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Förderung von Großunternehmen durch die EU-Kohäsionspolitik

Auftraggeber

Europäische Kommission

Jahr

2016


Prognos und KPMG haben die Förderung von Großunternehmen durch die europäische Struktur- und Kohäsionspolitik der Förderperiode 2007–2013 in acht EU-Mitgliedsstaaten ausgewertet. Mit Hilfe eines neuartigen Evaluationsansatzes, analysierten die Autorinnen und Autoren, unter welchen Rahmenbedingungen die Förderung von Großunternehmen wünschenswerte Effekte mit sich gebracht hat und ordnungspolitisch legitimierbar ist.

Die Kernerbnisse im Überblick

  • In der Förderperiode 2007–2013 wurden durch die europäische Kohäsionspolitik circa 6 Milliarden EUR in die Förderung von Großunternehmen investiert.
  • Durch Anwendung eines neuartigen Evaluationsansatzes (theorie-basierte Wirkungsevaluation), konnte die „Black-Box“ potentieller Fördereffekte und der Beitrag von Kohäsionspolitik dezidiert bestimmt werden.
  • Bei 20 Prozent der Großunternehmen trat durch die Förderung die gewünschte Verhaltensänderung ein und die EFRE-Förderung zeigte sich als einer der Haupteinflussfaktoren für die Projektumsetzung.
  • In 50 Prozent der Fälle beeinflusste die EFRE-Förderung das Investitionsverhalten der Unternehmen, insbesondere den Zeitpunkt und die Tragweite des umgesetzten Projekts.
  • Ein geringfügiger Einfluss auf das Verhalten von Großunternehmen durch die EFRE-Förderung wurde in 30 Prozent der Fälle festgestellt.
  • 90 Prozent der geförderten Projekte wiesen direkte positive Effekte auf, gleichzeitig ließen sich nicht alle beobachteten Effekte auf die EU-Förderung zurückführen.
  • Bei fokussierten Förderstrategien konnten in 75 Prozent der Projekte indirekte und weiterreichende positive Effekte der Förderung festgestellt werden – gleichwohl konnten solche Effekte in vielen Fällen nicht erreicht werden, da die Förderung zu inputorientiert und zu stark auf direkte Effekte ausgerichtet war.
  • Langfristige Nachhaltigkeit der geförderten Projekte von Großunternehmen bleibt unsicher, kann aber durch ein gutes Matching mit der lokalen Industriestruktur und bei längerfristigen Investitionslebenszyklen gesteigert werden.
  • Die künftige Förderung von Großunternehmen durch Struktur- und Kohäsionspolitik sollte selektiver werden – verstärkt sollten die Induzierung von Spillover-Effekten auf KMU und die Regionalwirtschaft, die Finanzierung von Projekten von Mid-Caps sowie die Attrahierung von Investitionen aus Drittländern.

Hintergrund der ex-post Evaluation

Der Abschlussbericht des Arbeitspakets vier (Förderung von Großunternehmen) ist eine ex-post Evaluation europäischer Programme im Rahmen der Kohäsionspolitik der Förderperiode 2007–2013. Finanziert wird dieser durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Kohäsionsfonds (KF). Insgesamt wurden acht EU Mitgliedsstaaten untersucht. Auf diese entfielen 75 Prozent aller Mittel für Unternehmensförderung der Kohäsionspolitik. Im europäischen Vergleich entfielen die höchsten absoluten Finanzvolumina für die Förderung von Großunternehmen auf sieben der hier untersuchten Staaten (entsprechend der Ausgaben: Polen, Deutschland, Portugal, Spanien, Ungarn, Italien und die Tschechische Republik). In diesem Förderbereich wies Österreich darüber hinaus den höchsten relativen Mittelanteil auf.

Zur Studie (PDF, englisch, ec.europa.eu)

Autor: Dr. Jan-Philipp Kramer

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