Zurück zur Projektübersicht

Effiziente Wärme- und Kälteversorgung in Deutschland

Auftraggeber

Umweltbundesamt UBA

Jahr

2021


Status quo des Energieverbrauches im Wärme- und Kältebereich

Bei der Bewertung des Energieverbrauches wird in drei Bereiche unterschieden: „Wohngebäude“ (private Haushalte), „Dienstleistungen“ (Gewerbe, Handel und Dienstleistung) und „Industrie“. Auf diese drei Sektoren entfielen 2018 rund 80 % des Endenergiebedarfes in Deutschland. Der höchste Anteil wird hierbei für Raumwärme verwendet, wovon 81 % durch fossile Brennstoffe, 13 % durch erneuerbare Energien und der Rest (6 %) durch Strom erzeugt wurden. Bei der Fernwärme bzw. -kälte betrug der Anteil erneuerbarer Energien 20 %, 72 % der Nettowärmeerzeugung erfolgte über KWK-Anlagen. Der Anteil von Abwärme aus industriellen Prozessen lag bei 1,7 %.

Prognos erarbeitete die Studie „Comprehensive assessment for heating and cooling“ gemeinsam mit dem Institut für Ressourceneffizienz und Energiestrategien (IREES), dem Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) sowie dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Hierbei übernahm Prognos insbesondere die Analyse des wirtschaftlichen Potenzials sowie die Erstellung alternativer Szenarien.

Szenarien für den künftigen Energieverbrauch

Folgt man dem Nationalen Energie- und Klimaschutzplan für Deutschland bis zum Jahr 2050, so wird sich der Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte im Zeitraum von 2018 bis 2030 um 17 % und bis 2050 um 41 % reduzieren. Prognos entwickelte zu diesem Referenzszenario alternative Szenarien. Zunächst wurden auf Gemeindeebene mögliche Fernwärmepotenziale identifiziert und dann der optimale Energieträgermix für eine effiziente Fernwärmeversorgung bestimmt.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die alternativen Szenarien im Vergleich zum Referenzszenario zu geringeren Treibhausgasemissionen und geringeren Kosten führen“, so Prognos-Expertin Nora Langreder. Hierbei wurde vorausgesetzt, dass lokal verfügbare Wärmequellen wie Solarenergie, Geothermie und Abwärme stärker eingesetzt werden als in der Referenz. Ein Drittel der betrachteten Gemeinden sei potenziell im Jahr 2030 in der Lage 40 bis 100 % erneuerbare Wärmeenergie und Abwärme zu nutzen. So könnten 2,35 Mio. Tonnen CO2 sowie gesamtwirtschaftlich betrachtet 790 Mio. Euro bei den Wärmeentstehungskosten eingespart werden.

Vorgeschlagene Strategien und Maßnahmen

Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurden folgende potenzielle Strategien und Maßnahmen abgeleitet:

  • Bundesprogramm für effiziente Wärmenetze (BEW)
  • Abwärmenutzungsverordnung bzw. Verpflichtung zur Nutzung wirtschaftlicher industrieller Abwärmepotenziale
  • Kommunale Wärmeplanung
  • Haushaltsunabhängige Finanzierung von Förderprogrammen (Modernisierungsumlage)

Hintergrund

Alle fünf Jahre sind die EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, im Rahmen der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie aus dem Jahr 2012 der EU-Kommission eine umfassende Bewertung zur Effizienz der Wärme- und Kälteversorgung vorzulegen. In diesem Bericht wird der Status quo im Wärme- und Kältebereich detailliert analysiert und das wirtschaftliche Potenzial für die Umstellung auf eine effiziente Wärme- und Kälteversorgung aus erneuerbarer Energie ermittelt. Zudem werden Strategien und Maßnahmen zur besseren Umsetzung der Ziele der Richtlinie aufgezeigt.

Zum Endbericht (Website UBA, PDF)

Vorabveröffentlichung einiger Ergebnisse (Website EU Kommission, PDF)

Weitere Infos (Website EU Kommission, EN)

Autorinnen und Autoren: Nora Langreder, Nils Thamling, Malek Sahnoun

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Nora Langreder

Projektleiterin

Profil ansehen

Nils Thamling

Senior Projektleiter

Profil ansehen

Malek Sahnoun

Berater

Profil ansehen

Unsere Arbeiten zu diesem Thema

Strompreisprognose

2022
| Projekt

Wie entwickelt sich der Preis für Strom in den nächsten Jahren? Eine Szenariorechnung der Großhandelsstrompreise für die vbw.

Studienpräsentation: Klimaneutraler Stromsektor 2035

| Event

Die Umstellung auf ein erneuerbares Stromsystem ist ein entscheidender Wegbereiter für die gesamtwirtschaftliche Transformation zur Klimaneutralität.

Berliner Energietage 2022: Klimaschutz-Sofortprogramm

| Event

Welche Maßnahmen im Klimaschutz-Sofortprogramm sind echte Game-Changer? Darüber spricht Friedrich Seefeldt auf einer Podiumsdiskussion.

Wasserstoffbedarf und -Erzeugungspotenzial in Baden-Württemberg

2022
| Projekt

Für e-mobil BW analysierten Prognos und Sphera die Rahmenbedingungen und notwendigen Maßnahmen zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Baden-Württemberg.

Studienvorstellung: Wasserstoffbedarf und Erzeugungspotenzial in Baden-Württemberg

| Event

Jens Hobohm und Ravi Srikandam präsentieren erstmalig zentrale Studienergebnisse der Öffentlichkeit.

Geea-Dialog & Podiumsdiskussion zum klimaneutralen Gebäudesektor

| Event

Nils Thamling nimmt an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wege zur Klimaneutralität und politische Vorhaben im Gebäudesektor aus wissenschaftlicher Perspektive“ teil.

Powerfuel Conference 2022

| Event

Alexander Labinsky präsentiert ausgewählte Ergebnisse der internationalen Potenzial- und Marktanalyse für mobilitätsorientierte Wasserstofftechnologien und Brennstoffzellen.

20. Nationale Photovoltaik-Tagung

| Event

Dr. Almut Kirchner erläutert die Rolle von Photovoltaik in den schweizer Energieperspektiven und spricht zu Voraussetzungen und Rahmenbedingungen.

Energieeffizenzanalyse von Elektrogeräten

laufend
| Projekt

Im Auftrag der energie-agentur-elektrogeräte (eae) untersucht Prognos jährlich die Effizienzentwicklung von Elektrogeräten und deren Einfluss auf den Energieverbrauch in der Schweiz.

Vergleich der „Big 5“ Klimaneutralitätsszenarien

2022
| Projekt

Transparenz in der Debatte Klimaneutralität. Ein Vergleich der „Big 5“ Klimaneutralitätsszenarien.