Zurück zur Projektübersicht

Öffentliche Finanzen

Schulden-Check Corona: Studie zur Belastung der öffentlichen Finanzen

Auftraggeber

INSM

Jahr

2021


Wie stark belastet die Corona-Krise die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen? Im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat unser Volkswirtschaftsteam gerechnet und analysiert.

Der Anstieg der staatlichen Schulden bzw. der Schuldenstandsquote in Deutschland durch die Corona-Krise ist  unvermeidlich. Studienleiter Jan Limbers erklärt dazu: „Mit Blick auf die dringend benötigten Hilfsmaßnahmen ist das eine angemessene Reaktion auf die Krise.“

Aufgrund der hohen Bonität der stark nachgefragten deutschen Staatsanleihen konnten die Anleihen mit einem negativen Zinssatz emittiert werden. Eine finanzielle „Mehrbelastung“ der Bundesbürgerinnen und -bürger durch die Kreditaufnahme findet entsprechend vorerst nicht statt. Dies kann sich jedoch ändern, wenn das Zinsniveau in Zukunft wieder steigen sollte und die Anleihen am Ende ihrer Laufzeit refinanziert werden müssen.

Schuldenstandsquote bereits 2028 wieder unter 60-Prozent-Marke

Die Studienautoren zeigen auf Basis der aktuellen Prognos-Referenzprognose für Deutschland: Der Vorkrisenwert der Schuldenstandsquote von 60 Prozent wird bereits im Jahr 2028 wieder unterschritten. Danach führt die Schuldenbremse – genauer: die Vorgabe für den strukturellen Budgetsaldo – zu einer stetigen Verringerung der Schuldenstandsquote auf 44 Prozent im Jahre 2040.

In ökonomischer Hinsicht ist eine anhaltende Absenkung der staatlichen Schuldenstandsquote kein Selbstzweck: In der mittelfristigen Perspektive, wenn der krisenbedingte Anstieg der Schuldenstandsquote wieder abgebaut ist, würde eine inhaltliche Erweiterung der Schuldenbremse – gemessen an der Prognos-Referenzprognose – die fiskalischen Gestaltungsmöglichkeiten des Staates erweitern. Denkbar wären zum Beispiel die Berücksichtigung des Zinssatzes auf Staatsanleihen und der Wachstumsrate des Bruttoinlandproduktes. Angesichts der Herausforderungen des Klima- und des demografischen Wandels wird dieser zusätzliche Handlungsspielraum mittel- und langfristig dringend benötigt. Gleichwohl ist dies kein Plädoyer für eine Abkehr von einer regelgebundenen Fiskalpolitik.

Zur Studie (PDF, Website INSM)

Zur Pressemitteilung der INSM

 

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Oliver Ehrentraut

Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung, Partner, Direktor

Profil ansehen

Jan Limbers

Senior-Experte

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Kein Generationenkonflikt: Jung und Alt suchen vor allem Sicherheit.

2022
| Projekt

Studie vergleicht „Boomer“ und Generation Z: Hohes Sicherheitsbedürfnis bei Jung wie Alt.

Beitrag von Green Finance zum Erreichen von Klimaneutralität in Deutschland

2022
| Projekt

Wie groß ist der öffentliche Anteil an Klimaschutzinvestitionen? Eine Untersuchung für die KfW.

Ist die gesetzliche Krankenversicherung generationengerecht?

Meldung

Prognos-Experte Stefan Moog hat untersucht, wie die Nachhaltigkeit von Systemen wie der GKV berechnet werden kann.

Auftaktveranstaltung: R+V Zukunftsfestival

| Event

Christian Böllhoff stellt die Schwerpunkte und das Design der Studie „Zukunft gemeinsam gestalten“ vor.

Wirtschaftliche Bewertung der Entwicklung des Werftquartiers in Bremerhaven

2022
| Projekt

Das Werftquartier in Bremerhaven soll auf neue Weise genutzt werden. Prognos wird die mittel- bis langfristigen regionalwirtschaftlichen Effekte der Umgestaltung des Quartiers analysieren.

Kindergrundsicherung: kein Selbstläufer

2022
| Projekt

Die Kindergrundsicherung kann Armutsrisiken reduzieren und Chancen verbessern. Ein neues Hintergrundpapier enthält Einschätzungen und neue Berechnungen rund um das Vorhaben der Ampel-Regierung.

Evaluation der Investitionsprogramme Kinderbetreuungsfinanzierung

laufend
| Projekt

Welche Wirkung haben die Investitionsprogramme des Bundes auf den Kita-Ausbau in den Ländern? Prognos untersucht die Förderungen.

Studienpräsentation: Zukunft gemeinsam gestalten

| Event

Auf dem R+V Zukunftsfestival werden erstmals die Ergebnisse der Studie „Zukunft gemeinsam gestalten“ präsentiert.

Beitrag von Green Finance zum Erreichen von Klimaneutralität

2021
| Projekt

Zur Erreichung von Klimaneutralität wird Green Finance künftig eine stärkere Rolle spielen. Hierzu quantifiziert Prognos erstmals die gesamten erforderlichen Klimaschutzinvestitionen in Deutschland.

Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und Bayern bis 2040

2021
| Projekt

Bayern und Deutschland können den BIP-Einbruch durch Corona bis 2022 wieder wettmachen. Prognos erstellte für die vbw eine Prognose zur Wirtschaftsdynamik bis 2040.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren