Zurück zur Projektübersicht

Erweiterung der Ex-ante Bewertung des EFRE-Nachrangdarlehensfonds

Auftraggeber

Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes

Jahr

2018

Welche Bedarfe Saarländische KMUs, freie Berufe und Existenzgründer aus den EU-Fonds finanzierte Kredite haben, wurde von Prognos-Experten in einer Ex-Ante-Bewertung des EFRE-Nachrangdarlehensfonds im Auftrag des Saarländische Wirtschaftsministerium untersucht.

Finanzinstrumente sind vergleichsweise neu in der Umsetzung der europäischen Kohäsionspolitik. Sie gewinnen in der gegenwärtigen Förderperiode 2014-2020 zunehmend an Bedeutung. Wo sie eingesetzt werden, müssen Verwaltungsbehörden, Fonds und die umsetzenden Stellen sowohl dem geltenden Unionsrecht als auch dem geltenden nationalen Recht genügen. Das gilt besonders im Zusammenhang mit staatlichen Beihilfen und dem öffentlichen Beschaffungswesen. Werden die Finanzinstrumente in den ESI-Fonds eingesetzt, wird deshalb eine Ex-ante-Bewertung vorausgesetzt. In einer solchen Bewertung werden die Bedarfe für ein solches aus EU- und Landesgeldern finanziertes Instrument geprüft. Dies umfasst u. a. eine Analyse von Marktschwächen oder suboptimalen Investitionssituationen sowie der jeweiligen Investitionsbedürfnisse;zudem eine mögliche Beteiligung der Privatwirtschaft. Darüber hinaus wird auch der Mehrwert des einzusetzenden Finanzierungsinstruments ermittelt.

Im Saarland wurde mit der Programmierung des OP EFRE 2014-2020 der Einsatz eines Finanzinstrumentes in Form des Nachrangdarlehensfonds mit den Zielgruppen KMU (gewerbliche Wirtschaft), freie Berufe und Existenzgründer angestrebt. Die im November 2016 veröffentlichte Ex-ante Bewertung kam dabei zu dem Schluss, dass sich die erwartete Nachfrage für Nachrangdarlehen im Bereich von 300.000 € bis 500.000 € bewegen wird. Indessen zeigen die bisherigen Erfahrungen der geschäftsbesorgenden saarländischen Investitionskreditbank (SIKB) bei den Zielgruppen der Gründer und jungen Unternehmen auch Finanzierungsbedarfe deutlich unterhalb der Grenze von 100.000 €.
Vor diesem Hintergrund hat das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr (MWAEV) die Prognos AG mit einem Kurzgutachten zur Erweiterung der bestehenden Ex-ante Bewertung, insbesondere der Investitionssituation und Kohärenzbewertung, beauftragt.
Die Marktanalyse auf Basis von Sekundärstatistiken zeigt, dass

  • über 80 Prozent der Gründer, die externe Finanzierungsmittel nutzen, weniger als 100.000 € Kapital einsetzen.
  • es einen stabilen Finanzierungsbedarf bei Gründern auch deutlich unterhalb von 100.000 € gibt, der sich bis maximal 25.000 € bewegt.
  • analog zur Kreditnachfrage bei Gründern auch für KMU Finanzierungsbedarfe unterhalb der 50.000 € im Jahr 2016 noch rund die Hälfte der Kreditnachfrage darstellen.
  • Finanzierungsbedarfe unterhalb von 20.000 € in den letzten vier Jahren stabil bei rund 20 Prozent bei KMU anfielen.

Darüber hinaus verdeutlicht die Kohärenzanalyse, dass eine Instrumentenkonkurrenz weitgehend ausgeschlossen werden kann.

Zur Website des Saarländischen Wirtschaftsministeriums

Autoren: 

Dr. Jan-Philipp Kramer, Moritz Schrapers, Adrian Steinert

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Jan-Philipp Kramer

Principal, Leiter EU-Services

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Europaflagge im Wind

Big Data für die raumbezogene Analyse in der EU

2021

Die EU möchte die Daten privater Online-Plattformen für die Entwicklung raumbezogener Indikatoren heranziehen. Wir entwickeln einen Rahmen für die Zusammenarbeit und Nutzung.

Eine Ingenieurin begutachtet einen Industrieroboter bei der Arbeit

Elektronik-, Elektro- und Maschinenbauindustrie in der EU

2020

Im Auftrag der Europäischen Kommission hat Prognos an einer Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der Elektronik-, Elektro- und Maschinenbauindustrie in der EU mitgewirkt.

drei Ingenieure sind konzentriert nebeneinander zu sehen

Förderung von Forschung, Entwicklung & Innovation

2020

Staatliche Beihilfen für FuE-Investitionen sind von 2014 bis 2018 gestiegen. Die Evaluierung untersucht einen Zusammenhang mit der Vereinfachung der Beihilferegeln.

Europaflagge im Wind

National- & Kohäsionspolitiken in EU-Mitgliedsstaaten

2020

Im Auftrag der DG REGIO hat Prognos die nationalen Entwicklungs-, Investitions- und Kohäsionspolitiken in den EU-Mitgliedsstaaten untersucht.

Blick aus dem Innenhof in den blauen Himmel

Die wichtigsten Determinanten regionaler Resilienz

2019

Wie hat sich die Wirtschaftskrise 2008 auf Europas Regionen ausgewirkt? Prognos Mitarbeiter Neysan Khabirpour wirkte an einem Arbeitspapier der EU-Kommission mit.

Arbeiter bedient eine elektrische Müllsortierungsanlage

Regionale Effekte der Circular Economy

2019

Allein Deutschland trägt mit rund einem Fünftel zum Gesamtumsatz der Circular-Economy-Branche in der EU bei. Prognos hat im Auftrag ihres Partners ESPON an dem Bericht „CIRCTER – Circular Economy and Territorial Consequences“ mitgearbeitet.

Studenten lernen in der Bibliothek

Nutzen & Wirkung von COST für Deutschland

2019

COST fördert Vernetzungsaktivitäten. Durch eine vergleichsweise kleine finanzielle Förderung, generiert COST viele unmittelbare, aber auch langfristige Effekte.

Zeche im Ruhrgebiet

Zukunft der EU-Strukturpolitik in Deutschland ab 2021

2019

Wie könnte die Zukunft der EU-Strukturpolitik in Deutschland ab 2021 aussehen? Diese Frage beantwortet eine Studie von Prognos und dem DLR Projektträger für das BMWi.

Europaflagge im Wind

Welche Branchen der Brexit am meisten trifft

2019

Die Folgen des Brexits werden in Deutschland vor allem im verarbeitenden Gewerbe spürbar werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognos-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Junge Ingenieure arbeiten an kleinen Robotern und Laptops

Internationale Innovationskooperation der Schweiz

2018

Die Studie im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation zeigt, dass die Innovationsförderung des Bundes die etablierten Partner in Europa und ausgewählte außereuropäische Partner sehr gut adressiert.

Adobe Stock - CleverStock

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren