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Evaluierung OP EFRE NRW | Donnerstag, 04.06.2020

Förderung innovativer Gründungen in NRW positiv

Im Rahmen der Evaluation des OP EFRE NRW ermittelte Prognos den Beitrag der Gründungsförderung zur Gründungsentwicklung in NRW. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Programme leisten überwiegend positive Beiträge zur Förderung innovativer Gründungen.

© iStock.com - scyther5

OP EFRE NRW (2014–2020) zielt auf die Förderung neuer Technologien und innovativer Unternehmen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ab. Das Kürzel OP EFRE NRW steht für das „Operationelle Programm Nordrhein-Westfalens für die Förderung von Investitionen in Wachstum und Beschäftigung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“. Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in Nordrhein-Westfalen (MWIDE NRW) hat Prognos mit der Evaluierung des Programms beauftragt. In diesem Rahmen wurden auch die Auswirkungen der Förderprogramme für Gründungen innovativer und wachstumsstarker Unternehmungen und die Förderung der Unternehmensnachfolge im Handwerk in NRW untersucht.

Entwicklungschancen für den Innovationsstandort NRW

Insgesamt zeigen die Analysen, dass die drei im Rahmen des OP EFRE 2014–2020 geförderten Programme – START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW (SHA), Beratungsprogramm Wirtschaft NRW (BPW) und die Meistergründungsprämie NRW (MGP) – positive Beiträge zur Förderung innovativer und wachstumsstarker Gründungen leisten. Außerdem bauen sie Hemmnisse für Gründungen bzw. Übernahmen ab.

Bei den SHA stellt die Projektförderung in der überwiegenden Mehrheit der analysierten Förderfälle einen elementaren Impuls für die Ausgründungen dar. Das BPW wiederum kommt überdurchschnittlich häufig älteren Personen, Frauen oder zuvor Erwerbslosen zugute. In den meisten Fällen sind positive Beiträge der geförderten Beratung zur Weiterentwicklung der Gründungsvorhaben zu konstatieren. Hinsichtlich der MGP in NRW stellen Chancenorientierung und Meisterausbildung erfolgsversprechende Grundlagen der geförderten Gründungen dar. Hier leistet die obligatorische Beratung der Antragstellenden durch die Beraterinnen und Berater der Handwerkskammern einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gründungskonzepte.

Handlungsempfehlungen

Für alle drei Förderprogramme wurden im Rahmen der Evaluation spezifische Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Im Rahmen der Start-up-Hochschul-Ausgründungen NRW sollten unter anderem attraktivere Förderkonditionen für die Hochschulen geschaffen, die Förderlaufzeit in begründeten Fällen verlängert und das Förderprogramm durch Vereinfachung noch gründerfreundlicher gestaltet werden. Darüber hinaus ist die Vernetzung der Projektteams untereinander und darüber hinaus mit dem NRW-Gründerökosystem bislang nicht systematisch im Programm angelegt und sollte deshalb gezielt gefördert werden.

Die Evaluierung des BPW NRW zeigte, dass gelegentlich der Durchführungszeitraum (meist drei Monate) zu kurz war. Den Gründern und Gründerinnen sollten außerdem bessere Informationen über die Leistungen der Beratenden zur Verfügung gestellt werden, um den Auswahlprozess zu unterstützen. In diesem Kontext und für die Programmumsetzung insgesamt sollte zudem digitale Kommunikationstechnologie besser genutzt werden.

Die MGP ist ein niedrigschwelliges, vergleichsweise kleinvolumiges Förderangebot. Um das gewünschte Verhalten zu stärken, wurde eine thematische Fokussierung der Förderung auf relevante Zukunftsherausforderungen des Handwerks angebracht, zum Beispiel in Hinblick auf die digitale Transformation von Handwerksbetrieben. Auch eine Erweiterung der Zielgruppen des Programms wäre zu prüfen.

Unter Beachtung der Handlungsempfehlungen sollten die durchgeführten Förderprogramme auch künftig fortgeführt werden.

Methodik

Auf Basis übergeordneter Leitfragen wurden die drei Programme programmspezifisch analysiert. Die Evaluation stützt sich insgesamt auf eine breite empirische Basis. Neben einer detaillierten Auswertung von Förder- und Sekundärdaten wurden Online-Befragungen von Zuwendungsempfängerinnen und -empfängern bzw. Begünstigten (666 Teilnehmende), 14 Fallstudien sowie 34 Interviews durchgeführt. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen wurden in Reflextionsworkshops mit den zentralen Stakeholdern der Programme diskutiert und weiterentwickelt.

undefinedDirekt zur Evaluation (PDF)
undefinedWeitere Infos (efre.nrw.de)