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Kultur- und Kreativwirtschaft | Montag, 04.01.2021

Digitale Geschäftsmodelle für die Kultur- und Kreativwirtschaft

Die Corona-Pandemie legt viele Bereiche der Kultur- und Kreativwirtschaft lahm und drängt AkteurInnen verstärkt ins Digitale. Doch gerade im digitalen Markt, wo Content im Übermaß verfügbar ist, sind die Aussichten für das finanzielle Auskommen von Kreativschaffenden oftmals schlecht. Prognos zeigt anhand von Best Practice-Fällen, wie beständige Monetarisierung im Digitalen auch während der Corona-Pandemie funktionieren kann.

© iStock.com - Natalia Bodrova

Die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Maßnahmen zur Infektionseinschränkung haben die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) in einem bisher unvergleichbaren Maße getroffen. In den letzten Hochrechnungen des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes wird für das laufende Jahr 2020 im gravierenden Szenario mit einem Umsatzverlust von bis zu 39,8 Mrd. Euro gerechnet. Während das digitale Segment der KKW relativ stabil durch die Krise kommt und z. T. deutliches Wachstum verzeichnet, sind es gerade Akteurinnen und Akteure der Veranstaltungswirtschaft sowie einzelne Künstlerinnen und Künstler der KKW, die durch die Corona-Pandemie besonders betroffen sind.

Vor diesem Hintergrund experimentieren Künstlerinnen, Künstler und Kreative, die direkt und indirekt durch Veranstaltungsausfälle betroffen sind, seit dem ersten Lockdown mit unterschiedlichen Formaten, um das Eventerlebnis auf digitale Bühnen zu bringen. Künstlerinnen und Künstler, Kreative und Kulturinstitutionen gaben als kurzfristige Reaktionen auf die Veranstaltungsverbote ihre Inhalte auf Onlineplattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube zum Besten und konnten damit große Begeisterung erzeugen. In den meisten Fällen wurden diese digitalen Konzerte und virtuellen Ausstellungen jedoch kostenlos zur Verfügung gestellt und eigneten sich dementsprechend nicht für eine erfolgreiche Monetarisierung.

Aus diesem Grund wurden in dem vorliegenden Dossier Geschäftsmodell-Innovationen untersucht, die das Potenzial für eine langfristige und beständige Finanzierung für Kulturschaffende und Kreative haben. Als Grundlage dienten verschiedene Best Practice-Fälle wie bspw. das Abonnement-Modell der Online-Plattform Patreon, das Pay what you want Modell von United We Stream und die Affiliate-Marketing-Plattform des digitalen Buchmarktes Bookshop.org. In einem Ausblick auf weitere zukunftsfähige Geschäftsmodelle werden außerdem Blockchain-Technologie, „User Centric Payment“-Systeme und Big Data Analytics besprochen.

Anhand der Einschätzungen zu den Best Practice-Fällen werden im Dossier fünf zentrale Merkmale abgeleitet, die im digitalen Kontext besonders erfolgsversprechend für Monetarisierungsstrategien sind und Kreativen und Kulturschaffenden eine nachhaltige Teilhabe am digitalen Markt erlauben. Die Erfolgsaussichten äußern sich hierbei insbesondere in 1) Abhängigkeit von der Publikumsreichweite und der Fan-Gemeinde sowie 2) der sektorenspezifischen Digitalisierungsmöglichkeiten. Sie werden begünstigt 3) durch die Kombinationen von unterschiedlichen Monetarisierungsstrategien und 4) durch Prinzipien der persönlichen Kuration auf Plattformen. Weiterhin bieten sich 5) besondere Möglichkeiten Projekte über digitale Vorfinanzierungsangebote zu realisieren, wie bspw. beim Crowdinvesting.

undefinedZum Dossier (PDF, Webseite Kreativ-Bund)

undefinedWeitere Infos (Webseite Auftraggeber)