Zurück zur Projektübersicht

Querschnittsbranchen

Alternative Branchenabgrenzung

Auftraggeber

Hans-Böckler-Stiftung

Jahr

2021


Fragestellung & Ziel

Die Verflechtung zwischen industrieller Produktion und industrienahen Dienstleistungen hat in Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Ein Grund hierfür ist die zunehmende Ergänzung der Sachgüterproduktion mit Dienstleistungs- und Servicekomponenten, welche die Produktion und den Verkauf der Güter unterstützen. Ein weiterer Grund liegt in der höheren Dienstleistungsintensität, die der technologische Fortschritt beispielsweise durch mehr wartungsintensive Maschinen oder technologische Beratungsleistungen verlangt. Die zunehmende Verflechtung von Industrie und Dienstleistung führt dazu, dass Tätigkeiten in der Statistik nicht mehr klar einzelnen Branchen oder Produktionsbereichen zugeordnet werden können. Die Wirtschaftsklassifikation des Statistischen Bundesamtes, die die Grundlange für die Abgrenzung von Branchen bildet, teilt Unternehmen nach ihrer Haupttätigkeit und der Frage „Was wird produziert?“ einem Wirtschaftszweig zu.

Dieses Vorgehen hat einen Nachteil: Ändern sich Unternehmensstrukturen, indem beispielsweise Prozesse an andere Unternehmen ausgelagert werden, die formal zu anderen Wirtschaftszweigen gehören, ändern sich Branchengewichte und -entwicklungen, ohne dass dies eine real-wirtschaftliche Entsprechung hätte. Zudem bleibt der Zweck der Produktion in dieser Sichtweise unberücksichtigt.

Vor diesem Hintergrund war das Ziel der Studie, eine neue Branchenabgrenzung und -zuordnung zu schaffen, die sich nicht an der Frage „Was wird produziert?“ sondern an der Frage „Wofür wird produziert?“ orientiert.

Vorgehen & Ergebnisse

Für eine neue Klassifikation grenzte das Projektteam sogenannte Querschnittsbranchen ab und speiste die Daten zu Wertschöpfung und Beschäftigung aus der amtlichen Statistik gemäß der Wirtschaftszweigklassifikation 2008 in die neue Abgrenzung ein. Daraus wurden anschließend insgesamt 16 Branchensteckbriefe erstellt. Die Steckbriefe beleuchten vergangene Entwicklungen der Querschnittsbranchen, stellen Prognosen zur zukünftigen Entwicklung an und bewerten sie jeweils vor dem Hintergrund der drei globalen Trends Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung.

Die alternative Branchenabgrenzung zeigt deutlich die eng verflochtene Wirtschaftsstruktur in Deutschland und verdeutlicht die gegenseitige Abhängigkeit von industriellen Produktionsprozessen und industrienahen Dienstleistungen. Im Ergebnis stellt sich die Frage, ob die bestehende Abgrenzung von Branchen gemäß der Klassifikation der Wirtschaftszweige ausreichend und noch zeitgemäß ist, oder ob angesichts zunehmender Verflechtungen von Unternehmen und Branchen alternative Ansätze der Abgrenzung nötig sind.


Projektteam: Dr. Andreas Sachs, Dr. Jan Trenczek, Dr. Michael Böhmer, Jakob Ambros, Johann Weiss, Eva Willer

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Andreas Sachs

Projektleiter

Profil ansehen

Dr. Jan Trenczek

Projektleiter

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Polen und Ungarn in der EU – eine wirtschaftliche Erfolgsstory in Gefahr?

2022
| Projekt

Eine Untersuchung der wirtschaftlichen Verflechtungen Polens und Ungarns mit Deutschland und Bayern für die vbw.

Auswirkungen von Produktfälschungen auf die globale Wertschöpfung

2022
| Projekt

Wie hoch sind die globalen Wertschöpfungsverluste durch Produkt- und Markenpiraterie? Das haben wir als Beitrag für eine Studie berechnet.

Kein Generationenkonflikt: Jung und Alt suchen vor allem Sicherheit.

2022
| Projekt

Studie vergleicht „Boomer“ und Generation Z: Hohes Sicherheitsbedürfnis bei Jung wie Alt.

DGB Transformationskonferenz Rheinland-Pfalz

| Event

Kristina Stegner stellt die Transformationsagentur Rheinland-Pfalz vor, bei deren Umsetzung Prognos das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung fachlich und organisatorisch unterstützt.

Konferenz: Transformation der Arbeitswelt in der Großregion

| Event

Jan Tiessen stellt in Luxemburg die Aufgaben der Transformationsagentur Rheinland-Pfalz vor, die 2022 ihre Arbeit unter der Leitung von Prognos aufgenommen hat.

Familien in der Corona-Pandemie

2022
| Projekt

Wie erleben Familien die Corona-Pandemie? Ein systematischer Überblick über einschlägige Studien im Rahmen unserer Arbeit für das Kompetenzbüro Wirksame Familienpolitik.

Blockchain in der Kreativwirtschaft

2022
| Projekt

Die Technologie ermöglicht neue Geschäftsmodelle für Kreativschaffende. Und sie bietet Lösungsansätze für zentrale Herausforderungen der Branche.

Ökologische Transformation und Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein

laufend
| Projekt

Wie viele Fachkräfte braucht Schleswig-Holstein für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen? Was sind die Schlüsselberufe für eine erfolgreiche Umsetzung?

Digitaler Salon: Zur Zukunft des Modells Deutschland

| Event

Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff diskutiert beim digitalen Salon des Zentrum Liberale Moderne die Frage: Ist das "Modell Deutschland" zukunftsfähig?

Preistransparenz in der Energiekrise

2022
| Meldung

Warum es gerade jetzt darauf ankommt, jede Kilowattstunde zu sparen und was dafür getan werden muss. Ein Gastartikel von Energieexperte Jens Hobohm und Chefvolkswirt Dr. Michael Böhmer.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren