Zurück zur Projektübersicht

Welche Branchen der Brexit am meisten trifft

Auftraggeber

Bertelsmann Stiftung

Jahr

2019


Die Folgen des Brexits werden in Deutschland vor allem im verarbeitenden Gewerbe spürbar werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognos-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Demnach könnten hierzulande besonders die Unternehmen der Pharmabranche, der Kokerei- und Mineralölverarbeitung sowie der Metallerzeugung und Metallbearbeitung von den Auswirkungen betroffen sein, wenn die Briten die EU verlassen. „Gemessen an einer Reihe relevanter Indikatoren, die wir für die Studie analysiert haben, sind diese Wirtschaftszweige am stärksten mit dem Vereinigten Königreich verflochten“, so Studienleiter Andreas Sachs.

In der britischen Wirtschaft könnten sich die Folgen dagegen am stärksten in den Branchen Chemie, Metallerzeugung und Metallbearbeitung, Bergbau und Kraftwagenbau bemerkbar machen. Wie die von Prognos untersuchten Indikatoren zeigen, weisen britische Unternehmen aus diesen Wirtschaftszweigen die stärkste Abhängigkeit von Deutschland auf.

Die Prognos-Studie zeigt auch, dass Folgen des Ausstiegs der Briten aus der EU insgesamt weniger dramatisch ausfallen werden als derzeit viele befürchten. „Wie sich der bevorstehende Brexit am Ende wirtschaftlich auswirkt, lässt sich nur schwer abschätzen. „Wer sich allerdings nur die amtlichen Handelsdaten anschaut, überschätzt die Folgen vermutlich“, so Sachs. „Ganz so gravierend, wie die reinen Außenhandelszahlen vermuten lassen, werden die Auswirkungen wohl nicht sein.“

Hintergrund

Laut Zahlungsbilanzstatistik der Deutschen Bundesbank exportierte Deutschland im Jahr 2017 Güter und Dienstleistungen im Wert von fast 115 Milliarden Euro auf die Insel, das sind mehr als 7 Prozent aller Ausfuhren. Im Gegenzug importierte die Bundesrepublik Güter und Dienstleistungen im Wert von knapp 70 Milliarden Euro aus Großbritannien, das sind 5 Prozent aller Einfuhren. Diese Zahlen zeigen Deutschland und Großbritannien als wichtige Handelspartner. Doch die deutsch-britischen Wirtschaftsbeziehungen bilden sie längst nicht vollständig ab.

Um zu messen, welche Branchen in beiden Ländern wie stark vom Brexit betroffen sein werden, hat Prognos deshalb untersucht, wie abhängig die Wirtschaftszweige vom jeweiligen Land sind. Dafür wurden folgende Indikatoren ausgewählt:

  1. Der Anteil der britischen Wertschöpfung, die Unternehmen in Deutschland importieren, am Wert der in Deutschland hergestellten Produkte, die in Deutschland und im Ausland verkauft werden.
  2. Der Anteil, den die nach Großbritannien exportierte Wertschöpfung an der Wertschöpfung hat, den eine Branche in Deutschland insgesamt erbringt.
  3. Und der Anteil, den die nach Großbritannien exportierten Endnachfrageprodukte an den insgesamt exportierten Endnachfrageexporten haben.

Direkt zur Studie (Englisch, PDF, Website Bertelsmann Stiftung)

Autor: Dr. Andreas Sachs

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Andreas Sachs

Projektleiter

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Zweiter Sozialbericht des Freistaates Sachsen

2022
| Projekt

Prognos hat für das Sächsische Ministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt die soziale Lage im Freistaat Sachsen analysiert.

Fachkräftesicherung durch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

2022
| Projekt

Gut qualifizierte Mütter sind häufig nicht oder nur in Teilzeit erwerbstätig. Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf könnte das ändern.

Just Transition Platform: Treffen der Arbeitsgruppe Chemische Industrie

| Event

Beim Treffen der Arbeitsgruppe Chemische Industrie werden Vorschläge diskutiert, die den EU-Regionen mit einer starken chemischen Industrie den gerechten Übergang zur Klimaneutralität erleichtern sollen.

BAFA Energietag 2022 – Erste Ergebnisse zu Schlüsselberufen in der Energieeffizienz

| Event

Lauritz Wandhoff präsentiert erste vorläufige Ergebnisse der Studie „Schlüsselberufe und Schlüsselkompetenzen in der Energieeffizienz“.

Workshop: Internationale Erfahrungen bei der Evaluation von Mindestlöhnen

| Event

Gwendolyn Huschik nimmt am internationalen Workshop der Mindestlohnkommission teil.

Kein Generationenkonflikt: Jung und Alt suchen vor allem Sicherheit.

2022
| Projekt

Studie vergleicht „Boomer“ und Generation Z: Hohes Sicherheitsbedürfnis bei Jung wie Alt.

Arbeitswelt-Portal präsentiert sich im neuen Look

2022
| Meldung

Fokussierter, strukturierter und noch übersichtlicher – alle wichtigen Themen zum Wandel der Arbeitswelt in vielfältigen Formaten.

DGB Transformationskonferenz Rheinland-Pfalz

| Event

Kristina Stegner stellt die Transformationsagentur Rheinland-Pfalz vor, bei deren Umsetzung Prognos das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung fachlich und organisatorisch unterstützt.

Konferenz: Transformation der Arbeitswelt in der Großregion

| Event

Jan Tiessen stellt in Luxemburg die Aufgaben der Transformationsagentur Rheinland-Pfalz vor, die 2022 ihre Arbeit unter der Leitung von Prognos aufgenommen hat.

Familien in der Corona-Pandemie

2022
| Projekt

Wie erleben Familien die Corona-Pandemie? Ein systematischer Überblick über einschlägige Studien im Rahmen unserer Arbeit für das Kompetenzbüro Wirksame Familienpolitik.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren