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Vereinbarkeit von Familie und Beruf | Freitag, 18.09.2020

Unternehmen werden in Corona-Krise familienbewusster

Als im Frühjahr alle Schulen und Kitas geschlossen waren, merkten die Unternehmen, wie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist. Prognos befragte Unternehmen und Eltern im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und präsentiert die Ergebnisse.

@ iStock.com – Vasyl Dolmatov

Durch die Corona-Krise haben Unternehmen die immense betriebswirtschaftliche Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfahren. 82 Prozent der Unternehmen sagen, dass Kinderbetreuung ein zentraler Faktor für die Produktivität ihres Unternehmens ist. Die Studie „Neue Chancen für Vereinbarkeit! Wie Unternehmen und Familien der Corona-Krise erfolgreich begegnen“ erstellte Prognos im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“. Die Ergebnisse stellt Dr. David Juncke von Prognos auf dem Unternehmenstag 2020 vor.

Neue Personalmaßnahmen

Die Unternehmen haben sich in der Krise überwiegend als hilfsbereite Partner der Eltern bewiesen. Zwei Drittel der Unternehmen wurden von ihren Beschäftigten auf die Kinderbetreuung angesprochen und haben mit ihnen Lösungen entwickelt. „Von den befragten Eltern haben drei Viertel gesagt, dass ihnen nach einem Gespräch mit ihrem Arbeitgeber auch wirklich geholfen wurde“, betont Prognos-Projektleiter Dr. David Juncke.
Jedes zweite Unternehmen führte als Reaktion auf die Krise familienbewusste Maßnahmen ein oder weitete das vorhandene Angebot aus. Dies gilt insbesondere für Homeoffice und/oder flexible Arbeitszeiten. Diese Maßnahmen will mehr als die Hälfte der Unternehmen auch nach der Krise weiterverfolgen.

Gegen eine Retraditionalisierung der Elternrollen

Väter packen in der Krise mit an. Ein großer Teil der Väter hat mit den Arbeitgebern vereinbart, dass sie ihre Arbeitszeiten oder ihren Arbeitsort verändern, um sich um die Kinder kümmern zu können. Die Mehrheit der Unternehmen unterstützt auch in der Krise eine aktive Vaterschaft und spricht sich gegen eine Retraditionalisierung der Elternrollen aus. Unternehmen sehen, dass für beide Elternteile Vereinbarkeitsfragen relevant sind. Erwerbstätigkeit von Müttern wird ebenso wie Familienzeit von Vätern für Unternehmensverantwortliche selbstverständlicher.
„Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass in den Unternehmen eine aktivere Kommunikationskultur entstanden ist“, ergänzt Dr. David Juncke. „Über das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird nun viel häufiger und offener gesprochen.“

Vorgehensweise

Es wurden 750 Personalverantwortliche bzw. Geschäftsführungen von Unternehmen mit mindestens 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland befragt. Ergänzend befragte das Institut für Demoskopie Allensbach 1.493 Väter und Mütter mit Kindern unter 15 Jahren. Zusätzlich haben wir Personalverantwortliche aus verschiedenen Unternehmen zu ihren Erfahrungen interviewt. Zusammengenommen ergibt das ein umfassendes Bild der Herausforderungen, vor denen Unternehmen und ihre Beschäftigten mit Kindern stehen, aber auch der Chancen, die sich daraus ergeben.

undefinedDirekt zur Studie „Neue Chancen für Vereinbarkeit! Wie Unternehmen und Familien der Corona-Krise erfolgreich begegnen“ (PDF)

undefinedPressemitteilung des Familienministeriums (Webseite BMFSFJ)

undefinedRückblick Unternehmenstag 2020 (Webseite BMFSFJ)

undefinedWeitere Infos zum Unternehmensprogramm „Erfolgsfaktor Familie“ (Website BMFSFJ)