielgruppe (Branchen), dem Transformationshebel, der Relevanz, dem Ambitionsgrad sowie dem Handlungsfeld (Instrumente, Politik) kategorisiert. Diese gruppen- und akteursspezifischen Handlungsempfehlungen unterstützen die Unternehmen bei der Transformation zu einer emissionsarmen Wirtschaft und beugen Fehlentwicklungen vor, da gestrandete Investitionen vermieden werden.

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Projektteam: Dr. Almut Kirchner, Paurnima Kulkarni, Dr. Fabian Muralter, Dr. Alexander Piégsa

Stand: 16.01.2024

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Dr. Alexander Piégsa

Senior Experte Modelle & Industrie

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