Zurück zur Projektübersicht

Aktualisierung der Studie aus dem Jahr 2013

Die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für den Wirtschaftsstandort

Auftraggeber

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)

Jahr

2017

Als PDF anzeigen

Wie beeinflusst die Versicherungswirtschaft die Wertschöpfung und Beschäftigung der gesamten Volkswirtschaft? Im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat Prognos diese Frage untersucht.

Die Versicherungswirtschaft hat im Jahr 2015 etwa 90 Mrd. Euro zur gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland beigetragen. Insgesamt waren knapp 1,2 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland von der Versicherungswirtschaft abhängig. Dies entspricht einem Wertschöpfungsanteil der Versicherungswirtschaft an der gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland von 3,3 %. Der Erwerbstätigenanteil liegt dabei bei 2,7 %. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Der Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekt wird dabei anhand von Input-Output-Analysen berechnet und setzt sich wie folgt zusammen. Erstens sind gut 530 Tsd. Beschäftigte und selbstständige Vermittler direkt in der Versicherungswirtschaft tätig. Bei einer umfassenden Betrachtung erzielen diese etwa 52 Mrd. Euro an Bruttowertschöpfung (direkte Effekte). Zweitens wird die Bedeutung der Versicherungswirtschaft als Abnehmer für Vorleistungsprodukte aus anderen Branchen berücksichtigt. Die dadurch in den zuliefernden Branchen ausgelösten Effekte belaufen sich auf knapp 370 Tsd. Beschäftigte und gut 21 Mrd. Euro an Bruttowertschöpfung (indirekte Effekte). Schließlich wird mit eingerechnet, dass die direkt und indirekt in der Versicherungswirtschaft Beschäftigten einen Großteil Ihres so erzielten Einkommens für Konsumzwecke ausgeben. Bei den Produzenten der konsumierten Güter sind von dieser Nachfrage etwa 280 Tsd. Beschäftigte sowie 17 Mrd. Euro an zusätzlicher Bruttowertschöpfung abhängig (konsuminduzierte Effekte).

Über diese direkt sichtbaren Effekte für die Gesamtwirtschaft hinaus hat die Versicherungswirtschaft eine elementare funktionale Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Grund hierfür ist zum einen die Übernahme von Risiken. Zum anderen die Rolle der Versicherungswirtschaft als institutioneller Investor für Unternehmen und die öffentliche Hand. Modellrechnungen weisen der Versicherungswirtschaft zwischen 1995 und 2014 aufgrund der funktionalen Bedeutung einen jährlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum von 0,1 Prozentpunkten zu. Demnach wäre das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2014 ohne die Versicherungswirtschaft um fast 50 Mrd. Euro niedriger (siehe Abbildung). Anders als der tatsächliche Wertschöpfungseffekt unterstreicht dieser Wert die funktionale Position, die die Versicherungswirtschaft für das Wirtschaftsleben in Deutschland hat.

Zur Studie (PDF)

Zur Kurzfassung der Studie (PDF)

Zur Grafik

Zur Pressemitteilung des GDV

Autorinnen und Autoren:

Dr. Michael Böhmer, Dr. Andreas Sachs, Markus Hoch

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Michael Böhmer

Chief Economist | Leiter Corporate Solutions

Profil ansehen

Dr. Andreas Sachs

Projektleiter

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Werfen Sie einen Blick in unsere neuesten Projekte und Aktivitäten.

Flüssige Medikamente

Pharmabranche zeigt sich krisenresilient

2021

Welchen Einfluss hat die Covid-19-Pandemie auf Exporte der deutschen Pharmaindustrie? Für den Verband der forschenden Arzneimittelhersteller untersuchten wir die volkswirtschaftliche Bedeutung der pharmazeutischen Exporte.

Neubau von Häusern am Fluss. Im Hintergrudn befinden sich Kräne.

Arbeitsplätze im Gebäudesektor können pandemiebedingte Jobverluste abfedern

2021

Welche Folgen hat die Pandemie für den Arbeitsmarkt in Deutschland? Für die Bundesverbände energieeffiziente Gebäudehülle e.V. (BuVEG) und Erneuerbare Energie e.V. (BEE) erstellten wir eine Studie zur Fachkräftesicherung im Gebäudesektor.

Schulungsraum mit Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Das Bildungsgrundeinkommen – ein Instrument der Weiterbildungsfinanzierung

2021

Das Zentrum Liberale Moderne macht einen Vorschlag, die Weiterbildungsfinanzierung auf neue Grundlagen zu stellen. Prognos hat die Kosten des neuen Instrumentes in einer Studie abgeschätzt.

Saisonarbeiterin bei der Spargelernte auf dem Feld

Folgen des Mindestlohns für die Saisonbeschäftigung

2021

Im Auftrag der Mindestlohnkommission erforschen Prognos und Qualitative Mind Research die Auswirkungen des Mindestlohns auf die Saisonbeschäftigten und die Betriebe.

eine junge Kassiererin scannt Produkte an eine Supermarktkasse

Diese Branchen sorgen für Stabilität in der Corona-Krise

2020

Corona lähmt die Wirtschaft – aber nicht überall. Um die Auswirkungen der Krise quantitativ einordnen zu können, hat Prognos die Branchen in Deutschland auf ihre „Robustheit“ in der Krise untersucht.

eine Seniorin nimmt an der Tür ein Paket entgegen

Gesamtbericht zur Evaluation des allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns

2020

Für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales haben wir evaluiert, wie der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland seit seiner Einführung im Jahr 2015 wirkt.

ein 50 Euro Schein wird aus einer Geldbörse entnommen

Lohneinkommensentwicklungen 2025

2020

Steigt die Produktivität der deutschen Wirtschaft, kommt das nicht bei jedem Einzelnen in gleichem Maße an. Das zeigt unsere Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

ein kleiner Junge spielt in einem Klassenzimmer

Zukunftsfelder für Erzieherberufe

2020

Mit der kath. Hochschule für Sozialwesen in Berlin haben wir für das Familienministerium Chancen und Möglichkeiten von Fachkarrieren in der frühen Bildung untersucht.

ein junger Mann programmiert einen Code an seinem Arbeitsplatz mit drei Bildschirmen

Migrantenunternehmen in Deutschland zwischen 2005 und 2018

2020

Im Auftrag der Bertelsmannstiftung haben wir das Ausmaß und die ökonomische Bedeutung von Migrantenunternehmen in Deutschland untersucht.

eine junge Frau sitzt vor ihrem Laptop am Schreibtisch

Corona und der Arbeitsmarkt

2020

Wie wirkt die Krise auf bestimmte Teilaspekte des Arbeitsmarkts? Für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft untersuchte ein Prognos-Team aus Arbeitsmarktexperten genau diese Fragestellung.

Adobe Stock - CleverStock

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren